Johannisbrotbaum

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Der Johannisbrotbaum (auch Karobbaum, Karubenbaum oder Bockshörndlbaum) zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler und ist in Vorderasien beziehungsweise im Mittelmeerraum zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Johannisbrotbaums

Der Johannisbrotbaum ist ein immergrüner Baum und sehr hitzebeständig. Er kann Höhen von bis zu 20 Meter erreichen und verfügt über einen kräftigen Stamm und gespreizte Äste, wodurch eine halbkugelige Krone entsteht. Seine Borke ist braun und rau. Die Laubblätter werden bis zu 20 Zentimeter lang und gliedern sich in Blattspreite und Blattstiel. Die Blattspreite besteht aus zwei bis fünf Paar Fiederblättchen, deren Oberfläche glänzend dunkelgrün ist.

Der Johannisbrotbaum blüht zwischen September und November, wobei die Blütenstände traubenförmig sind und aus den Zweigen, Ästen oder dem Stamm brechen. Sie sind fünfzählig und erreichen eine Größe von 6 bis 12 Millimeter. Vor allem die männlichen Blüten verströmen einen ziemlich unangenehmen Geruch. Die Hülsenfrüchte des Baumes sind schokoladenbraun und ungefähr 10 bis 30 Zentimeter lang. Ihre Schale ist ledrig und in jeder Frucht sind etwa 15 Samen zu finden. Die Baumkrone erreicht einen Durchmesser von bis zu 15 Meter.

Die Samen werden für das Johannisbrotkernmehl verwendet, das als Backhilfsmittel für diätetische Zwecke sehr gut geeignet ist.

Der Johannisbrotbaum benötigt für sein Wachstum kalkhaltigen Boden, ist aber sehr anspruchslos und gedeiht ohne Bewässerung. Allerdings ist er frostempfindlich, sodass er selten über 500 Meter Höhe zu finden ist. Das Fruchtfleisch wird „Carob“ genannt und ist zu Beginn aromatisch süß und weich, wird aber dann härter. Geerntet wird im September, wobei dafür Stöcke benutzt werden, um die Früchte von den Bäumen zu schlagen. Dadurch fällt das Fruchtbündel zu Boden.

Der Baum ist äußerst langlebig und kann etwa 100 Jahre lang Schoten produzieren. Auf mechanischem Wege erfolgt dann die Trennung der so genannten „Kibbeln“ vom Fruchtfleisch. Die Pflanze enthält Fruchtzucker, Stärke, verschiedene Spurenelemente, Vitamin B, Magnesium, Calcium, Phosphor, Tannin, Pectin sowie Gerb- und Schleimstoffe. Einer Legende nach soll Johannes der Täufer die Früchte in der Wüste gegessen und so vor dem Verhungern bewahrt worden sein. Seither werden die Früchte Johannisbrot und der Baum Johannisbrotbaum genannt.

Der wissenschaftliche Name des Baumes ist Ceratonia silqua, was übersetzt so viel wie „Hornschote“ bedeutet. Die Wildform der Gattung stammt möglicherweise von der Arabischen Halbinsel. Von dort aus verbreitete er sich entlang der nordafrikanischen Küste bis nach Spanien, Portugal und Frankreich. Durch Emigranten gelangte der Baum im 19. Jahrhundert dann auch in die südliche USA und nach Australien. Da die Samenkörner des Baumes ein gleichbleibendes Durchschnittsgewicht von etwa 200 Milligramm aufweisen, verwendete man sie in antiken Zeiten auch als Einheit beim Wiegen von Diamanten. Auch heute noch erinnert die Bezeichnung Karat daran.

Wirkung & Anwendung

Die Frucht des Johannisbrotbaumes kann im frischen Zustand oder auch getrocknet verzehrt werden. Außerdem wird aus ihr Sirup oder Kaftanhonig hergestellt. Vor allem in Ägypten ist der Saft, den man aus dem frischen Fruchtmus gewinnt, noch immer sehr beliebt. Des Weiteren kann aus dem Fruchtfleisch auch Carobpulver produziert werden, das dem Kakaopulver sehr ähnlich ist. Carobpulver enthält kein Koffein und ist äußerst fettarm.

Die Samen werden für das Johannisbrotkernmehl verwendet, das als Backhilfsmittel für diätetische Zwecke sehr gut geeignet ist. Mit Hilfe des Mehls werden glutenfreie Diätprodukte hergestellt und die Nahrung eingedickt. Manchmal wird aus der Karubenfrucht auch noch Alkohol gewonnen oder sie wird als Aromastoff für Tabak eingesetzt. In geröstetem Zustand dient sie auch als Kaffeeersatz. Aus der Samenschale werden außerdem Produkte für die Chemie-, Textil- beziehungsweise Nahrungsmittelindustrie gewonnen.

Das Endosperm hat äußerst gute Verdickungs- und Geliereigenschaften und wird daher auch als Stabilisator für Suppen, Speiseeis oder Dressings eingesetzt. Außerdem findet es Anwendung als Geliermittel für Puddings und als Bindemittel für Käse oder Fleischpasteten. In der kulinarischen Verwendung sind dabei vor allem die weißen Schoten des Baumes bekannt, die schwarzen Schoten werden hingegen hauptsächlich für die Herstellung von Schokolade verwendet.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die hergestellten Diätprodukte können vor allem von Personen, die an Zöliakie, Colitis oder Durchfallerkrankungen leiden, verzehrt werden. Die Inhaltsstoffe sind in der Lage, größere Mengen an Wasser im Darm zu binden und daraus Gele zu bilden. Johannisbrot ist sehr reich an Vitamin B und Vitamin D, außerdem enthält es viel Magnesium, Kalium und Phosphor. Darüber hinaus senkt ein Stoff, der aus dem Kern isoliert wird, auch den Cholesterin- sowie den Blutzuckerspiegel.

Da das Mehl auch nur einen sehr geringen Anteil an Fetten aufweist, kann es darüber hinaus für eine Schlankheitskost verwendet werden. Vor allem in Naturkostläden werden neben dem Brotpulver mittlerweile auch Kekse, Riegel oder Brotaufstriche angeboten. In der Volksmedizin wird das Johannisbrotkernmehl auch bei Keuchhusten, grippalen Infekten beziehungsweise Bronchialkatarrh eingesetzt.

Bei Infektionen des Darmtraktes hilft vor allem das getrocknete Fruchtfleisch, das sich auch bei Kindern sehr gut bewährt hat. Darüber hinaus kann auch die Bildung von Tumoren gehemmt werden. Die Zellen erhalten einen Schutz vor so genannten freien Radikalen und der Stuhlgang kann reguliert werden. Außerdem kommen Darm und Magen zur Ruhe und die Inhaltsstoffe des Johannisbrotes tragen darüber hinaus zur Verbesserung der Libido bei. Des Weiteren hat sich auch ein Johannisbrot-Cranberry-Saft als Tonikum für die Nieren bewährt.

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