Klitoris

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
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Die Klitoris, die umgangssprachlich als Kitzler bekannt ist, ist ein Schwellkörpergewebe der Frau. Sie gehört zur Vulva und ist maßgeblich am Orgasmus beteiligt. Der Kitzler ist ein System von verschiedenen Geweben, von dem lange nur ein kleiner, oberflächlicher Teil bekannt war.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Klitoris?

Die Klitoris ist ein komplexes System, von dem lediglich die Klitorishaut, Klitoriseichel und der Klitorisschaft sichtbar sind. Zusammen umfassen sie lediglich einen Bruchteil des gesamten Organs der Klitoris, da der Großteil unterhalb der Haut verborgen liegt.

Dies wurde erst 1998 durch die australische Chirurgin Helen O'Connell entdeckt. Zuvor wurde der Kitzler eher vernachlässigt und lediglich die Vagina als nach innen gestülpter Penis beschrieben, um die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane als Analogie zueinander sehen zu können.

Die Klitoris ist hochsensibel, denn sie besitzt ungefähr 8000 Nervenzellen. Die Empfindung von Vibration findet über so genannte Mechanorezeptoren der Vater-Pacini-Körperchen statt und die Meissner-Körperchen sind für die Berührung zuständig. Die Klitorishaut dient als Schutz der hochempfindlichen Klitoris.

Anatomie & Aufbau

Die Klitoris ist ein Teil der weiblichen Vulva. Sie befindet sich am oberen Ende der kleinen Schamlippen (Labia minora pudendi). Äußerlich ist von ihr nur ein kleiner Teil, nämlich der Klitorisschaft (Corpus clitoridis) und die Klitoriseichel (Glans clitoridis) sichtbar. Die Klitorisvorhaut (Praeputium clitoridis) bedeckt teilweise oder ganz die sehr empfindliche Eichel.

Hinter ihr verborgen befinden sich unterschiedliche Formen von Nerven und Schwellkörpern, die weit in den Körper hinein reichen und erst 1998 vollständig entdeckt wurden. So werden zwei zwiebelförmige Schwellkörper verdeckt, die zum Teil an die Vorderwand der Scheide reichen. Ebenfalls befinden sich zwei bis zu neun Zentimeter lange Schwellkörperschenkel außerhalb des sichtbaren Bereichs, die weit in den Körper hinein reichen.

Sie bestehen aus erektilem Gewebe, das aus Muskelzellen und Bindegewebe besteht. Die beiden Schwellkörper der Klitoris füllen sich während der Erektion mit Blut. Zwischen dem Kitzlerschenkel und der Scheidenöffnung befinden sich die Vorhofschwellkörper, die aus einem dichten Venengeflecht bestehen und mit der Klitoris verbunden sind. Bei Erregung weiten sie sich und verengen den Scheidenvorhof, wodurch sich die kleinen Schamlippen an den Penis annähern.

Funktion & Aufbau

Die Funktion der Klitoris ist ausschließlich dem Sexualverkehr gewidmet. Als das Lustzentrum der Frau reagiert sie auf Stimulation und ermöglicht den Orgasmus. Der Grad der Stimulation ist hierbei von Frau zu Frau unterschiedlich. Manche mögen eine direkte Stimulation des Kitzlers während des Vorspiels, andere sind empfindlicher und bevorzugen eine indirekte Berührung über der Haut neben der Klitoris.

Die Sensibilität kann zudem von der Tagesform abhängen und sich im Laufe der Stimulation verändern. Die meisten Frauen gelangen jedoch durch verschiedene Spielformen der Stimulation dieses Körperteils zum Orgasmus. Dies liegt an einem ausgeklügelten Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Systemen der Klitoris. Ihre Erregung bewirkt ein Anschwellen der verschiedenen Schwellkörper durch einfließendes Blut.

Dies bereitet die Scheide auf einen eindringenden Penis vor, der durch die Produktion von Scheidensekret viel leichter Zugang erhält, was den sexuellen Akt ermöglicht. Das Lustempfinden der Frau beim Verkehr dient evolutionsbiologisch dazu, ihn häufiger durchführen zu können, um viel Nachwuchs zu produzieren.

Die Klitoris besitzt verschiedene Drüsen, die vor allem zwischen den Kitzlerzügeln (Frenulum clitoridis) zu finden sind. Sie sind für die Produktion von Talg und Schweiß zuständig. Zusammen stellen sie das Smegma clitoridis, ein Talgdrüsengemisch, her, welches den Schutz des empfindlichen Körperteils vor Austrocknung zur Aufgabe hat. Aus hygienischer Sicht ist es jedoch ratsam, dieses Sekret jeden Tag mit Wasser und wenig Seite zu entfernen, da es ein Nährboden für Bakterien darstellt.

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Krankheiten & Beschwerden

Mit der so genannten Klitorishypertrophie wird eine ungewöhnlich große, penisartige Vergrößerung der Klitoris bezeichnet. Diese Fehlbildung ist angeboren und entsteht, wenn die Testosteronbildung während der Schwangerschaft gestört ist.

Statistisch gesehen, kommt dies jedoch selten vor. Aus medizinischer Sicht kann in diesem Fall keine objektive Diagnose getroffen werden, denn das Empfinden über die Größe der Klitoris ist individuell. So kann bei einem hohen Leidensdruck eine chirurgische Korrektur vorgenommen werden. Sie ist aus medizinischer Sicht jedoch nicht nötig.

Das Polyzystische Ovar-Syndrom beschreibt eine Stoffwechselstörung bei erwachsenen Frauen. Dieses erhöht den Spiegel des Sexualhormons Androgen und sorgt für Zyklusstörungen sowie Unfruchtbarkeit. Die Klitoris ist auch in diesem Fall vergrößert. Circa vier bis zwölf Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen, wobei Übergewicht das Risiko erhöht.

Als Therapie wird oft eine Umstellung der Ernährung und Bewegung empfohlen, denn diese Störung entsteht in den meisten Fällen durch den Lebensstil der Betroffenen sowie eine Fehlregulierung der Insulinproduktion. Liegt kein Kinderwunsch vor, kann eine antiandrogene Antibabypille eingenommen werden, die den Hormonhaushalt reguliert.

Als Vulvitis wird eine Entzündung der äußeren weiblichen Geschlechtsteile bezeichnet, die auch die Klitoris betreffen kann. Ausgelöst wird sie durch zu enge Kleidung, zu aggressive Körperpflege oder Allergien. Im warmen und feuchten Klima der Vulva entsteht so schnell eine Reizung der Haut, die zu einer Entzündung führen kann.

Sie zeigt sich durch Schmerzen, Brennen und Juckreiz im Bereich der Genitalien. Die Haut ist gerötet und geschwollen. Hierbei hilft, weitere Kleidung zu tragen, die Produkte für die Körperpflege wegzulassen und Allergene zu meiden. Lindernde Cremes helfen gegen den Juckreiz und die Schmerzen.

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