Kehlkopfspiegel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Beim Kehlkopfspiegel, der auch als Laryngoskop bekannt ist, handelt es sich um ein einfach aufgebautes Gerät zum optischen Untersuchen des Kehlkopfes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Kehlkopfspiegel?

Er besteht aus einem kleinen, runden Spiegel und einem langen, dünnen Metallgriff. Da der eigentliche Spiegel sich in einer bestimmten Neigung zum Griff verhält, können der Kehlkopf und auch der sonstige Mund- und Rachenbereich mit einem solchen Kehlkopfspiegel ohne großen Aufwand betrachtet werden. Es bedarf zusätzlich lediglich einer Lichtquelle für eine solche Untersuchung.

Das Laryngoskop wurde bereits im Jahre 1743 erfunden und diente ursprünglich lediglich der Sichtbarmachung der Stimmlippenfunktion, beispielsweise beim Singen und Sprechen. Dies trug viel zum anatomischen Verständnis über die Stimme bei.

Formen, Arten & Typen

Der Kehlkopfspiegel ist vom Prinzip her immer gleich aufgebaut. Es handelt sich um einen kleinen Spiegel, der in einem bestimmten Winkel an einem langen Griff befestigt ist. Der Durchmesser des Spiegels kann dabei verschiedene Größen aufweisen. Ein solcher Kehlkopfspiegel ist auch für den privaten Gebrauch bereits für wenige Euro erhältlich.

Für eine indirekte Laryngoskopie können neben einem einfachen Kehlkopfspiegel auch noch weitere Instrumente für die Kehlkopfbetrachtung hinzugezogen werden. Dabei handelt es sich um Endoskope wie ein geneigtes Lupenendoskop oder ein fiberoptisches Endoskop aus flexiblem Material. Dieses eignet sich auch für Patienten mit starkem Würgereiz oder wenig beweglichem Kiefer.

Für eine direkte Betrachtung des Kehlkopfes im Rahmen einer genaueren, medizinischen Untersuchung werden andere Laryngoskope benötigt. Das sogenannte Operationslaryngoskop hingegen wird vor allem bei medizinischen Eingriffen am Kehlkopf verwendet. Es ist röhrenförmig aufgebaut, verfügt über eine integrierte Beleuchtung und ermöglicht eine optimale Sicht auf den Kehlkopf. Auch bei einer Intubation kommt ein Laryngoskop zum Einsatz. Das Intubations-Laryngoskop ist spatelförmig aufgebaut und gehört zur Standardausrüstung in jedem Operationssaal.

Aufbau & Funktionsweise

Beim Kehlkopfspiegel handelt es sich um ein einfach aufgebautes Gerät zum optischen Untersuchen des Kehlkopfes.

Bei einem üblichen Hand-Kehlkopfspiegel befindet sich der eigentliche Planspiegel in einem Winkel von etwa 45 Grad am Ende eines langen, dünnen Metallstiels. Der Spiegel ist in verschiedenen Größen erhältlich und in der Regel mit 1,5 bis 3cm Durchmesser etwa so groß wie eine Euromünze. Die Länge des meist metallenen Griffs beträgt zwischen 15 und 20 cm. Mit dieser Länge ist die optimale Position im Rachen zur Begutachtung des Kehlkopfes gut zu erreichen.

Da der Kehlkopfspiegel selbst keine Beleuchtung enthält, muss der Arzt eine Lichtquelle indirekt von außen zuführen, beispielsweise über eine Stirnlampe oder einen Stirnspiegel. Der Lichtstrahl wird dabei über den Kehlkopfspiegel auf den Kehlkopf des Patienten umgelenkt, sodass der Arzt dort etwas erkennen kann.

Ein Kehlkopfspiegel ermöglicht eine indirekte Betrachtung des Kehlkopfes, durch welche bereits einige grundständige Funktion des Kehlkopfes - beispielsweise der Schluss der Stimmlippen oder auch die Unversehrtheit nach Verletzungen - untersucht werden können. Die Betrachtung des Kehlkopfes mit einem Kehlkopfspiegel stellt jedoch die einfachste Form der Untersuchung dar. Für kompliziertere Eingriffe oder eine genauere Untersuchung existieren aufwendigere Geräte für den selben Zweck.

Wesentlich für die Funktion des Kehlkopfspiegels ist die spezielle Neigung des eigentlichen Spiegels in einem relativ großen Winkel zum Griff sowie eine der bekanntesten physikalischen Regeln der Reflexion: Der Einfallswinkel des Bildes - in diesem Fall des Kehlkopfes - entspricht dem Ausfallswinkel - in diesem Falle das, was der Arzt in dem Spiegel erkennt.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Mit Hilfe eines Kehlkopfspiegels kann der Kehlkopf betrachtet und seine Funktion sowie seine Anatomie inspiziert werden. Hierfür sind HNO-Ärzte oder - insbesondere bei starken stimmlichen Problemen sowie bei Sängern und ähnlichen Berufsgruppen, deren Potential die eigene Stimme ist - auch spezialisierte Fachärzte für Phoniatrie die richtige Anlaufstelle.

Zu den mit einem Kehlkopfspiegel untersuchten Phänomenen zählt beispielsweise die Schließung der Stimmlippen, die vor allem Sänger und ähnliche Berufsgruppen mit starker Stimmbelastung häufig überprüfen lassen wollen oder müssen. Während eine indirekte Betrachtung des Kehlkopfes, beispielsweise durch den Kehlkopfspiegel, ohne Narkose erfolgt, wird der Patient bei einer direkten Betrachtung des Kehlkopfes mit aufwendigeren Geräten immer narkotisiert.

Gründe für eine Kehlkopfspiegelung sind Symptome, die auf eine funktionelle oder anatomische Störung des Kehlkopfes schließen lassen. Dazu zählen allgemeine Sprech- und Schluckbeschwerden, lang anhaltende Heiserkeit oder Reizhusten sowie störende Geräusche wie ein leises Pfeifen beim Atmen.

Sänger haben häufig Angst vor Knötchen auf den Stimmbändern. Bei Rauchern hingegen kann eine Kehlkopfspiegelung besonders sinnvoll sein, um Kehlkopfkrebs möglichst frühzeitig erkennen und dementsprechend therapieren zu können. Auch bei Verletzungen im Bereich des Kehlkopfes muss dieser genau inspiziert werden.

Nicht nur HNO-Ärzte, sondern auch Notärzte werden immer einen Kehlkopfspiegel dabei haben, da er auch im Falle einer Intubation benötigt wird. Aus dem gleichen Grund gehört ein Laryngoskop zu den alltäglichen Instrumenten im Operationssaal.

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