Königskerze

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Königskerze zählt zu den Braunwurzgewächsen, wobei viele Arten davon als Heilpflanzen Verwendung finden. Sie wächst bevorzugt an sonnigen und trockenen Stellen und kann in ganz Europa gefunden werden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Königskerze

Königskerzen (Verbascum), auch Winterblom oder Himmelsbrand, sind krautige Pflanzen mit einfachen Laubblättern, die wechselständig rund um den Stängel verteilt und sehr stark behaart sind. Der lateinische Name leitet sich vom Wort „barba“ ab, was so viel wie Bart bedeutet, eine weitere Ableitung ergibt sich vom griechischen Wort „thapsia“, das eine Doldenpflanze bezeichnet, die zum Gelbfärben verwendet wurde.

Königskerzen blühen von Juli bis August, die Blütenstände sind ährig oder traubig und verfügen über fünf Kelchblätter. Die Kronblätter sind sehr häufig gelb, eher seltener purpurfarben oder weiß. Königskerzen sind zweijährige Pflanzen, das heißt, dass im ersten Jahr nur die Blattrosette erscheint, im nächsten Jahr wächst die Pflanze und beginnt zu blühen. Früher wurden ihre Stengel in Öl, Harz oder Wachs getaucht und dann als Fackeln verwendet.

Die Königskerze wird sehr häufig auch als Wetterkerze bezeichnet, da man sie für das Abwehren von Gewittern einsetzte. Dafür räucherte man die Pflanze gemeinsam mit Rainfarn. Außerdem galt Verbacium als Schutzpflanze gegen Unheil und dunkle Energien. Sie wurde zu Amuletten verarbeitet, um den Körper zu stärken und Schutz zu bieten. Eine Räucherung mit Königskerzenblüten kann außerdem das Gemüt besänftigen, Spannungen lösen sowie die Streitlust mildern. Königskerzen enthalten Schleimstoffe sowie verschiedene Iridiode wie zum Beispiel Verbascosid, Aucubin, Saponine, Flavonoide und Invertzucker.

Wirkung & Anwendung

Bereits Hippokrates empfahl die Königskerze als ein Mittel zur Wundbehandlung. Aristoteles nutzte die Pflanze, um Fische zu fangen. Dafür streute er die Samen ins Wasser, sodass die Fische auf Grund der Saponine, die im Samen enthalten sind, betäubt wurden. In Nordamerika sollen Indianer die getrockneten Blätter geraucht haben, um Atemwegserkrankungen zu bekämpfen.

Hildegard von Bingen nutzte Verbacium hauptsächlich bei Depressionen, Dioscorides, ein griechischer Arzt, bezeichnete die Königskerze auch als „Flamme gegen den Husten“ und auch heute findet die Pflanze vorwiegend Anwendung bei Atemwegserkrankungen.

Früher wurden die Stengel in Öl, Harz oder Wachs getaucht und dann als Fackeln verwendet.

Die Blüten der Königskerze enthalten Saponine und Flavonoide, die die gereizten Schleimhäute mit einer Art Schutzschicht überziehen und daher bei Heiserkeit, Halsschmerzen, Bronchialerkrankungen sowie Reizhusten verwendet werden.

Außerdem werden sie auch bei allergischem Asthma beziehungsweise Allergien eingesetzt. In der kalten Jahreszeit kann ein Tee aus den Blüten der Königskerze vor Ansteckung schützen, außerdem hilft er bei grippalen Infekten, die durch Viren hervorgerufen werden. Durch den Tee wird das Schwitzen gefördert und die Lymphe gereinigt. Auch bei Herpes simplex-Infektionen kann die Königskerze verwendet werden.

Bei einer Bindehautentzündung kann eine Kompresse mit Blüten ebenfalls Linderung verschaffen. Sebastian Kneipp verwendete die Heilpflanze vor allem als Herzstärker. Dafür empfahl er, die Blätter der Königskerze gemeinsam mit Suppengrün in eine Fleischbrühe zu geben und zu kochen. Darüber hinaus finden Königskerzen auch Anwendung als Mittel gegen Rheuma beziehungsweise als harntreibendes Mittel. Bei äußerlicher Verwendung tragen die Blüten zur Wundheilung bei unterschiedlichen Hautleiden bei.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Wer die Königskerze bei einem Spaziergang findet, kann die Blüten sammeln und daraus dann einen Tee zubereiten. Dafür nimmt man einen Teelöffel Blüten und übergießt diese mit 250 ml kaltem Wasser. Den Tee sollte man vorzugsweise kalt ansetzen, da die enthaltenen Schleimstoffe dann nicht zerstört werden.

Anschließend lässt man ihn mindestens zwei Stunden ziehen und kann ihn dann eventuell auch mit Honig süßen. Bereits wenige Blüten sorgen für die leuchtende Gelbfärbung des Tees. Dieser schützt gereizte Schleimhäute im Sommer und im Winter und findet auch Anwendung bei roten Augen.

Wer einen Vorrat anlegen möchte, sollte die Blüten bei Sonne und am späten Vormittag sammeln, denn dann fangen sie nicht zu schimmeln an. Dabei kann man die Blüten von unterschiedlichsten Arten nehmen, wie beispielsweise von der kleinblütigen Königskerze (Verbascum thapsus), der großblütigen (Verbascum densiflorum) beziehungsweise der windblütigen (Verbascum phlomoides). Die Königskerze kann auch sehr gut mit anderen Heilpflanzen wie Spitzwegerich, Malve oder Fenchel kombiniert werden, die ebenfalls bei Heiserkeit und Husten helfen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, sich ein Königskerzenblüten-Öl herzustellen. Dieses Öl eignet sich zum Massieren bei Nackenschmerzen oder kann auch bei Ohrenschmerzen eingeträufelt werden. Dafür gibt man zwei Handvoll Blüten in ein Glas mit einem Schraubdeckel und übergießt diese mit 100ml hochwertigem Olivenöl. Anschließend lässt man die Mischung für vier Wochen an einem warmen und hellen Ort stehen, allerdings sollte das Öl nicht in der Sonne stehen. Danach wird das Königskerzenblüten-Öl durch ein Tuch abgegossen und in dunklen Fläschchen aufbewahrt.

Bei Husten oder Bronchitis hilft auch eine Königskerzen-Tinktur. Dafür sammelt man am Vormittag frische aufgeblühte Blüten, füllt sie in ein Schraubgefäß, gießt mit hochprozentigem Alkohol auf und lässt die Tinktur für zirka vier Wochen an einem warmen Platz stehen. Anschließend wird sie abgeseiht und abgefüllt. Eine andere Möglichkeit ist die Herstellung von Königskerzen-Milchzucker, der dann in einen beliebigen Hustentee gemischt werden kann.

Dafür vermörsert man im Verhältnis 1:1 frische Blüten mit Milchzucker, streicht diesen dann auf Backpapier und trocknet die Mischung. Des Weiteren finden Königskerzen auch Anwendung als Blütenessenz, diese stärkt und vertreibt Traurigkeit und schenkt den Mut, den eigenen Lebensweg zu finden beziehungsweise zu gehen.

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