Ketogene Diät

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Die Ketogene Diät ist eine Low-Carb Diät mit extrem geringer Kohlenhydratzufuhr. Im Zuge der Diät wird der Stoffwechsel so umgestellt, dass er die Energie für den Körper aus den zugeführten Fetten bereitstellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Ketogene Diät?

Die Ketogene Diät ist die extremste Form der beliebten Low Carb Diäten. Sie basiert auf einer extrem geringen Kohlenhydratzufuhr.

Gar keine Kohlenhydrate zu sich zu nehmen ist nahezu unmöglich, da selbst sehr kohlenhydratarme Lebensmittel wie diverse Gemüse, Eier oder Milchprodukte einen bestimmten Anteil an Kohlenhydraten aufweisen. Stattdessen wird die Energie während der Ketogenen Diät über reichlich Eiweiß und Fett aus der Nahrung bezogen. Der Tagesbedarf an Kalorien wird bei der Ketogenen Diät notwendigerweise dennoch etwas unterschritten, da auch diese Diät im Endeffekt nur mit einer negativen Energiebilanz funktioniert.

Der Name der Ketogenen Diät leitet sich aus dem Zustand der Ketose ab, in den der Körper bei einer solch geringen Kohlenhydratzufuhr gerät. Dieser Zustand ist vergleichbar mit dem Hungerstoffwechsel. In der Ketose werden Fette in der Leber zu Ketonkörpern umgewandelt, die der Körper als alternative Energiequelle nutzen kann. Nach dem gleichen Prinzip funktionierende Diäten unter einem anderen Namen sind die Anabole Diät oder die Atkins-Diät, die nach ihrem Erfinder benannt wurde.

Als dauerhafte Ernährungsform ist die Ketogene Diät kaum praktikabel. Kurzfristig lassen sich mit ihr jedoch gute Erfolge verzeichnen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Wie alle Diäten kann auch die Ketogene Diät nur im Kaloriendefizit funktionieren. Ihre Besonderheit, die sie gleichzeitig sehr effektiv macht, ist jedoch der sehr geringe Kohlenhydratanteil von höchstens 30 Gramm pro Tag.

An Stelle von Kohlenhydraten als primäre Energieträger wird bei dieser Ernährungsform neben Eiweiß vermehrt auf Fett gesetzt. Befürworter die Ketogenen Diät betonen, dass lediglich Fette für den Körper essentiell sind, da nur sie für die Funktion und Erneuerungsprozesse der Organe und für die Zellwände gebraucht werden.

Da Kohlenhydrate die Speicherung von Wasser im Körper bedingen, verliert der Körper in den ersten Tagen der Ketogenen Diät im Zuge des Verzichts auf Kohlenhydrate viel Gewicht in Form von Wasser. Dieser schnelle Erfolg auf der Waage hebt die Motivation, sollte jedoch noch nicht als reale Abnahme betrachtet werden.

Bei einer normalen Ernährung bezieht der Körper den Großteil seiner Energie aus den Kohlenhydraten. Ziel der Ketogenen Diät ist es, den Körper so umzustellen, dass er auf seine Fettdepots zurückgreift. Die hohe Eiweißzufuhr dient dabei zum Schutz der Muskeln, aus denen der Körper bei einem Eiweißmangel leicht zu gewinnende Energie ziehen könnte.

Die Ketogene Diät ist eine Low-Carb Diät mit extrem geringer Kohlenhydratzufuhr. Im Zuge der Diät wird der Stoffwechsel so umgestellt, dass er die Energie für den Körper aus den zugeführten Fetten und Eiweißen bereitstellt.

Wenn dem Körper über längere Zeit nicht genügend Kohlenhydrate zur Verfügung stehen, stellt sich der Stoffwechsel der Körpers um, da er gezwungen ist, auf andere Energiequellen zurückzugreifen. Bei einer ausreichenden Fettzufuhr werden aus den Fettsäuren der Nahrung Ketonkörper gebildet, die der Körper als Energieträger verwerten kann. Die Bildung der Ketonkörper läuft in der Leber ab. Sowohl das Gehirn als auch die Muskeln können mit dieser alternativen Form von Energie versorgt werden. In diesem Stadium befindet sich der Körper bereits in dem angestrebten Stoffwechselzustand, der Ketose.

Ein Schlüsselwort der Ketogenen Diät ist das Insulin. Dieses Hormon reguliert den Blutzuckerspiegel. Je mehr Glucose sich im Blut befindet, desto mehr Insulin muss der Körper ausschütten. Insulin gilt jedoch als Dickmacherhormon. Wenn die Glycogenspeicher des Körpers bereits gefüllt sind und dennoch Kohlenhydrate über den Bedarf hinaus über die Nahrung zugeführt werden, wird dieser Überschuss mit Hilfe des Insulins zu den ungeliebten Fettdepots umgewandelt: Insulin regt das Enzym Lipoproteinlipase in den Fettzellen an, welches die Speicherung von Fett im Körper begünstigt.

Bei einer sehr kohlenhydratarmen Ernährung steigt der Blutzuckerspiegel hingegen kaum an, wodurch weniger Insulin produziert werden muss. Ein weiterer Vorteil davon ist, dass ein konstant niedriger Blutzuckerspiegel Heißhungerattacken vermeidet, was die Diät erheblich erleichtern kann.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Bestimmte Personengruppen sollten aufgrund der sehr geringen Kohlenhydratzufuhr besser von der Ketogenen Diät absehen. Dazu zählen zunächst Schwangere, da die angestrebte Ketose einem Hungerzustand ähnelt und die Gefahr eines Nährstoffmangels für den Fötus zu groß ist.

Auch für viele Sportler - insbesondere Ausdauersportler - ist die Ketogene Diät weniger geeignet. Sie brauchen für eine intensive Trainingseinheit gefüllte Glycogenspeicher. Diese werden ausschließlich durch eine ausreichende Kohlenhydratzufuhr erreicht. Zwar kann der Körper einen Teil der Eiweiße und Fette zu Glucose umwandeln, doch dieser Anteil reicht nicht, um dem Körper bei intensiven Sporteinheiten genügend Energie zur Verfügung zu stellen. Die dritte Risikogruppe stellen Typ 1 Diabetiker dar, die ihre Erkrankung über die Ernährung zu kontrollieren versuchen. Hier ist die Gefahr der Ketoazidose groß. Diese Gefahr wird bei einer Behandlung mit Insulin jedoch gedämmt.

Nebenwirkungen, die bei allen Personengruppen auftreten können, sind neben psychischen Beschwerden wie Stimmungsschwankungen oder Müdigkeit auch Verstopfungen, Nierensteine oder eine Verringerung der Knochendichte. Auch ein Mangel an Mikronährstoffen kann schnell eintreten, da Obst und Gemüse in großen Mengen einen zu hohen Kohlenhydratanteil für die Ketogene Diät aufweisen. Personen, die mit generellem und anhaltendem Unwohlsein auf die Ketogene Diät reagieren, sollten sich nach einer Diätform umsehen, die besser zu ihnen passt. Die Ketogene Diät ist also nicht für jeden geeignet.

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Quellen

  • Biesalski, H.-K., et al.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kasper, H., Burghardt, W.: Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer, München 2009

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