Kavernom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 8. November 2016
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Bei einem Kavernom handelt es sich um die Missbildung eines Gefäßes. Der medizinische Fachbegriff lautet Haemangioma cavernosum. Grundsätzlich stellt ein Kavernom ein sogenanntes Hämangiom dar. Die Missbildung von Gefäßen ist prinzipiell in sämtlichen Arten von Geweben möglich. Von Bedeutung für die Medizin sind in erster Linie solche Kavernome, die das Zentralnervensystem des menschlichen Organismus betreffen. Zum zentralen Nervensystem zählen vor allem das Rückenmark sowie das Hirn.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kavernom?

Prinzipiell sind die Missbildungen von Gefäßen in der Regel gutartig. Im Hinblick auf die Häufigkeit des Vorkommens von Kavernomen in der Bevölkerung sind jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keine gesicherten Aussagen möglich. Der Grund dafür ist, dass bisher keine ausreichenden epidemiologischen Erhebungen durchgeführt wurden, um die Häufigkeit von Kavernomen zu untersuchen.

Allerdings weisen die Ergebnisse von Autopsien darauf hin, dass entsprechende Missbildungen der Gefäße im Zentralnervensystem bei circa 0,3 bis einem Prozent aller Fälle zu finden sind. Die auffindbaren Kavernome zeigen jedoch in der Regel keinerlei Symptome und bleiben aus diesem Grund in vielen Fällen vollkommen unbemerkt. Häufig werden die Missbildungen an den Gefäßen lediglich durch Zufall entdeckt und diagnostiziert, etwa im Rahmen anderer klinischer Untersuchungen.

Kavernome sind unter anderem mit der Magnetresonanztomographie nachweisbar und werden bei der Durchführung oft zufällig gefunden. Im überwiegenden Teil der Fälle wird in zwei Arten von Kavernomen unterschieden, nämlich in die zerebralen Kavernome und solche, die sich im Rückenmark befinden. Letztere werden auch als spinale Kavernome bezeichnet.

Bei zerebralen Kavernomen handelt es sich in der Regel um benigne arteriovenöse Missbildungen der Gefäße, die das Hirn betreffen. Nur circa 50 Prozent aller Kavernome sind aus klinischer Sicht auffällig. Die zerebralen Kavernome zeichnen sich dadurch aus, dass sie als spezielle Kapillargefäße in Erscheinung treten. Diese Gefäße liegen nah beieinander und sind in einem Cluster angeordnet.

Zudem zeigen sich keine sichtbaren Gefäße zur Versorgung der Kapillaren. Derartig erweiterte Kapillargefäße werden in der Medizin in einigen Fällen auch Kavernen genannt. Die Missbildung der Kapillargefäße wird von einem speziellen Bindegewebe umschlossen. Im Inneren dieses Gewebes befindet sich keinerlei Nervengewebe.

Ursachen

Die Ursachen für die Bildung von Kavernomen sind dem derzeitigen medizinischen Forschungsstand zufolge überwiegend ungeklärt. Aus histologischer Sicht zeichnen sich die abnormalen Gefäße durch dünne Wände aus, die fibrosiert sind. Anders als bei arteriovenösen Missbildungen ist keine Unterscheidung in venöse oder arterielle Kavernome möglich.

Im Bereich von Kavernomen zeigen sich in zahlreichen Fällen Ablagerungen von Stoffen, die beim Abbau von Blut entstehen. Diese Substanzen werden auch als Hämosiderine bezeichnet. Die dienen als Nachweis für Einblutungen, die vor längerer Zeit erfolgt sind. Im überwiegenden Teil der Fälle sind genetische Ursachen für die Bildung von Kavernomen nicht nachweisbar.

Jedoch zeigen sich bei einigen Patienten, die unter den Missbildungen an den Gefäßen leiden, Mutationen auf den entsprechenden Genen. Auch die Gründe für die Bildung von Kavernomen im Hirn sind bis zur heutigen Zeit noch nicht bekannt. Vermutet wird jedoch, dass die Missbildungen zu einem gewissen Anteil genetisch bedingt sind. Dabei werden sie autosomal-dominant weitergeben.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Kavernome gehen mit einer Reihe von typischen Symptomen und Beschwerden einher, die die Diagnose erleichtern. So sind durch die Missbildungen an den Gefäßen zum Beispiel epileptische Anfälle möglich. Mitunter kommt es auch zu neurologischen Ausfallserscheinungen, etwa Störungen der Sinne oder Lähmungen.

Eine gefährliche Komplikation stellt die Hirnblutung dar. Jedoch liegen keine gesicherten Daten für die Wahrscheinlichkeit von Blutungen vor. Es wird geschätzt, dass Hirnblutungen in 0,5 bis 10 Prozent der Fälle auftreten. Grundsätzlich hängen die individuellen Symptome eines Kavernoms in erster Linie von der exakten Lokalisation ab.

Dabei werden sie am häufigsten aufgrund epileptischer Anfälle entdeckt. Weitere mögliche Symptome sind beispielsweise Dysästhesien oder Paresen. Circa 80 Prozent aller Kavernome des zentralen Nervensystems befinden sich in einer Großhirnhemipshäre. Lediglich 15 Prozent entstehen im Hirnstamm oder Kleinhirn.

Fünf Prozent der Kavernome bilden sich im Mark des Rückens. Dabei ist zu beachten, dass circa die Hälfte aller Kavernome, die im Gehirn auftreten, keine Symptome zeigt. Diese Missbildungen der Gefäße werden in zahlreichen Fällen nur zufällig entdeckt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Prinzipiell lassen sich Kavernome mittels verschiedener untersuchungstechnischer Verfahren diagnostizieren. In der Regel spielen dabei bildgebende Methoden die wichtigste Rolle. Möglich sind zum Beispiel eine Magnetresonanztomografie oder eine Computertomographie. Da zahlreiche Kavernome jedoch keine Symptome verursachen, werden sie in vielen Fällen im Rahmen von anderen Untersuchungen zufällig gefunden.

Behandlung & Therapie

Die Art der Behandlung von Kavernomen richtet sich in erster Linie nach deren Lokalisation. Löst das Kavernom Blutungen oder epileptische Anfälle aus, werden die Missbildungen an den Gefäßen oft im Rahmen eines operativen Eingriffs entfernt.

Bleiben Kavernome ohne Symptome und werden eher zufällig entdeckt, wird mit einem chirurgischen Eingriff häufig gewartet. Symptomatische Gefäßmissbildungen werden in den meisten Fällen mittels Operation entfernt, wenn sie gut zugänglich sind. Befinden sich die Kavernome im Gehirn und sind asymptomatisch, wird oftmals abgewartet.




Vorbeugung

Derzeit sind keine Maßnahmen zur Vorbeugung von Kavernomen bekannt, da ihre Ursachen unklar sind.

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