Judenkirsche

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Judenkirsche (oder Blasenkirsche) zählt zur Familie der Nachtschattengewächse, wobei in Amerika 75 bis 90 Arten vorkommen, in Europa aber nur die so genannte Lampionblume zu finden ist.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Judenkirsche

Judenkirschen sind krautige Pflanzen, die eine Höhe von bis zu 60cm erreichen. Einige Gattungen sind an der Sprossachse und an den Blättern behaart, die Trichome sind gebogen oder gerade. Manche Vertreter haben dicke Rübenwurzeln, die meisten verfügen aber über brutknospenbildende Wurzeln, die sich häufig über mehrere Meter erstrecken können. Die Laubblätter sind wechselständig und ganzrandig und haben eine elliptische Form. Die Blüten stehen entweder in Gruppen oder einzeln, wobei der Kelch glockenförmig ist und fünf Kelchzipfel besitzt.

Die Krone der Judenkirsche ist radförmig und sie erreicht einen Durchmesser von 10 bis 20 Millimeter. Der Saum der Krone ist gelb, in manchen Fällen auch lila oder violett. Die Staubblätter sind zwischen 1,5 und 3,5 Millimeter lang und haben eine gelbe Farbe. Nachdem die blüte befruchtet wurde, nehmen die Kelchblätter an Größe zu und bilden einen Kelch um die Beere. Wenn die Beere reif ist, verfärbt sie sich gelb oder mandarinfarben. In ihr sind zahlreiche Samen zu finden, deren Oberfläche wabenartig ist.

Die Pflanzenwirkstoffe regenerieren eine entzündete Magenschleimhaut und tragen zu einer besseren Durchblutung des Magens bei.

Die meisten Gattungen sind im Süden der USA beziehungsweise in Mittelamerika zu finden, einige wachsen auch im Nordosten der USA beziehungsweise in der Türkei. Die Pflanze gedeiht bevorzugt auf kalkhaltigen Böden und kann auch als Zierpflanze gezogen werden. Die Judenkirsche blüht von Juni bis August, die Früchte können dann im September und Oktober gesammelt werden. Die Bezeichnung Physalis findet sich bereits bei Dioscurides, wobei der Name vom griechischen Wort „physa“ abgeleitet wird und so viel wie „Blase“ bedeutet.

Der Terminus „Judenkirsche“ ist auf die Form des Blütenkelches zurückzuführen, der jüdischen Hüten gleicht, die im Frühmittelalter getragen wurden. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird die Pflanze vorwiegend als „Boberella“ bezeichnet und hier als Mittel angeführt, das Blasensteine löst. Die Verwendung bezieht sich dabei auf die Signaturenlehre, da die Frucht wie ein Stein in der Blase schwebt.

Wirkung & Anwendung

Unter den vielen Arten ist vor allem die Kapstachelbeere bekannt, die vorwiegend als Obst genutzt wird. Als Gemüse wird im Süden der USA die so genannte Tomatillo angebaut. Auf Grund ihrer außergewöhnlichen Fruchthülle dient die Kapstachelbeere sehr häufig auch als Dekoration. Die roten Lampions werden außerdem sehr häufig als Winterschmuck verwendet. Angebaut wird sie hauptsächlich in Java, Indien, Südamerika, Afrika, Neuseeland, Kenia und in den USA.

In der Wurzel sind Tropinderivate enthalten, der oberirdische Teil enthält Steroidlactone. Diese können unter Umständen auf die Früchte übertragen werden. Grundsätzlich ist die Judenkirsche aber ungefährlich, nur eine zu große Menge an Beeren kann zu Schweißausbrüchen, Übelkeit oder Herzbeschwerden führen. In der Medizin ist die Judenkirsche als Heilpflanze bei Harnwegserkrankungen bekannt.

Früher wurden die Beeren der Pflanze auch in Branntwein eingelegt, was bei Blasen- und Nierensteinen helfen sollte. Darüber hinaus wurde ein harntreibender Wein hergestellt, für den die gesamte Pflanze verwendet wurde. Außerdem werden Judenkirschen auch bei Rheuma, Gicht, Wassersucht und Leberstauungen eingesetzt.

Die Pflanzenwirkstoffe regenerieren darüber hinaus auch eine entzündete Magenschleimhaut und tragen zu einer besseren Durchblutung des Magens bei. Dadurch können die Schleimhäute von der Säure nicht mehr angegriffen werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Judenkirschen enthalten Karotinoide, Apfelsäure, Zitronensäure, Vitamin C und Kohlenhydrate und wirken harntreibend, fiebersenkend, erfrischend, entzündungshemmend und blutreinigend. Die Früchte haben einen angenehm sauren Geschmack und sind sehr aromatisch. Sie werden am besten roh zu Kuchen, Obstsalat oder Müsli gegessen, darüber hinaus werden die Früchte auch als Dekoration von Cocktails oder Buffets verwendet. Ihr Geschmack passt außerdem ausgezeichnet zu Milchprodukten oder Schokolade.

Des Weiteren eignet sie sich als Zutat zu diversen Salaten, beliebt sind außerdem Konfitüren und Gelees, die aus den Beeren hergestellt werden. Die Beeren sind sehr reich an Provitamin A, Vitamin E, B und C und liefern viel Phosphor und Eisen. Werden die Früchte getrocknet, so sind sie den Rosinen sehr ähnlich und auch ziemlich lange haltbar. Für einen Tee wird ein Teelöffel der Früchte mit 1/4 Liter heißem Wasser übergossen. Dieser muss dann zehn Minuten lang ziehen und wird vor dem Frühstück beziehungsweise am Abend getrunken.

Dadurch wird der Stoffwechsel angeregt sowie Entzündungen oder auch Erkältungskrankheiten gelindert. Bei Gicht empfiehlt sich eine Mischung aus Walnuss-Fruchtschalen, Rosskastanienrinde, Schachtelhalmkraut und Beeren der Judenkirsche, wobei ein Esslöffel der Heilpflanzen auf eine Tasse Wasser abgekocht werden. Davon wird dann jeweils morgens und abends eine Tasse getrunken. Bei Stoffwechselstörungen können 30 Gramm Früchte mit 1 Liter Weißwein angesetzt werden.

Nach ungefähr einer Woche werden die Früchte entfernt und der Wein in eine verschließbare Flasche gefüllt. Davon sollte morgens ein Gläschen auf nüchternen Magen getrunken werden. Außerdem kann die Judenkirsche auch mit Branntwein angesetzt werden. Dafür benötigt man 1/2 Liter Branntwein und 10 Gramm Früchte. Diese Mischung wird angesetzt und nach 14 Tagen abgeseiht. Getrunken wird davon jeweils ein Stamperl morgens und abends.

Bei Harnblasen- und Nierenleiden kann eine Abkochung aus getrockneten Beeren zubereitet werden. Dafür werden 20g Beeren mit einem halben Liter Wasser zweimal kurz aufgekocht und täglich zwei Tassen von diesem Getränk getrunken.

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