Japanischer Staudenknöterich

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Verschiedene Arten des Japanischen Staudenknöterichs, die sich aus Gärten als Neophyten in der freien Landschaft ausbreiten, stehen im Focus der Landschaftsökologen und einer breiten Öffentlichkeit. Weil sie sich rasant vermehren und ausbreiten können, gelten sie mittlerweile als problematische Pflanzen, denn sie verdrängen teilweise die einheimische Vegetation. Zu diesen aus Asien eingewanderten Knötericharten zählen der Sachalinknöterich (Fallopia sachalinensis), der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica oder Polygonum cuspidatum) und Kreuzungen aus beiden Arten.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Japanischen Staudenknöterichs

Der Japanische Staudenknöterich gehört zu den Polygonaceae (Knöterichgewächse), von denen auch zahlreiche einheimische Arten bekannt sind. Seine Heimat in Ostasien ist China, Japan und Korea. Fallopia japonica wurde bereits vor über einhundert Jahren als Zierpflanze, Futterpflanze und Bienenweide eingeführt. Die Stängel der ausdauernden, winterharten Pflanze, die mehrere Meter hoch werden können, tragen dekorative große ovale Blätter.

Staudenknöterich bildet einen dichten geschlossenen Bestand, der keinen Unterbewuchs zulässt. Diese Eigenschaften ließen den Staudenknöterich zu einer beliebten Zierpflanze werden, mit der auch schattige Bereiche großer Gärten schnell begrünt werden konnten. Der Japanische Staudenknöterich vermehrt sich vorwiegend vegetativ durch Rhizome, das sind kräftige Speicherwurzeln. Dies begünstigt seine unkontrollierte Ausbreitung.

Wirkung & Anwendung

Landschaftspfleger bemühen sich, die Ausbreitung der invasiven Pflanze zu unterbinden. Auch weil sich dieses schwierig gestaltet, gibt es verschiedene Ansätze, die Produkte der schnellwüchsigen Pflanze zu nutzen und den Bestand dadurch zu dezimieren. Die Pflanze bildet in kurzer Zeit viel Biomasse. Das ermöglicht eventuell eine Verwendung als Energiepflanze. Es gibt bereits eine Zuchtform, die dafür im Gespräch ist. Verschiedene Rezepte sollen die Nutzung der Wildform zur Ernährung attraktiv machen.

In der japanischen Küche gibt es mehrere traditionelle Zubereitungen, bei denen der Knöterich, dort „Itadori“ genannt, Verwendung findet. Meistens werden die zarten Triebe verwendet. Man schält und kocht sie. Danach werden sie in Wasser und Salz eingelegt und so für eine Weile haltbar gemacht. Wird das Wasser wieder abgegossen, entzieht das dem Gemüse einen Teil der Oxalsäure. Itadori wird zum Beispiel gemeinsam mit anderen Gemüsen zur Füllung von Frühlingsrollen oder bei der Zubereitung von Sushis verwendet.

Der Staudenknöterich bildet einen dichten geschlossenen Bestand. Diese Eigenschaft ließ den Staudenknöterich zu einer beliebten Zierpflanze werden, mit der auch schattige Bereiche großer Gärten schnell begrünt werden konnten.

In der traditionellen deutschen Küche können die Triebe des Knöterichs ähnlich wie Rhabarber verwendet werden. Ihr säuerlicher Geschmack und der Gehalt an Oxalsäure legen ähnliche Zubereitungsweisen nahe. Von Menschen, die sich für Wildkräuter und kreative Rezepte begeistern, wird Knöterich deshalb beispielsweise als Zutat für Relish, Kompott, Konfitüre, Kuchen und Limonaden benutzt. Als Gemüse werden meistens die jungen, säuerlich schmeckenden Stangen zubereitet.

Die Zubereitungsformen ähneln denen von Spargel. Weil sie hohl sind, können dicke junge Stängel sogar süß oder pikant gefüllt werden. Auch die zarten Blätter und die frischen Wurzelsprosse im Herbst sind als Gemüse genießbar. In Bierteig ausgebacken, im Auflauf oder gedünstet in der Gemüsepfanne trägt der Japanische Knöterich dazu bei, den Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen zu versorgen. Besonders bedeutsam ist sein Gehalt an Reservatol. Der sekundäre Pflanzenstoff gehört zu den Polyphenolen.

Diese gelten als effektive Antioxidantien und Radikalenfänger, die sich zusammen mit Vitaminen in der Wirkung gegenseitig verstärken. Weil sie so verhindern, dass die Zellen durch aggressive Sauerstoffmoleküle geschädigt werden können, stärken sie das Immunsystem. Außerdem soll Reservatol das Risiko senken, an Arteriosklerose und Krebs zu erkranken. Bei Diabetes wirkt sich der Verzehr von Knöterich günstig auf die Blutzuckerwerte aus. Ältere Stängel sollten aber nicht mehr verwendet werden, da sie zu viel Oxalsäure enthalten.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die heilsamen Wirkungen des Japanischen Staudenknöterichs für den Menschen und auch bei Pflanzenkrankheiten sind schon länger bekannt. Er gilt als Bakterien-, Viren- und Pilz hemmend. Er verbessert den Blutdruck, kann Schmerzen lindern und das Blut reinigen. Verwendet werden alle Teile der Pflanze. Knöterich-Jauche beispielsweise beugt als Pflanzenschutzmittel Schimmelbefall bei Salat und Erdbeeren vor. Sie kann auch gegen Pilzerkrankungen wie Mehltau und Krautfäule bei Tomaten wirkungsvoll eingesetzt werden.

In Asien wird die Pflanze zur Förderung der Durchblutung, zum Entgiften und als harntreibendes Mittel angewandt. Die europäische Pflanzenheilkunde empfiehlt, den japanischen Knöterich als Gemüse, um die Widerstandskraft des Körpers zu fördern. Ihm wird, wegen der positiven Wirkung des Reservatols auf den Stoffwechsel und den Prozess des Alterns, eine lebensverlängernde Wirkung nachgesagt. Im Labor wurde eine hemmende Wirkung auf Krebszellen nachgewiesen.

Der ebenfalls enthaltene Pflanzenwirkstoff Emodin beeinflusst ein Enzym, das beim Zuckerstoffwechsel eine Rolle spielt. Darauf lässt sich die günstige Wirkung bei Diabetes zurückführen. Außerdem wirkt es leicht abführend. Zum weiteren Anwendungsspektrum zählen erhöhter Blutdruck, Menstruationsbeschwerden, Fieber und Pilzerkrankungen. Umschläge aus frischen zerstoßenen Blättern oder Wurzeln können aufgrund ihres Gehaltes an Gerbsäure bei Hautkrankheiten eine segensreiche heilende Wirkung entfalten. Deshalb werden sie bei Entzündungen und Wunden eingesetzt.

Der Pflanzenextrakt schafft es möglicherweise, den Schutzfilm von Aknebakterien zu durchdringen. Dadurch können sie besser bekämpft werden. Die traditionelle chinesische Medizin und die indische ayurvedische Medizin verarbeiten hauptsächlich die Wurzeln des Japanischen Knöterichs zu Extrakten oder Pulver.

Menschen, die unter Rheuma, Gicht, Arthrose und eingeschränkter Nierenfunktion leiden, dürfen nur geringe Mengen vom Japanischen Knöterich zu sich nehmen. Wenn die Ausscheidungsfunktion der Niere beeinträchtigt ist, können sich Oxalatkristalle in Form von Nierensteinen bilden. Wegschütten des Kochwassers und gleichzeitige Aufnahme ballaststoffreicher Lebensmittel vermindert die Aufnahme von Oxalsäure.

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