Kammerwasserdruck

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 23. Januar 2017
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Der Kammerwasserdruck des Auges ermöglicht ein beschwerdefreies und optimales Sehen. Ist etwas in dem sensiblen Zusammenspiel gestört, kann es jedoch zu gravierenden Sehstörungen kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Kammerwasserdruck?

Das Kammerwasser ist eine klare, nährstoffhaltige Flüssigkeit in der vorderen und hinteren Augenkammer. Kammerwasser hat eine ähnliche Beschaffenheit wie Blutserum, enthält aber weniger Protein und kein Bilirubin. Zu rund 98 Prozent besteht es aus Wasser, in dem hauptsächlich Aminosäuren, Ascorbinsäure, Elektrolyte, Milchsäure und Immunglobulin G gelöst sind. Weiterhin kommen Spuren von Wasserstoffperoxid vor.

Ein menschliches Auge bildet etwa drei bis neun Milliliter Kammerwasser an einem Tag. Diese Produktion ist nachts etwas gedrosselt. Vergleichsweise hat der Augapfel ein Volumen von rund 6,5 Millilitern.

Das Kammerwasser entsteht fortlaufend aus der Kohlensäure des Blutes im Ziliarkörper (Strahlenkörper) an der mittleren Augenhaut und wird von dort in die hintere Augenkammer abgegeben. Durch eine winzige Lücke zwischen der Linse und der Iris (Regenbogenhaut) gelangt es schließlich auch in die vordere Augenkammer.

Der Großteil des Kammerwassers fließt über den Kammerwinkel und den Schlemmschen Kanal durch die Venen der Bindehaut wieder in die Blutbahnen.

Funktion & Aufgabe

Mit dem beschriebenen Kreislauf versorgt das Kammerwasser die Linse und die innerste Schicht der Hornhaut mit Nährstoffen. Außerdem hat es mit seinem Gehalt an Immunstoffen und der ständigen Zirkulation die Aufgabe, Krankheitserreger und Toxine aus dem Augeninnern zu verbannen.

Die Produktion und der später folgende Abfluss des Kammerwassers sind in einem normal funktionierenden Auge immer ausgeglichen. Beide Augenkammern sind in diesem Fall jederzeit mit Kammerwasser gefüllt. Damit werden auch die Form des Auges und die Wölbung der Hornhaut stabilisiert.

Sobald der Abfluss jedoch behindert ist oder mehr Kammerwasser entstanden ist, als abfließen kann, steigt der Innendruck in den Augenkammern sowie auch im Glaskörper. Dieser mit einer gelartigen Substanz gefüllte Raum zwischen Linse und Netzhaut lastet bei einem erhöhten Druck auf dem Kopf des Sehnerven. Dies ist ein äußerst feinnerviger und empfindlicher Bereich des Auges. Aufgrund des gestiegenen Augeninnendrucks können die sehr sensiblen Fasern des Sehnervenkopfes gequetscht werden.

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Krankheiten & Beschwerden

Beginnen die Sehnerv-Fasern abzusterben, bildet sich ein Glaukom (Grüner Star). Es kommt zu einem eingeschränkten Gesichtsfeld des Betroffenen. Dieser Prozess verläuft langsam und fällt zunächst nicht weiter auf. Zu Beginn des Glaukoms betreffen die Einschränkungen außerdem auch nur den Rand des Gesichtsfeldes. Bleibt jedoch die Druckbelastung hoch, engt sich das Gesichtsfeld nach und nach weiter ein. Schließlich betreffen die Einschränkungen dann das Zentrum des Gesichtsfeldes, wobei im Normalfall keinerlei Schmerzen dabei auftreten.

So kann ein Grüner Star unbehandelt zum Verlust des Sehvermögens führen. Es wird geschätzt, dass in Deutschland pro Jahr etwa 2000 Menschen am Grünen Star erblinden.

Eine rechtzeitige Konsultation des Augenarztes zur wirksamen Behandlung eines entstehenden Glaukoms ist unbedingt zu empfehlen. Er wird mit einfachen Mitteln den Augendruck messen, um das Ausmaß einer möglichen Glaukomerkrankung festzustellen.

Der Kammerwasserdruck des Auges ermöglicht ein beschwerdefreies und optimales Sehen.

Der unbedenkliche Augeninnendruck bewegt sich je nach Lebensalter in einer Größenordnung von 10 bis 30 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule, früher Torr). Ein mmHg ist laut Definition der statische Druck, den eine Quecksilbersäule von einem Millimeter Höhe ausübt. Ein gesunder Erwachsener im mittleren Alter hat einen Augeninnendruck von etwa 21 mmHg. Bei älteren Menschen steigt der Innendruck des Auges häufig etwas an.

Liegt ein schwerer Fall des Glaukoms vor, erreicht der Druck bis zu 70 mmHg. Dieses gravierende Ereignis geht mit Kopf- und Augenschmerzen sowie oft auch Übelkeit und Erbrechen einher. Der Patient leidet plötzlich unter einer starken Lichtempfindlichkeit und das betroffene Auge fühlt sich sehr starr an.

Bei diesem Notfall ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig. Eine gewisse Zeit vermag das Auge einen leicht erhöhten Druck auszuhalten. Medizinisch wird diese Eigenschaft als Tensionstoleranz bezeichnet. Bei einem deutlich gestiegenen Druck über längere Zeit besteht jedoch das Risiko einer dauerhaften Verletzung des Sehapparates.

Der Kammerwasserdruck-Wert kann bei einer verminderten Bildung von Kammerwasser entsprechend auch zu niedrig sein. Die Gefahren liegen dann in einer drohenden Netzhautablösung, die zur Erblindung führen kann. Denn nur wenn der Augeninnendruck im richtigen Bereich liegt, kann er die Netzhaut in ihrer vorgesehenen Position fixieren.

Ein rechtzeitig erkannter zu hoher Augendruck kann zunächst mit speziellen Augentropfen oder anderen Medikamenten gesenkt werden, mit denen die Bildung von Kammerwasser reduziert wird.

Um den erschwerten Abfluss des Kammerwassers vorrangig bei älteren Menschen wieder zu verbessern, reicht oft auch schon ein kleiner operativer Eingriff aus, mit dem das sogenannte Trabekelmaschenwerk im Kammerwinkel durchschnitten wird. Es kann mit der Zeit steif werden und somit den Abfluss des Kammerwassers blockieren.

Einen größeren Eingriff bedeutet die sogenannte Trabekulektomie. Dabei wird die Bindehaut großflächig aufgeschnitten und ein künstlicher Abfluss für das Kammerwasser geschaffen. Diese Operation erfordert allerdings eine sehr aufwendige Nachbehandlung.

Verfahren wie die Laserbehandlung des Kammerwinkels oder die Verödung des Ziliarkörpers kommen nur für Patienten mit weit fortgeschrittener Erkrankung in Frage.

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