Jakobs-Greiskraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Ehemals als Heilpflanze verwendet entwickelt sich das giftige Jakobs-Greiskraut besonders für Weidetiere zu einer Plage, da es sich immer mehr ausbreitet. Deshalb sind viele Gegenden dazu übergegangen, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Jakobs-Greiskrauts

Das Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea), häufig auch Jakobs-Kreuzkraut genannt, gehört in der Familie der Korbblütler zur Gattung der Greiskräuter. Die mehrjährige Pflanze ist circa 30 bis 120 cm hoch und wächst vorwiegend in lichten Wäldern, auf Wiesen und Weiden, auf Schuttplätzen und an Wegesrändern in Europa und Asien. Der Name Jakobs-Greiskraut setzt sich zusammen aus der Blüte zur Zeit des Jakobstages (25. Juli) und der weißen Behaarung, die nach der Blüte auftritt.

Im Frühjahr treibt das Jakobs-Greiskraut zunächst Blätter aus, in Bodennähe eine Blattrosette mit federartigen Blättern. In der Blütezeit zwischen Juni und Oktober bilden sich leuchtend gelbe, gefiederte Blüten mit einem Durchmesser von 15 bis 25 mm, aus denen sich später Samen entwickeln. Das Jakobs-Greiskraut ist sehr giftig und muss teilweise, weil es sich übermäßig verbreitet hat, schon bekämpft werden, besonders, besonders auf Weiden, wo sich Tiere aufhalten, wird die Pflanze zu einem Gesundheitsproblem für die Tiere.

Wirkung & Anwendung

In früheren Zeiten erfreute sich das Jakobs-Greiskraut großer Beliebtheit als Heilpflanze, besonders wurden die Pflanzenteile oberhalb der Erde während der Blütezeit verwendet. Weil die in den Pflanzenteilen enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide eine giftige Wirkung haben, wird von einer medizinischen Verwendung eher abgeraten. Die Akaloide können irreparable Leberschäden verursachen, Embryonen schädigen, das Erbgut verändern und Krebs auslösen.

In allen Pflanzenteilen sind die giftigen Stoffe enthalten, aber der höchste Anteil findet sich in den Blütenteilen. Die hauptsächlichen Giftstoffe sind Jacobin und Senecionin, wie Wissenschaftler in der Milch von Weidevieh nachweisen konnten. Auch in Honig oder in Getreidesorten konnten schon teilweise Samen des Jakobs-Greiskrauts nachgewiesen werden. Charakteristische Vergiftungserscheinungen, die bei Verwendung des Jakobs-Greiskrauts auftreten können, sind Magen-Darmprobleme, Krämpfe, Koordinationsschwierigkeiten, Gewichtsverlust, Trübungen des Bewusstseins, Lichtempfindlichkeit (Photosensibilität), und schwere Leberschäden, die bei Tieren zum Tod führen können. Besonders Pferde reagieren sehr empfindlich.

Das Jakobs-Greiskraut ist sehr giftig und muss teilweise, weil es sich übermäßig verbreitet hat, schon bekämpft werden, besonders, besonders auf Weiden, wo sich Tiere aufhalten.

Beim Menschen kommen Vergiftungen selten vor, höchstens wenn Teemischungen, die häufig konsumiert werden, verunreinigt sind. Dann können Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Haarausfall und dergleichen auftreten. Darüber hinaus kann der Kontakt mit der Pflanze Kontaktallergien auslösen.

In der Antike wurde das Jakobs-Greiskraut für Liebestränke genutzt, im Mittelalter hängten es Menschen als Amulett zum Schutz vor Verzauberungen um. Hexen wurde nachgesagt, dass sie die Pflanzen zu Bündeln zusammenbinden, um mit ihrer Hilfe fliegen zu können. Blätter und Blüten wurden teilweise als Farbstoffe für gelbe und grüne Farbe verwendet.

Heute wird das Jakobs-Greiskraut, wenn es medizinisch überhaupt noch zum Einsatz kommt, als Tee, frischer Saft, Umschlag gebraucht oder in der Homöopathie als Urtinktur oder in niedrigen Potenzen eingesetzt. Durch die Empfehlung des Bundesgesundheitsamtes in den 90er Jahren, die Pflanze wegen ihrer giftigen Wirkung nicht einzunehmen, ist ihre Bedeutung als Heilpflanze zurückgegangen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Bis in die 90er Jahre wurde das Jakobs-Greiskraut als vielseitige Heilpflanze eingesetzt, in der Volksheilkunde besonders bei Harndrang, schmerzhafter Regelblutung (Dysmenorrhoe) und rheumatischen Beschwerden. Ein Umschlag aus frisch gepressten Blättern hilft bei Neuralgien, Ischiasbeschwerden, Gelenkbeschwerden, Hautentzündungen und Hautkrankheiten.

Eine große Rolle spielte es auch bei Nasenbluten und Regelbeschwerden. Als frischer Saft zubereitet hilft Jakobskreuzkraut, Schwellungen und Schmerzen zu lindern. In der Homöopathie wird aus der Pflanze eine Urtinktur hergestellt und in niedrigen Potenzen wird es bei verschiedenen Augenkrankheiten eingesetzt. Von einer längerfristigen innerlichen Anwendung raten Experten wegen der giftigen Wirkung aber dringend ab, weil durch die giftigen Alkaloide dauerhafte Leberschäden drohen können.

Unsere Vorfahren hätten diese Panikmache vermutlich nicht verstanden, weil sie das Jakobs-Greiskraut als wirksame Heilpflanze schätzten. Die Pflanze wurde sehr vielfältig verwendet. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich wässrige Aufgüsse und Extrakte, die aus dem Kraut hergestellt wurden. Sie wurden als Gurgelwasser gegen Halsbeschwerden, Hals- und Mandelentzündungen, Fieber- und Durchfallerkrankungen, grippalen Infekte, Nasenbluten und Asthma angewendet.

Von der giftigen Wirkung ließen sich unsere Vorfahren offensichtlich nicht abschrecken, kamen anscheinend mit ihr zurecht. Schon Paracelsus (1493 - 1543) wusste, dass allein die Dosis das Gift macht. Wissenschaftler wissen heute anhand von Laboruntersuchungen, dass eigentlich nicht die giftigen Alkaloide des Jakobs-Greiskrauts das Problem das Problem darstellen, sondern deren Abbauprodukte für die Leber schädlich sind.

Im Tierreich hat die Natur vielfach für mögliche Opfer der Pflanze vorgesorgt. Insekten sind zum Beispiel immun, die Raupen der Schmetterlingsart „Jakobskrautbär“ brauchen die Blätter sogar als Nahrung und viele andre Tierarten wie Hase, Reh oder Tiere auf der Weide sind weitestgehend geschützt, weil die Blätter scharf sind und einen unangenehmen Geschmack haben.

Experten warnen deshalb generell vor allzu viel Panikmache, die über das Ziel hinausschießt. Bei Tierarten, die gefährdet sind, hilft es, zur Vorbeugung die Pflanze von den Weiden zu entfernen oder wenn eine Weide mit dem Jakobskreuzkraut übersät ist, dort keine Tiere mehr weiden zu lassen. Wenn die Pflanzen entfernt werden, sollten sie möglichst verbrannt werden, weil sie sich im getrockneten Zustand trotzdem weiter vermehren können.

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