Kinderkrankheiten von Babys nach der Geburt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Juli 2017
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Dieser Ratgeber beschäftigt sich mit der Frage: Wie helfe ich meinem kranken Kind? - Kinderkrankheiten des Babys nach der Geburt.

"Herr Doktor, bitte kommen sie schnell, mein Kind ist krank. Ich bin in größter Sorge und weiss nicht, was ich tun soll?" Solche und ähnliche Anrufe erhält jeder Kinderarzt fast täglich, und er bemüht sich, die Mutter sobald als möglich von ihrer Sorge zu befreien. Oftmals aber vergeht doch einige Zeit, ehe der Arzt kommen kann oder die Mutter mit dem Kind bei ihm ist - Stunden, die für jede besorgte Mutter zur Ewigkeit werden.

Inhaltsverzeichnis

Kinderkrankheiten von Babys sollten behandelt werden

Meist ist die Sorge durchaus berechtigt. Manches Mal aber könnte allzugroße Angst vermieden werden, wenn die Mutter eine gewisse Kenntnis von den Krankheiten des Kindesalters hätte. Sie wüßte dann, wann sofortige ärztliche Hilfe notwendig ist und liefe andererseits nicht Gefahr, die Krankheit ihres Kindes zu verschleppen, wie es leider noch immer wieder geschieht. Eine aufgeklärte Mutter wird auch in der Lage sein, den untersuchenden Arzt mit der erforderlichen Ruhe und Sachlichkeit die Vorgeschichte der Krankheit zu erzählen, was das Erkennen der Ursache wesentlich erleichtert.

Dieser Beitrag will daher beginnen, Eltern und Erzieher über die häufigsten Kinderkrankheiten und die grundsätzlichen Pflegemaßnahmen zu unterichten. Selbstverständlich soll das auf keinen Fall eine ärztliche Konsultation ersetzen oder gar zur Kurpfuscherei verleiten. Es soll lediglich ein Wegweiser für erste helfende Maßnahmen sein, die vor der ärztlichen Untersuchung von der Mutter eingeleitet werden können und die häusliche Pflege nach Anordnung des Arztes erleichtern.

Wissen der Eltern über die häufigsten Kinderkrankheiten und die grundsätzlichen Pflegemaßnahmen im Krankheitsfall ist notwendig, ersetzt jedoch nicht eine ärztliche Konsultation.

Zunächst soll über die Krankheiten von Babys, der neugeborenen Kinder und Kleinkinder, gesprochen werden. Es wäre falsch, anzunehmen, dass solch ein kleines Kind nicht krank werden könnte.

Ein neugeborenes Kind - es wird als solches bezeichnet, bis der Nabelschnurrest nach 10 bis 14 Tagen abgefallen ist - erkrankt erfahrungsgemäß zwar kaum an Infektionskrankheiten, doch gibt es in dieser Zeit ganz spezifische Störungen, die sich durch die altersbedingte Körperverfassung grundlegend von denen im späteren Säuglings- und Kindesalter unterscheiden. Namentlich in den ersten Lebenstagen können Verletzungen und innere Blutungen durch den Geburtsvorgang, angeborene Mißbildungen des Herzens oder der Verdauuungsorgane schwere Störungen verursachen.

Sie bedürfen sofortiger Behandlung durch den Arzt, was im allgemeinen auch gewährleistet ist, da mehr als 90 Prozent aller Entbindungen in Deutschland in Kliniken oder Entbindungsheimen erfolgen.

Was geschieht aber später, wenn die junge Mutter das Krankenhaus verlassen hat und die Betreuung ihres Kindes selbst übernimmt? Trotz gewissenhafter Pflege wird sie eines Tages Veränderungen an ihrem Kind entdecken, beispielsweise kleine Pickel oder Flecken auf der Haut, die ihr nicht normal erscheinen. Soll sie deswegen gleich den Kinderarzt aufsuchen? Das ist durchaus nicht in allen Fällen sofort nötig, da es eine Reihe von Veränderungen gibt, die beim neugeborenen Kind als normal zu bezeichnen sind und von selbst wieder abklingen.

Gelbsucht bei Babys, Kindern & Säuglingen

Hier ist zuerst die Gelbsucht bei Babys zu nennen. Sie äußert sich in einer Gelbfärbung der Haut , der Schleimhäute und des Augenweiß und wird dadurch verursacht, dass unmittelbar nach der Geburt eine große Anzahl roter Blutkörperchen vorhanden ist, die während der Entwicklung im Mutterleib zur Übertragung des Sauerstoffs von der Mutter auf das Kind erforderlich war.

Da das Kind nun selbstständig atment, benötigt es diese überzähligen "Transportarbeiter" nicht mehr. Sie werden zerstört, und der dabei frei werdende Blutfarbstoff (Hämoglobin) wird zu Gallenfarbstoff (Bilirubin) umgewandelt. Dadurch reichert er sich schließlich in solcher Menge im Blut an, dass meist am zweiten oder dritten Lebenstag eine Gelbfärbung auftritt. Man kann also nicht von einer Krankheit im eigentlichen Sinne sprechen, obgleich die Kinder während dieser Zeit schläfriger sind und weniger gut trinken.

Die Gelbfärbung verschwindet meist nach ein bis zwei Wochen wieder. Hält sie länger an besteht ebenfalls kein Anlaß zur Besorgnis, sofern das Kind normal gedeiht. Ist dies jedoch nicht der Fall und tritt sogar noch Fieber auf, liegt eine ernst zu nehmende Ursache, z.B. eine angeborene Verengung der Leber, vor. Sofortiger ärztlicher Rat ist dann erforderlich.

Schwellungen & Entzündungen der Brust beim Baby

Eine weitere physiologische Besonderheit beim Baby bzw. Kleinkind ist die Schwellung der Brustdrüsen, auf denen bei Druck einige Tropfen einer milchigen Flüssigkeit abgesondert werden. Sie entsteht durch Übergehen von mütterlichen Hormonstoffen auf das Kind während der Schwangerschaft oder mit der Muttermilch und stellt sich am vierten bis siebenten Tag nach der Geburt ein.

Eine besondere Behandlung ist nicht erforderlich, da sich die Schwellung im Verlaufe von zwei bis drei Wochen wieder zurückbildet. Auf keinen Fall sollte etwa versucht werden, die geschwollenen Brüste zu entleeren, denn dadurch kann eine zusätzliche Entzündung hervorgerufen werden. Damit die Wäsche nicht reibt, legtman am besten etwas Watte auf.

Neben der Schwellung der Brustdrüsen kann aber auch eine als Mastitis bezeichnete Entzündung der Brust beim Baby auftreten. Sie ist durch Rötung, Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit gekennzeichnet und geht stets mit Fieber einher. Hierbei kann es zur Vereiterung sowie zur Bildung eines Brustdrüsenabzesses kommen, weshalb ärztliche Hilfe notwendig ist.

Vorher sollte die Mutter dem Kind aber durch feuchte, kühle Umschläge Schmerzlinderung verschaffen. Diese Umschläge werden am besten mit einer Alkohol-Wasser-Mischung, bestehend aus einem Drittel Alkohol (Optal) und zwei Ditteln abgekochtem, abgekühltem Wasser, durchgeführt. Auch abgekochte Kamille oder Borwasserlösung eignen sich dazu.

Hautveränderungen & Hauterkankungen beim Baby

Verhältnismäßig häufig sind in den ersten Lebenstagen des Babys auch Veränderungen der Haut zu beobachten, die teils entzündlich, teils nicht entzündlich verlaufen. Die nicht-entzündlichen gehören in der Regel ebenfalls zu den physiologischen Vorgängen und brauchen keinen Anlaß zur Beunruhigung zu geben.

So beobachtet man bei Babys am ersten Lebenstag meistens eine starke Rötung der Haut (Erythema neonatorum). In den folgenden Tagen und Wochen tritt dann zuweilen eine ziemlich starke lamellöse Abschuppung (Desquamatio neonatorum) ein. Auch kleine Talgdrüsenbläschen, sogenannte Milien, machen sich häufig bemerkbar. Die kleinen gelblich-weißen Punkte übersäen die Nasenspitze und mitunter das ganze Gesicht, verschwinden aber gewöhnlich schon im Verlaufe der ersten Woche wieder.

Längere Zeit, manchmal bis zu einigen Wochen, bleibt dagegen die Akne bestehen. Sie äußert sich in dichstehenden Mitessern (Komedonen), die ebenso wie die Brustschwellung durch hormonale mütterliche Einflüsse verursacht werden und sich von selbst wieder zurückbilden.

Bei schlecht gepflegten und fehlerhaft ernährten Säuglingen bzw. Babys, deren natürliche Widerstandskraft herabgesetzt ist, entwickeln sich dagegen leicht eitrige Hauterkrankungen. Durch Ansiedlung von Einterbakterien auf der Haut und in den Schweißdrüsen bilden sich entweder oberflächlich gelegene Pyodermien oder tiefer gelegene Abszesse.

Charakteristisch für das Babyalter sind auch Schälblasen (Pemphigoid). Diese linsen- bis pfenniggroßen Bläschen bilden sich leicht vom dritten bis zum achten Lebenstage und platzen gewöhnlich auf. Sie entstehen ebenfalls durch Eiterbakterien und lokalisieren sich mit Vorliebe am Unterbauch.

Neben der leichten Übertragbarkeit auf andere Kleinkinder und Babys besteht bei ihnen, wei bei allen eitrigen Hauterkrankungen des Neugeborenen, die große Gefahr, dass Eiterbakterien vom Hautherd über die Blutbahn in andere Organe abwandern, wo sich dann ebenfalls wieder Eiterherde entwickeln. Das Auftreten einer solchen Blutvergiftung (Sepsis) kann jedoch vermieden werden, wenn die Mutter, sobald sie irgendwelche eitrigen Hautveränderungen an ihrem Kind entdeckt, sofort einen Arzt zu Rate zieht. Tägliches sorgfältiges Betrachten des gesamten Kinderkörpers ist deshalb erforderlich.

Druch Medikamente, die die Eiterbakterien vernichten, sogenannte Antibiotika, und zusätzliche Bäder mit übermangansaurem Kali läßt sich in den meisten Fällen ein überraschend schnelles Abheilen aller genannten eitrigen Hauterkrankungen bewirken. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Antibiotika nach Anordnung des Arztes gewissenhaft und regelmäßig verabreicht werden. Geschieht das durch den Mund, so ist zu beachten, dass die Medikamente nicht in der gesamten Flaschennahrung aufgelöst werden dürfen.

Oftmals schmecken sie bitter, und das Kind verweigert dann die Nahrung. Außerdem bleibt häufig ein Teil der wirksamen Stoffe an der Flaschenwand haften. Man löst deshalb schlecht schmeckende Stoffe am besten in etwas mit Süßstoff gesüßtem Tee auf und gibt sie dem Kind mit dem Löffel, wobei man diesen unter leichtem Druck auf den Zungenrücken möglichst weit in den Mund schmiebt und erst nach dem Schlucken wieder herausnimmt. Danach läßt man gesüßten Tee oder auch Brustmilch nachtrinken.

Kalibäder führt man am besten folgendermaßen durch: Man gibt die Kristalle des Kaliumpermanganats, das eine bakterienwidrige Wirkung hat, nicht direkt dem Badewasser zu, sondern stellt sich vorher eine konzentrierte Lösung, etwa ein Teelöffel Kristalle auf 100 Kubikzentimeter Wasser, her. Dem Bad wird dann soviel davon zugesetzt, bis das Wasser eine weinrote Farbe annimmt. Zum Abtrocknen verwendet man zweckmäßigerweise ein altes sauberes Tuch, da das Kaliumpermanganat braune Flecke hinterläßt. Die Braunfärbung der Wanne läßt sich mit Wasserstoffsuperoxydlösung und Essig leicht entfernen.

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Krankheiten an Nabelschnur & Nabel beim Baby

Eine besondere Bedeutung kommt im Babyalter auch dem Nabel zu. Dort befindet sich zu dieser Zeit die verwundbarste Stelle des kleinen Kindes, und es können sich nach Abfallen des Nabelschnurestes verschiedenartige Störungen einstellen. Besonders häufig wird ein Nässen des Nabels beobachtet.

Zugleich findet man bei genauer Betrachtung nach Auseinanderziehen der Nabelfalten nicht selten eine kleine rote Geschwulst, die aus "wildem Fleisch" besteht. Es handelt sich hierbei um vermehrte Bildung von Granulationsgewebe, weshalb man diese Veränderung auch Nabelgranulom nennt. Dieses überschüssige Gewebe läßt sich durch tägliches Ätzen mit einem Höllensteinstift in kurzer Zeit beseitigen.

Zu beachten ist dabei allerdings, dass der angefeuchtete Stift nur die Wucherung und nicht die intakten Hautfalten berühren darf, da sich dort sonst Ätzstellen bilden. Um das zu verhindern, empfiehlt es sich, die Umgebung des Nabels vorher mit Zinksalbe gut abzudecken. Das Baden ist trotz des Granuloms erlaubt.

Siedeln sich im Nabelgrund Eiterbakterien an, so kann ein Nabelgeschwür entstehen, das meistens eitrig-schmierig belegt ist. Der Nabelring sowie die ganze Umgebung werden dabei oft mit in die Entzündung einbezogen und sind stark gerötet und geschwollen. Auch das Allgemeinbefinden des Babys ist mehr oder weniger gestört. Das Kind trinkt nicht mehr richtig, erbricht zeitweilig und nimmt infolgedessen an Gewicht ab.

In der Regel besteht auch Fieber. Da sich eine solche Nabelentzündung zu einer Bauchfellentzündung oder sogar zu einer allgemeinen Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln kann, ist das Leben des Kindes ernstlich durch sie bedroht und unbedingt der Rat des Arztes einzuholen. Allerdings sind diese Entzündungen nicht immer sofort sichtbar, sondern bleiben manchmal durch die Nabelfalten überdeckt.

Es ist deshalb dringend erforderlich, den Nabelgrund nach Abfallen des Nabelschnurrestes täglich genau zu betrachten. Mit Hilfe der mordernen Medizin, lassen sich bei rechtzeitigem Erkennen der Nabelschnurrkrankheiten schwere Komplikationen meistens abwenden.

In diesem Zusammenhang seien noch einige Worte darüber gesagt, wie man den Nabelinfektionen vorbeugen kann. Der Nabelschnurrest muss so behandelt werden, dass sein schnelles Eintrocknen gefördert wird. Man darf ihn also nicht durch Feuchtigkeit aufweichen, weshalb das Baden während dieser Zeit unterlassen werden muss. Durch Trockenpuder, am besten mit Sulfonamid- oder Antibiotikazusatz, wird das Eintrocknen zweckmäßig unterstützt und eine Besiedlung mit Bakterien weitestgehend vermieden.

Peinliche Sauberkeit ist besonders bei der Pflege der Nabelwunde, die nach Abfall des Nabelschnurrestes zurückbleibt, oberstes Gebot. Die Nabelbinde muß aus keimfreiem, trockenem Verbandstoff bestehen und darf nur mit gut gewaschenen Händen angelegt werden. Sobald die Nabelweunde verheilt ist, wird die Nabelbinde fortgelassen, und das Kind kann täglich gebadet werden.

Am Nabel können sich auch eine Reihe nichtentzündlicher Störungen abspielen. Am häufigsten ist der Nabelbruch zu beobachten. Er entsteht infolge einer angeborenen Erweiterung des Nabelringes und äußert sich durch eine Vorwölbung am Nabel, die beim Schreien und Pressen des Babys deutlicher wird, da sich der Bauchinhalt hierbei in den Bruch vorschiebt. Eine Einklemmung kommt jedoch äußerst selten vor.

Der Nabelbruch braucht auch nicht, wie vielfach angenommen wird, in jedem Falle chirurgisch behandelt zu werden. Meist reichen Pflasterverbände aus, um eine Rückbildung des Bruches zu erreichen. Erst wenn diese am Ende des ersten Lebensjahres noch nicht sichtbar ist, muss eine operative Beseitigung beim Baby erwogen werden. Ein Kind mit einem Nabelbruch kann trotz des Pflasterverbandes, der alle zwei Wochen erneuert werden muss, gebadet werden.

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