Körperflüssigkeiten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
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Als Körperflüssigkeit werden alle flüssigen Bestandteile des Körpers bezeichnet. Darunter fallen Blut, Speichel oder Urin, aber auch Körperflüssigkeiten wie Eiter oder Wundwasser, die nur unter besonderen Umständen produziert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Körperflüssigkeiten?

Körperflüssigkeit ist eine allgemeine Bezeichnung für alle Arten von Flüssigkeit, die direkt vom Körper produziert werden und in ihm eine eigene Funktion haben. Einige Körperflüssigkeiten wie Blut oder Spermienflüssigkeit sind immer vorhanden und werden ein Leben lang oder zumindest für viele Jahre produziert.

Bei anderen Körperflüssigkeiten löst ein Ereignis die Produktion aus, so wie bei Wundflüssigkeit. Körperflüssigkeiten sind per se nicht krankhaft, auch wenn sich anhand verschiedener Flüssigkeiten Erkrankungen feststellen lassen. Die meisten Körperflüssigkeiten sind von Natur aus dazu gedacht, Stoffe im Körper zu transportieren und reinigende Funktionen zu übernehmen. Sie bestehen deswegen immer aus mehreren Bestandteilen, die innerhalb der jeweiligen Körperflüssigkeit eine eigene Funktion haben.

Anatomie & Aufbau

Eine Körperflüssigkeit besteht zunächst in großen Teilen aus reinem Wasser. Damit genug Körperflüssigkeit vorhanden sein kann, muss der Mensch daher darauf achten, jederzeit genug zu trinken. In der Körperflüssigkeit befinden sich je nach Funktion teils gelöste Stoffe, die innerhalb des Körpers transportiert werden sollen, sowie die körpereigenem Zellen, die die Funktion der Körperflüssigkeit ermöglichen.

Beim Blut sind das beispielsweise die verschiedenen Blutzellen wie rote und weiße Blutkörperchen sowie weitere Stoffe wie Fibrin. Anders ist das bei Körperflüssigkeiten, die nur unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt auftreten. Beim Wundwasser beispielsweise handelt es sich um eine Spülung des Körpers, sodass in der Körperflüssigkeit höchstens Krankheitskeime, Blutreste und andere Stoffe enthalten sind, die sich nicht in der Wunde befinden dürfen. Das Wundwasser hat für den Körper nur die Bedeutung, diese Stoffe nach außen zu befördern, dafür eignet sich eine Flüssigkeit am besten.

Körperflüssigkeiten, die nur zeitweise gebraucht werden, sind im Regelfall sehr einfach gehalten. Andere Körperflüssigkeiten wie Blut, das gleichzeitig als Organ gezählt werden kann, die dauerhaft eine lebenswichtige Funktion innehaben, sind wesentlich komplexer und bestehen aus vielen verschiedenen Bestandteilen mit eigenen Funktionen und Aufgaben.

Funktion & Aufgaben

Eine der Hauptaufgaben von Körperflüssigkeiten ist der Transport von Stoffen zwischen den Organen. Im Falle des Blutes handelt es sich um gelöste Stoffe, die vorher vom Körper verarbeitet und durchs Blut an die richtige Stelle befördert werden. Auch der Sauerstofftransport geschieht zum Teil über das Blut.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist nicht nur der Transport wertvoller Stoffe an die richtige Stelle, sondern auch der Abtransport von Abfallstoffen. Geeignete Organe können diese dann in Form anderer Körperflüssigkeiten ausscheiden. Die ständige Erneuerung ihrer Bestandteile ist für Körperflüssigkeiten ebenfalls eine zentrale Aufgabe, wenn sie dauerhaft im Körper eine Funktion ausüben.

Reinigung einzelner Organe oder Wunden kann je nach Art der Körperflüssigkeit eine weitere wichtige Aufgabe sein. Permanente Körperflüssigkeiten übernehmen diese Aufgabe durch den Abtransport von Abfallstoffen. Bei Körperflüssigkeiten, die nur unter bestimmten Umständen gebildet werden, ist das oft ihre einzige Aufgabe. Sie entstehen nur, solange sie gebraucht werden, danach stellt der Körper die Produktion wieder ein. Diese Körperflüssigkeiten schützen den Körper nach Bedarf vor Krankheiten und unterstützen Heilungsprozesse.

Eine Sonderform ist das Fruchtwasser, das zur Speicherung der Stoffwechselendprodukte des ungeborenen Babys und zu dessen Schutz gedacht ist. Auch diese Körperflüssigkeit entsteht nur nach Bedarf während der Schwangerschaft und wird danach bei Blasensprung und Geburt vollständig vom Körper ausgeschieden. Genau wie die Spermienflüssigkeit beim Mann kommt es natürlich nur bei der Frau vor und ist somit eine geschlechtsabhängige Form der Körperflüssigkeit.

Krankheiten

Erkrankungen im Zusammenhang mit Körperflüssigkeit treten vor allem bei Flüssigkeiten auf, die gleichzeitig ein Organ sind. Beim Blut beispielsweise reicht die Spanne der möglichen Erkrankungen von Krebs über Fehlfunktionen der einzelnen Blutzellen bis hin zu angeborenen Erbkrankheiten wie der Bluterkrankheit. Je mehr Bestandteile eine Körperflüssigkeit hat, desto mehr Erkrankungen können auftreten.

Typischerweise betreffen sie nicht die Körperflüssigkeit selbst, sondern die körpereigenen Zellen, die sich in dieser befinden und von denen die Funktion der Körperflüssigkeit abhängt. Während das Blut aufgrund seiner hohen Komplexität recht viele eigene Erkrankungen entwickeln kann, kommen bei anderen Körperflüssigkeiten nur wenige Möglichkeiten in Betracht. Bei Spermienflüssigkeit beispielsweise stehen Deformation, Inaktivität oder unzureichende Qualität der Spermien eher im Vordergrund.

Durch mangelnde oder falsche Ernährung kann der Mensch Erkrankungen und Probleme der Körperflüssigkeiten begünstigen. Besonders gefährlich ist eine zu niedrige Aufnahme von Flüssigkeit. Trinkt der Mensch nicht genug oder achtet nicht auf Getränke, die Flüssigkeit spenden statt zu entwässern (beispielsweise Kaffee oder Alkohol), wirkt sich das negativ auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers und somit auf alle Körperflüssigkeiten aus. Diese bekommen nicht mehr genug Wasser für die Nachproduktion und sind eingeschränkt funktionsfähig.

Besonderheiten ergeben sich bei den Körperflüssigkeiten, die nur unter bestimmten Umständen vorhanden sind. Schwangere Frauen können beispielsweise zu viel oder zu wenig Fruchtwasser haben oder dieses kann in sehr seltenen Fällen mit der Zeit oder unter der Geburt durch Abfallstoffe "vergiftet" werden. Wundflüssigkeit oder Eiter können sich bei schwierigen oder inneren Wunden stauen und zu gefährlichen Infektionen führen, da gerade sie voller abzutransportierender Keime stecken. Mithilfe moderner Medizin und Nachsorge nach schwereren Eingriffen lassen sich solche Risiken inzwischen aber gut minimieren.

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