Kinderlähmung
Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit. Unbehandelt kann sie zum Tod führen, da starke Lähmungen auftreten, die Lunge und Atmungsorgane angreifen und funktionsuntüchtig machen können. Es gibt jedoch eine Impfung gegen Kinderlähmung, sodass diese Krankheit seit den 1960er Jahren nur noch sehr selten in Deutschland auftritt.
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Definition Kinderlähmung
Normalerweise ist die Viruserkrankung immer fieberhaft. Die Lähmungen entstehen durch das von den Polioviren befallene Rückenmark, das die Bewegungen steuert. Grundsätzlich ist die Kinderlähmung in den Industrieländern seit etwa 1960 und der Einführung der vorbeugenden Schluckimpfung selten geworden. Die letzte Erkrankung in Deutschland, die durch einen Wildvirus ausgelöst wurde, wurde 1990 gemeldet. Die Durchimpfung in der Gesellschaft nimmt allerdings immer mehr ab.
In mehr als 95 Prozent der Erkrankungen verläuft die Poliomyelitis unbemerkt und ohne Symptome. In etwa einem Prozent der Fälle kommt es zu den beschriebenen Lähmungen oder zu einer Hirnhautentzündung, die bleibende Schäden hinterlassen kann.
Ursachen für Kinderlähmung
Die Inkubationszeit ist bei Kinderlähmung recht lang, es kann drei bis 35 Tage dauern, bis sie ausbricht. Die Krankheit verläuft in zwei Phasen. Nach der Infektion vermehren sich die Viren im Körper und es kommt zu unspezifischen Krankheitssymptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Fieber und Schluckbeschwerden.
Nach dieser ersten Krankheitsphase erfolgt ein symptomfreies Intervall und die Viren dringen in das Zentrale Nervensystem ein und lösen damit die zweite Krankheitsphase aus. Symptome dieser Phase sind dann Muskelschmerzen im Allgemeinen, besonders Rückenschmerzen, Lähmungen, erhöhte Sensibilität auf Reize und eine Hirnhautentzündung.
Symptome
- Lähmungen
- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Durchfall
- Halsschmerzen
- Atemnot
- Rückenschmerzen
- Reizbarkeit
- Übelkeit
Krankheitsverlauf Kinderlähmung
Die Kinderlähmung (Poliomyelitis) kann in drei unterschiedlichen Krankheitsverläufen erfolgen. Sie unterscheiden sich in der Art und Intensität der Symptome und vor allem, ob das Zentrale Nervensystem angegriffen wird oder nicht.
Beim geringen, dem sogenannten subklinischen Verlauf, sind die Krankheitsanzeichen eher gering. Nach sechs bis neun Tagen bricht die Krankheit in Form von Fieber, Übelkeit, Kopf- und Halsschmerzen aus. Insgesamt verläuft sie gemildert und das Zentrale Nervensystem wird nicht infiziert.
Beim nicht-paralytischen Verlauf (der bei etwa einem Prozent aller Kinderlähmungsinfizierten vorkommt) hat der Betroffene Fieber, Rücken- und Muskelschmerzen sowie Nackensteifigkeit. Bei diesem Krankheitsverlauf ist das Zentrale Nervenystem betroffen, der Krankheitsverlauf ist aber milder als beim paralytischen Verlauf.
In dem Fall leidet der Betroffene an Lähmungen, vor allem der Beine. Diese Lähmungen können auch nach der Krankheit zurückbleiben. In zwei bis 20 Fällen sterben Patienten, die an einer Verlaufsform der Krankheit mit Lähmungen leiden.
Behandlung von Kinderlähmung
Selbst wenn schon Lähmungen aufgetreten sind, gibt es andere Krankheiten, die dem Verlauf der Kinderlähmung ähneln. Es können nur die Symptome der Kinderlähmung behandelt werden, das heißt die Beschwerden werden mittels Medikamenten gemildert. Den Virus direkt zu bekämpfen ist bisher nicht möglich.
Wenn allein schon der Verdacht auf Kinderlähmung besteht, wird in der Regel strenge Bettruhe verlangt. Ansonsten wird Krankengymnastik empfohlen und bei Lähmungserscheinungen wird der Betroffene wechselnd gelagert, um die Muskeln zu entspannen. Eine Impfung gegen Kinderlähmung ist ebenso möglich.
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