Klitorisvorhaut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
Startseite » Anatomie » Klitorisvorhaut

Als Klitorisvorhaut wird die Schleimhautfalte bezeichnet, welche die Klitoriseichel und den Klitorisschaft umschließt. Sie ist Teil der Vulva, also der Gesamtheit der äußeren primären Geschlechtsorgane der Frau.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Klitorisvorhaut?

Die Klitorisvorhaut wird auch als Praeputium clitoridis bezeichnet. Sie umschließt sowohl die Eichel der Klitoris als auch ihren Schaft.

Die Klitorisvorhaut bildet somit den äußeren und sichtbaren Teil der Klitoris. Anatomisch betrachtet ist die Klitorisvorhaut auch ein Teil der kleinen Schamlippen. Durch die Vorhaut wird die Klitoris geschützt. Das Äquivalent zur Klitorisvorhaut bei der Frau ist beim Mann die Penisvorhaut.

Anatomie & Aufbau

Die Klitoris ist ein aus Schwellkörpergewebe bestehendes Organ, welches ausschließlich bei der Frau zu finden ist. Lange Zeit wurde als Klitoris nur die Klitoriseichel bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein erbsengroßes Teilstück am oberen Ende der kleinen Schamlippen.

Je nach Schwellzustand und nach Ausprägung der Klitorisvorhaut ist die Klitoriseichel (Glans clitoridis) sichtbar oder hinter der Klitorisvorhaut verborgen. Zur Klitoris gehören zudem noch zwei Schwellkörper (Corpora cavernosa clitoridis), die an der Vorderwand der Vagina liegen, sowie zwei sechs bis zehn Zentimeter lange Klitorisschenkel, die bis in das Innere des Körpers reichen. Die Klitoriseichel geht in den Klitorisschaft (Corpus clitoridis) über.

Dieser zweigt sich dann in die beiden Schwellkörper auf. Die beiden Schwellkörper sind durch eine faserige bindegewebige Hülle umgeben. Diese wird auch Tunica albuginea genannt. Sie vereinigt sich kurz vor der Klitoriseichel mit der Klitorisvorhaut. Entwicklungsgeschichtlich entstehen die Klitoris und die Klitorisvorhaut aus dem Genitalhöcker.

Funktion & Aufgaben

Die Klitoris verfügt über schätzungsweise 8000 Nerven- und Sinneszellen, mit denen sie Berührungen und Vibrationen wahrnehmen kann. Zudem ist die gesamte Klitoris mit Nervenendungen ausgestattet. Somit ist sie besonders sensibel für Berührungen und reagiert stark auf sexuelle Reize. Die meisten Frauen gelangen durch eine Stimulation der Klitoris zum Orgasmus.

Dabei ist vor allem die Klitoriseichel extrem berührungsempfindlich, da sich hier zwei Nervenstränge vereinigen. Im unteren Teil der Klitoriseichel und auch rund um die Klitorisvorhaut befinden sich verschiedene Drüsen. Erwähnenswert sind insbesondere die Talgdrüsen. Sie bilden das Smegma clitoridi. Die Hautfalten der Klitorisvorhaut liegen sehr eng aufeinander. So entsteht durch Wärmeabgabe, Verdunstung von Flüssigkeit und abgeschilferte Hautzellen ein feuchtwarmes Milieu rund um die Klitoriseichel. Der pH-Wert ist leicht alkalisch bis neutral. Dank der Klitorisvorhaut kann sich eine typische Standortflora ansiedeln.

Zu dieser Flora gehören beispielsweise Hefen oder Mykobakterien. Durch das Smegma wird gewährleistet, dass das empfindliche Organ nicht austrocknet. Da das Smegma aber auch einen Nährboden für Bakterien darstellt, sollte es täglich mit etwas warmem Wasser entfernt werden. Die Klitorisvorhaut dient aber nicht nur der Milieusicherung, sondern vor allem dem Schutz der empfindlichen Klitoriseichel. Einige Frauen reagieren sehr empfindlich auf eine direkte Stimulation der Klitoris und ertragen diese erst nach einem längeren Vorspiel.

Andere mögen maximal leichte Berührungen, wieder andere Frauen ertragen Berührungen der Klitoris überhaupt nicht. Manche erleben sexuelle Befriedigung nur durch intensives Reiben der Klitoris. Die Klitorisvorhaut schützt die Klitoris vor zu viel Kontakt mit der Außenwelt. Wäre die Vorhaut nicht da, so würde allein die Unterwäsche das sensible Organ derart reizen, dass es unter Umständen zu unangenehmen Gefühlen bis hin zu Schmerzen kommen würde. Umgekehrt kann eine zu große Klitorisvorhaut aber auch eine als zu gering erlebte Empfindsamkeit der Klitoris zur Folge haben.

Die Klitorisvorhaut spielt auch eine Rolle beim Lustgewinn durch Penetration. Dringt der Penis in die Scheide ein, so überträgt sich der Zug auf die kleinen Schamlippen und die Klitorisvorhaut. Durch den Zug nähert sich die Klitoriseichel und wird über die reibenden Bewegungen des männlichen Gliedes erregt.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Krankheiten

Wird die Klitoris nicht regelmäßig mit Wasser gereinigt, so können sich Erreger unter der Klitorisvorhaut sammeln und eine Entzündung verursachen. Eine Entzündung in diesem Bereich wird unter dem Begriff Vulvitis zusammengefasst.

Eine Vulvitis kann nicht nur durch Viren, Pilze, Bakterien oder Parasiten, sondern auch durch allergische Reaktionen auf Waschmittel oder synthetische Fasern in der Unterwäsche ausgelöst werden. Auch Harninkontinenz, zu enge Wäsche, starkes Übergewicht, vermehrte Schweissbildung oder zu aggressive Seifen können Entzündungen der Klitorisvorhaut bedingen. Weitere Ursache für eine Vulvitis sind Östrogenmangel, allgemeine Allergien oder ein Diabetes mellitus.

Die Entzündung der Klitorisvorhaut und der gesamten äußeren Geschlechtsorgane äußert sich meist durch eine Rötung des betroffenen Gebiets. Auch eine Schwellung und eine Überwärmung sind zu finden. Des Weiteren leiden die betroffenen Frauen unter einem brennenden Schmerz und einem starken Juckreiz. Beim Gehen, beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr verschlimmern sich die Symptome. Bei einer Infektion mit Herpesviren kann es zudem zu einer Bläschenbildung, bei einer HPV-Infektion zu einer Ausbildung von blumenkohlartigen Tumoren kommen.

Die Diagnose wird mit einem Abstrich und einer anschließenden mikroskopischen Untersuchung gesichert. Werden dabei Bakterien als Ursache identifiziert, erfolgt die Therapie mit Antibiotika. Auch gegen Pilze oder Viren gibt es spezielle Salben. Wurde die Entzündung durch einen Östrogenmangel verursacht, wird eine östrogenhaltige Salbe auf die betroffenen Stellen aufgetragen. In seltenen Fällen kann es bei der Klitoris eine Vorhautverengung geben. Man spricht hier von einer Klitorisphimose. In der Regel werden operative Eingriffe an der Klitorisvorhaut aber eher aus ästhetischen Gründen und zur Erhöhung des Lustempfindens vorgenommen.

Typische & häufige Vaginalerkrankungen

Bücher über Scheidenpilz & Vaginalpilz

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: