Kinderchirurgie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Die Kinderchirurgie ist ein Teilbereich der Chirurgie, der das Wissen auf die Anwendung bei Babys, Kindern und Jugendlichen überträgt. Teilweise verwendet die Kinderchirurgie eigene Verfahren und eigene Instrumente, nach Möglichkeit werden chirurgische Eingriffe so nah wie möglich am Verfahren für Erwachsene durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Kinderchirurgie?

Die Kinderchirurgie steht der Pädiatrie sehr nah. Sie befasst sich hauptsächlich mit der Diagnostik, operativen und konservativen Behandlung und Nachsorge von chirurgisch relevanten Kinderkrankheiten und behandelt Menschen vom Baby- bis ins Jugendalter. In das Behandlung der Kinderchirurgie fallen Fehlbildungen, Tumore, (Unfall-)Verletzungen sowie auch die Behandlung des ungeborenen Kindes in der pränatalen Phase. Kinderchirurgen behandeln den Menschen in einem Zeitfenster seines Lebens, in dem er teilweise noch sehr andersartig "funktioniert" als ein erwachsener Mensch.

Die Kinderchirurgie setzt daher weit mehr fundierte Kenntnis des Organsystems voraus als die Erwachsenenchirurgie, da der Facharzt neben der Organstruktur selbst auch die Wachstumsphase und Gegebenheiten des Körperteils kennen muss, das er behandelt. Auch setzen sich Kinderchirurgen mit dem Zusammenspiel verschiedener Organe, ihrer unterschiedlichen Heilung und den Folgen chirurgischer Eingriffe auf das natürliche Wachstum im Kindesalter auseinander.

Da es bei Kindern noch häufiger als im Erwachsenenalter zu urologischen Problemen kommt, beispielsweise zur Vorhautverengung, spielt die Urologie in der Kinderchirurgie eine größere Rolle als im Arbeitsalltag eines Chirurgen für erwachsene Patienten. Hinzu kommt, dass Kinderchirurgen ihre jungen Patienten nicht nur operieren, sondern während der Diagnose, Vor- und Nachsorge direkt mit Babys, Kindern und Jugendlichen zu tun haben und daher auch eine psychologische Komponente berücksichtigen müssen, da Menschen in diesem Alter Eingriffe und Diagnosen ganz anders verarbeiten als Erwachsene.

Behandlungen & Therapien

Die häufigsten Fälle in der Kinderchirurgie sind Verletzungen und Fehlentwicklungen. Zu den häufigen kinderchirurgisch behandelbaren Verletzungen zählen die Gehirnerschütterung und Knochenbrüche, auch Sportunfälle werden ab dem Kindergarten- und Grundschulalter relativ häufig. Der Kinderchirurg wird auch zur Abklärung von kindheitstypischen Symptomen wie Bauchschmerzen hinzugerufen, da im Kindesalter oft die Blinddarmentzündung ein Auslöser des Symptoms sein kann.

Während junge Mädchen in urologischer Hinsicht seltener auf die Kinderchirurgie angewiesen sind, sind Hodenverlagerungen oder Behandlungen einer verengten Vorhaut bei Jungen in der Kinderchirurige ebenfalls noch relativ häufig. An dieser Stelle geht das Behandlungsspektrum in den urologischen Bereich über. Über diese häufigen Fälle hinaus sind Kinderchirurgen an fast jeder Erkrankung beteiligt, die einen Besuch oder Aufenthalt im Krankenhaus im Baby-, Kindes- oder Jugendalter rechtfertigt. In seltenen Fällen ist der Kinderchirurg bereits während der Geburt zur sofortigen Nachsorge des Neugeborenen dabei oder operiert ein ungeborenes Kind noch im Mutterleib, wenn es zu früh ist, um es auf die Welt zu holen.

Die Kinderchirurgie befasst sich hauptsächlich mit der Diagnostik, operativen und konservativen Behandlung und Nachsorge von chirurgisch relevanten Kinderkrankheiten und behandelt Menschen vom Baby- bis ins Jugendalter.

Bis der Mensch das Wachstum abgeschlossen hat, gilt er bei Diagnosen, operativer Behandlung, Vor- und Nachsorge als Fall der Kinderchirurgie, die je nach Bedarf von verschiedenen weiteren Fachärzten begleitet werden kann. Da die Kinderchirurgie anders als die Chirurgie für Erwachsene oft früher bei der Diagnosestellung zurate gezogen wird und einen größeren Anteil der Behandlung und Nachsorge übernimmt, braucht sie ein so umfangreiches Fachwissen.

Ein Fall von Krebs im Kindesalter wird beispielsweise vom Onkologen medikamentös und vom Kinderchirurgen operativ behandelt, sobald der Bedarf besteht. Er ist jedoch bereits ab dem Zeitpunkt der Entscheidung für oder gegen ein operatives Verfahren dabei und hat Kenntnis der Krankheitsgeschichte, um seine Entscheidung fundiert zu treffen.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

In der Kinderchirurgie kommen in vielen Fällen die gleichen Diagnose- und Untersuchungsverfahren wie in der Chirurgie für erwachsene Menschen zum Einsatz. Zur Feststellung entzündlicher und innerer Erkrankungen werden im ersten Schritt Blutentnahmen und Gewebeproben entnommen, teilweise muss das Gewebe operativ entnommen werden. Anhand des Vorhandenseins von Marker-Stoffen kann erkannt werden, ob etwa überhaupt eine Entzündung vorliegt und ob der Kinderchirurg in dieser Richtung weiter untersuchen muss.

Blinddarmentzündungen beispielsweise werden durch eine Kombination der Blutuntersuchung auf entzündliche Stoffe und ein Ultraschallbild diagnostiziert - das reicht, um eine operative Entfernung des Blinddarms zu veranlassen. Weniger invasiv sind Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchungen sowie Nachkontrollen mit dem Ultraschall. Zur Festigung von Verdachtsdiagnosen auf innere Erkrankungen sind diese bildgebenden Verfahren maßgebend. Weiterhin gehört eine Anamnese ebenso wie das einfache Abtasten und die Erfragung von Schmerzarten und -häufigkeit zur Kinderchirurgie - das klingt einfach, erfordert tatsächlich aber Gespür des Kinderchirurgen, da oft nicht nur das Kind allein befragt werden kann.

Auch die Beobachtung der Eltern ist wichtig und die Angaben des Kindes sind manchmal schwer zu deuten, je jünger es ist und je schlechter es sich altersbedingt selbst ausdrücken kann. Bauchweh kann bei einem sehr kleinen Kind von Übelkeit mit Erbrechen (typisch für Vergiftung) bis zu Ziehen im rechten Unterbauch (Warnzeichen bei Blinddarmentzündung) alles bedeuten.

Bei allen diagnostischen Verfahren in der Kinderchirurgie ist zu berücksichtigen, dass gerade Babys und junge Kinder noch nicht verstehen, dass diese Untersuchungen zu ihrem eigenen Wohl geschehen. Es obliegt also dem Kinderchirurgen, sie so sanft wie möglich und mit so viel Nachdruck wie nötig zu untersuchen. Im Jugendalter wird die kinderchirurgische Untersuchung bereits einfacher, da Jugendliche verstehen können, was gerade mit ihnen gemacht wird und wozu es nützt.

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Quellen

  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Kerbl, R. et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2011
  • Koletzko, B.: Kinder- und Jugendmedizin. Springer Medizin Verlag, Berlin 2007

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