Körpergefühl

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Januar 2017
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Ein positives Körpergefühl ist das vertraute, angenehme Gefühl im Umgang mit dem eigenen Körper. Es ist eine wichtige Voraussetzung für starkes Selbstbewusstsein und entwickelt sich schon in der frühen Kindheit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Körpergefühl?

Ein positives Körpergefühl bedeutet, sich in seiner eigenen Haut wohlzufühlen. Die Entwicklung eines guten Körperempfindens fängt schon beim Säugling an. Je häufiger die körperliche Nähe zum Baby gesucht und das entstehende Wohlgefühl bestätigt wird, desto besser ist dies für die Entwicklung des Kindes.

Körperkontakt in Form von Schmusen und Kuscheln ist hier besonders wichtig, wobei auch Grenzen gewahrt werden müssen. Springen, Laufen, Klettern, Herumtollen, Sport und Bewegung jeglicher Art sind Motoren für ein gesundes Körpergefühl.

Menschen mit schlechtem Körpergefühl stehen ihrem Körper extrem kritisch gegenüber und akzeptieren ihn kaum. Die positive, liebevolle Beziehung zum eigenen Körper wird in der frühen Kindheit aufgebaut und ist unabhängig von Faktoren wie Schönheit, Fitness, Gesundheit und Alter.

Im Idealfall entwickeln Kinder spielerisch ein gutes Körpergefühl. Vergleiche sind Gift für das Selbstbewusstsein und torpedieren die gesunde Entwicklung voller Akzeptanz.

Funktion & Aufgabe

Unser Körper macht das Erleben der Welt erst möglich. Wer seinem Kind dies vermitteln kann, stärkt es und trägt zu dessen gutem Körpergefühl bei. Liebevolle Umarmungen, Schmusen und Zärtlichkeit sind elementar für einen guten Bezug zu sich selbst.

Das Körperempfinden ist für das momentane Gefühl des Kindes bedeutsam, aber auch fürs spätere Selbstbewusstsein. Es ist auch der Grundstein für lustvoll erlebte Sexualität im Erwachsenenalter.

Kinder, die ihren Körper schon früh als schützenswert und liebenswert kennengelernt haben, sind gegenüber seelischem und körperlichem Missbrauch sowie Süchten weniger gefährdet. Sie können genau differenzieren, welche Berührung angenehm und welche unangenehm ist und sie können ihre eigenen Gefühle zum Ausdruck bringen.

Menschen mit gutem Körpergefühl haben die Erfahrung gemacht, dass das soziale Umfeld auf ihre Wünsche und Gefühle Rücksicht nimmt. Diese Erfahrung ist die Voraussetzung für seelische und körperliche Selbstsicherheit. Damit Kinder ein gutes Körpergefühl entwickeln, sollten Eltern die Körperwahrnehmungen des Kindes ansprechen.

Ein positives Körpergefühl bedeutet, sich in seiner eigenen Haut wohlzufühlen. Die Entwicklung eines guten Körperempfindens fängt schon beim Säugling an.

Werden diese akzeptiert und nicht verleugnet, unterstützt das eine gesunde Entwicklung. Werden die Gefühle des Kindes auf Dauer ignoriert oder negiert, setzt sich in ihm der Eindruck fest, es sei "nicht richtig". Die Gefahr besteht, dass das Kind den Kontakt zu seinen Gefühlen völlig verliert.

Je häufiger ein Kind motiviert wird, Neues auszuprobieren, desto sicherer beherrscht es seinen Körper und desto selbstverständlicher werden die damit einhergehen, facettenreichen Gefühle.

Aufgrund eigener negativer Erfahrungen versuchen Eltern oft, die vielen Körperwahrnehmungen ihrer Kinder zu ignorieren, sie kleinzureden oder negativ zu bewerten. Auch die Wut ihrer Kinder zu akzeptieren, fällt Eltern oft schwer, weil sie Angst vor dieser oder einem wütenden Kind haben. Dennoch sollten sie auch negative Gefühle nicht als unangemessen darstellen.

Zur Ausbildung seines Selbstbewusstseins muss das Kind erfahren, dass es durchaus berechtigte Forderungen hat, die nicht immer mit dem Wünschen der Eltern übereinstimmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kinder generell ihre Forderungen durchsetzen müssen.

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Krankheiten & Beschwerden

Ist das Körpergefühl schwach ausgeprägt, kommt es zu Störungen in vielen Bereichen. Während ein Kind mit gutem Selbstwert in der Lage ist, ausnutzendes, demütigendes oder missbräuchliches Verhalten zurückzuweisen, gelingt das einem Kind mit wenig Körpergefühl kaum.

Kinder interessieren sich für ihre körperlichen Veränderungen, insbesondere, wenn sie mit Bewunderung darauf hingewiesen werden. Sie freuen sich und sind stolz, wenn Bekannte beispielsweise feststellen, dass sie größer geworden sind. Der Ansporn erzeugt Akzeptanz.

Das Körpergefühl entwickelt sich aus der Bilanz aus bejahenden, akzeptierenden, aber auch erschreckenden und enttäuschenden Erfahrungen. Irgendwann einmal beginnt das Kind, sich mit anderen zu vergleichen. Erhielt es vorher überwiegend positive Rückmeldungen, kann es sich größtenteils wertschätzen. War das nicht der Fall, kommt es zu großen Einschnitten im Selbstwertgefühl.

Missbrauch findet in vielen Formen statt. Die überlegene Person nutzt das Vertrauen, die Abhängigkeit, Angst und Unwissenheit der unterlegenen Person aus. Auch seelischer Missbrauch hat viele Facetten und beginnt häufig sogar direkt nach der Geburt. Ist das Kind nicht gewollt, wird es als Störfaktor empfunden. Eltern ungewollter Kinder lassen das Kind häufig alleine, sind gleichgültig, bestrafen es mit Liebesentzug, werten es ab, erniedrigen es, verspotten es oder sperren es ein. Auf diese Weise wird das Selbstwertgefühl zerstört.

Menschen, die schon früh seelischen Missbrauch erleiden mussten, erkranken häufig an einer Borderline-Störung und tragen das Schuldgefühl, es nicht besser verdient zu haben, oft ein Leben lang mit sich herum.

Auch Suchterkrankungen wie Alkoholismus oder Essstörungen entwickeln sich häufig aus frühem seelischem Kindesmissbrauch. Sexueller und körperlicher Missbrauch in Form von Schlägen oder körperlicher Kraftanwendung gegenüber dem Kind löst schwere Traumata mit verheerenden Auswirkungen auf die Gesundheit aus.

Die Bandbreite körperlicher und seelischer Symptome infolge von Missbrauch ist enorm. Es treten psychosomatische Beschwerden wie Sprachstörungen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Albträume, Hauterkrankungen, Allergien, Unterleibsschmerzen, Panikattacken, ein gestörtes Körpergefühl bis hin zu Neurosen, Persönlichkeitsstörungen und suizidales Verhalten auf.

Bewegen sich Kinder nicht in ausreichendem Maße, lernen sie ihren Körper nicht umfangreich kennen. Die Folge können ein schlechtes Gleichgewicht, eine krumme Körperhaltung und insgesamt ein geringes Empfinden für den eigenen Körper sein. Das Hineinhorchen in die Bedürfnisse des Körpers und die Fähigkeit ihn zu steuern fällt diesen Menschen schwer. So kann zB die Koordination und die Rhythmisierungsfähigkeit schlecht ausgeprägt sein. Letztlich kann dies auch zu starken Haltungsschäden führen.

Leichtere Erkrankungen wie Lese- und Rechtschreibschwäche sowie Hyperaktivität lassen sich mit Wahrnehmungsübungen zur Verbesserung des Körpergefühls erfolgreich behandeln.

Traumata infolge von seelischem oder körperlichem Missbrauch bedürfen einer längeren Psychotherapie und Geduld seitens des Patienten, denn es muss immer mit Rückschlägen gerechnet werden.

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