Katzenkratzkrankheit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Bei der Katzenkratzkrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird, gelangt der Erreger vorwiegend über Kratzverletzungen der Katzen in den menschlichen Organismus. Die Katzen selber erkranken entweder gar nicht oder nur leicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Katzenkratzkrankheit?

Bei der Katzenkratzkrankheit handelt es sich um eine häufig vorkommende Infektionskrankheit, bei der die lokalen Lymphknoten entzündet sind. Auch Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen können hinzukommen. Die Katzenkratzkrankheit, die durch Kratz- oder Beißwunden von den infizierten Katzen auf die Menschen übertragen wird, ist meist ungefährlich. Zu den Erregern gehören die Bakterien Bartonella henselae und Bartonella clarridgeiae.

Es wird vermutet, dass sich die Katze auch über den Flohbefall anstecken kann, wobei die Annahme allerdings nicht bewiesen ist. Laut Untersuchungen trägt etwa jede zehnte Katze die Bakterien in sich. Von Mensch zu Mensch wird die Krankheit nicht übertragen, sondern nur von Katze zu Mensch. Vor allem Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr sind von der Katzenkratzkrankheit stärker und häufiger betroffen.

Ursachen

Grundsätzlich kann die Katzenkratzkrankheit jeden Menschen treffen, allerdings sind Katzenbesitzer aufgrund des Übertragungsweges besonders gefährdet. Da insbesondere junge Tiere ansteckend sind, kommt die Katzenkratzkrankheit vermehrt in Haushalten vor, in denen sich sehr junge Katzen befinden, doch auch durch ältere Tiere kann die Krankheit übertragen werden. Die meisten von der Katzenkrankheit betroffenen Menschen sind bis zu 21 Jahre alt oder noch im Kindesalter.

Der Grund hierfür ist, dass Kinder oftmals einen innigen Kontakt zum Haustier haben und auf der anderen Seite noch über kein voll ausgereiftes Immunsystem verfügen. Doch auch erwachsene Menschen mit einem geschwächten Immunsystem erkranken häufiger an der Katzenkratzkrankheit. Sie zeigen zudem oftmals einen schwereren Verlauf. Der Erreger erreicht über verschiedene Wege die Krallen einer Katze: Wenn das Tier seine Pfoten leckt, gelangen die Bakterien, welche im Speichel und Blut enthalten sind, an die Krallen.

Eine weitere Möglichkeit ist, wenn sich Flöhe niederlassen und das Blut der Katze saugen. Mit dem Kot der Flöhe werden sie ausgeschieden und befinden sich im Fell. Da die Einstichstelle juckt, kratzt sich die Katze und der Kot der Flöhe gelangt unter die Krallen. Wenn die Katze eine Hautstelle des Menschen beleckt, die zuvor gekratzt wurde oder vorgeschädigt ist, kann der Erreger übertragen werden. Da der Floh auch Menschen beißt, ist zudem eine direkte Übertragung möglich, was allerdings weitaus seltener der Fall ist.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die anfänglichen Symptome der Katzenkratzkrankheit können sich schon nach zwei bis drei Tagen bemerkbar machen, jedoch ist es auch möglich, dass dies zwei Monate dauert. Daher wird der Katzenbiss nach solch einer langen Zeit oftmals nicht mehr als Auslöser vermutet. Zu den möglichen Symptomen gehören eine Kratz- oder Bisswunden der Katze, auch wenn diese vielleicht bereits abgeheilt sind.

Auch rote Pusteln oder Papeln im Bereich der Wunde sowie geschwollene und entzündete, zum Teil schmerzhafte Lymphknoten an den Achseln oder am Hals sind Anzeichen einer Erkrankung. Eventuelle Begleiterscheinungen können grippeähnliche Symptome sein, beispielsweise Fieber, Kopf-, Glieder-, Hals- und Bauchschmerzen,Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen.

Bei einer schlechten Gesundheit oder einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise im Rahmen einer HIV-Infektion oder AIDS-Erkrankung, kann aus der normalerweise ungefährlichen Katzenkratzkrankheit eine Blutvergiftung, Hirnhaut- oder Herzklappenentzündung resultieren. Bei gesundheitlich angeschlagenen Menschen oder Grunderkrankungen ist daher Vorsicht geboten.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Da die Symptome der Katzenkratzkrankheit häufig sehr unterschiedlich sind und ebenso bei anderen Krankheiten auftreten können, muss der Mediziner die Entwicklung der Erkrankung wissen. Auch entscheidend ist natürlich die Frage, ob sich im Haushalt Katzen befinden. Weiterhin erfolgt eine Blutuntersuchung. Wenn der Körper mit dem Erreger in Kontakt gekommen ist, bildet er gegen das Bakterium spezifische Antikörper, die im Blut nachgewiesen werden können.

Mittels einer Blutprobe kann der Erreger auch angezüchtet werden, was einige Wochen dauert. Anschließend ist ein eindeutiges Ergebnis möglich. Bei einer erschwerten Diagnosestellung kann zudem aus einem geschwollenen Lymphknoten Gewebe entnommen werden, um die Krankheit sicher zu ermitteln. Meist verläuft die Katzenkratzkrankheit harmlos.

Nur selten treten Komplikationen auf, wenn die Bakterien zum Beispiel das Herz, die Knochen oder Lunge befallen und hier Entzündungen verursachen. Wenn sich die Erreger zu stark im Blut vermehren, kann dies zur Blutvergiftung und Blutarmut führen, was lebensgefährlich ist und auf einer Intensivstation des Krankenhauses behandelt werden muss.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei der Katzenkratzkrankheit erst zu einer sehr späten Diagnose. Diese Krankheit kann die ersten Symptome auch erst nach einigen Monaten zeigen, sodass es in den meisten Fällen auch zu einer verspäteten Behandlung kommt. In der Regel leiden die Betroffenen vor allem an Schmerzen, die durch den Biss oder das Kratzen der Katze entstanden sind.

Auf dem Körper bilden sich Papeln und Pusteln aus. Die betroffenen Regionen können dabei anschwellen und Schmerzen. Nicht selten leiden die Betroffenen weiterhin an Fieber und an einer Abgeschlagenheit. Es treten auch Symptome auf, die einer gewöhnlichen Grippe ähneln. Im schlimmsten Fall kommt es allerdings zu einer Blutvergiftung und damit zu Entzündungen am Herzen oder am Gehirn. Die Patienten leiden dabei auch an Übelkeit, Erbrechen und an Schüttelfrost.

Der Alltag des Betroffenen wird eingeschränkt und es kommt zu einer Verringerung der Belastbarkeit. Die Behandlung der Katzenkratzkrankheit erfolgt mit Hilfe von Antibiotika. Dabei kommt es nicht zu weiteren Komplikationen. Diese können allerdings dann auftreten, wenn der Patient schon an einem geschwächten Immunsystem leidet. Dabei kann auch die Lebenserwartung gegebenenfalls verringert werden.

Behandlung & Therapie

Da die Katzenkratzkrankheit eine bakterielle Infektion ist, kann diese bei einem komplizierten oder schweren Verlauf mit einem Antibiotikum gut behandelt werden. Dieses wird meist vier Wochen lang eingenommen. Wird die Erkrankung von grippeähnlichen Symptomen begleitet, können zusätzlich fiebersenkende Medikamente oder Schmerzmittel verschrieben werden.

Bei Menschen mit einem starken Immunsystem und ohne eine Krankheitshistorie sind jedoch in der Regel keine Medikamente notwendig, denn die Symptome treten bei diesen Personen nur leicht auf und klingen von selber wieder ab.

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Vorbeugung

Als Vorbeugung gilt, nach Verletzungen durch Katzen die Wunden stets gut zu reinigen und zu desinfizieren. Nach dem Kontakt ist es empfehlenswert, die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen. Die Katzen sollten zudem regelmäßig zuverlässig von Flöhen befreit werden. Eine Impfung ist derzeit nicht verfügbar. Bei einer akuten Grunderkrankung kann es sinnvoll sein, die Katze möglichst vorübergehend abzugeben.

Das können Sie selbst tun

Die Katzenkrankheit ist eine bakterielle Infektion, die Symptome aufweist, die denen einer leichten Grippe nicht unähnlich sind. Bei gesunden Erwachsenen mit intaktem Immunsystem ist in der Regel keine ärztliche Behandlung erforderlich. Meist ist den Betroffenen gar nicht bewusst, dass sie sich nicht einfach erkältet haben. Auch wer von einer Katze verletzt wurde und befürchtet, sich mit der Katzenkrankheit infiziert zu haben, kann zunächst einmal abwarten. Minderschwere Begleiterscheinungen wie Kopf- und Gliederschmerzen oder leichtes Fieber können ohne Bedenken auch mit freiverkäuflichen Medikamenten behandelt werden. Ein Arzt sollte aber immer dann konsultiert werden, wenn die Symptome schlimmer werden, insbesondere wenn sich hohes Fieber einstellt oder die Kratz- oder Bisswunde sich entzündet.

Auch bei Kindern und Senioren ist Vorsicht geboten, da das Immunsystem dieser Personengruppen noch nicht bzw. nicht mehr voll funktionstüchtig ist. Lebt eine Katze im Haus und zeigen diese Personen Anzeichen der Katzenkrankheit, sollte nicht mit Selbsthilfemaßnahmen experimentiert, sondern gleich ein Arzt zugezogen werden. Gleiches gilt für Personen, deren Immunsystem aufgrund einer Krankheit geschwächt ist.

Die Krankheitserreger finden sich auch auch im Speichel der Katze. Um das Ansteckungsrisiko zu senken, sollten Kinder lernen, dass sie krank werden können, wenn sie dem Haustier erlauben, aufgeschlagene Knie oder andere kleine Verletzungen zu lecken.

Bücher über Katzenkratzkrankheit & Lymphknotenschwellung

Quellen

  • Gesenhues, S., Zisché, R.H., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012

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