Iridozyklitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. Oktober 2017
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Iridozyklitis ist eine gleichzeitige Entzündung der Iris und des Ziliarkörpers. Die Ursachen sind vielfältig und eine fachärztliche Behandlung immer erforderlich. Sehbehinderungen und sogar völlige Blindheit sind ohne baldige Ausheilung eine Folge der Iridozyklitis.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Iridozyklitis?

Die Iridozyklitis ist eine Entzündung im Inneren des Auges. Betroffen ist einmal die Regenbogenhaut (Iris) und zum anderen der Ziliarkörper. Das ist eine ringförmige Struktur, die einerseits als Aufhängung der Iris dient, andererseits mit einem ebenfalls ringförmigen Muskel die Linsen-Akkommodation (Einstellung der Sehschärfe) bewerkstelligt.

Die Iris besitzt eigene Muskelstrukturen und funktioniert wie die Blende einer Kamera. Durch den engen anatomischen Zusammenhang der Iris mit dem Ziliarkörper treten Entzündungen an beiden Organen meist in Kombination auf. Daher besteht laut Definition ein kompaktes Krankheitsbild mit der Bezeichnung Iridozyklitis.

Ursachen

Die Iridozyklitis ist als Entzündungserkrankung grundsätzlich auf zwei Ursachen zurückzuführen:

1. Infektionen durch Bakterien oder Viren. Die Ansteckung mit Gonokokken („Tripper“) oder mit Herpes-Viren (Herpes simplex oder Herpes zoster: „Gürtelrose“) greifen auf die Region der vorderen und hinteren Augenkammer über. Sehr selten sind Infektionen mit dem Bakterium Leptospira die Ursache (Morbus Weil).

2. Nichtinfektiöse Ursachen. Hier spielen sehr unterschiedliche Auslöser eine Rolle. Reizende Chemikalien sind als ein Agens bekannt, allerdings sind systemische Grunderkrankungen wesentlich häufiger die Ursache der Iridozyklitis. Eine Reihe von Autoimmunkrankheiten des rheumatischen Formenkreises haben die Augenreizung zur Folge.

Juvenile Arthritis und chronische Darmentzündungen (Morbus Crohn) sind als Auslöser bekannt, daneben Erkrankungen des Bindegewebes wie Sarkoidose und das Sjögren-Syndrom. Wahrscheinlich ebenfalls eine Autoimmun-Störung liegt dem Bechterew-Syndrom zugrunde. Diese Erkrankung vornehmlich der Wirbelsäule ist ebenfalls ein Auslöser der Iridozyklitis.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Iridozyklitis verursacht schmerzende Augen und die Patienten werden übermäßig lichtempfindlich sodass sie sich leicht geblendet fühlen. Außerdem sind Sehstörungen zu beklagen. Mit einer Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) erkennt der Facharzt das typische Bild mit einer Trübung des Kammerwassers.

Möglicherweise ist auch schon eine Verklebung zwischen Iris und Hornhaut oder gar der Linse eingetreten. Ist es soweit gekommen, werden bereits beide Augen befallen sein, denn zunächst beginnt eine Iridozyklitis nur einseitig. Die Behandlung durch den Augenarzt kann nun mögliche gravierende Folgen der Iridozyklitis verhindern. So kann es nicht nur zu Kalk-Infiltration in die Hornhaut kommen, sondern auch zu grünem (Glaukom) und grauen Star (Cataracta complicata).

Wenn der Ziliarkörper soweit geschädigt ist, dass er kein Kammerwasser mehr sezerniert, beginnt das gesamte Auge zu schrumpfen. Im Zuge einer solchen Entwicklung ist letztlich die Erblindung eine Folge der Iridozyklitis.

Komplikationen

Die Iridozyklitis führt in der Regel zu Beschwerden an den Augen. Die Betroffenen leiden dabei in den meisten Fällen an Sehbeschwerden und an einer Sehschwäche. Weiterhin kann es ohne Behandlung zu einer vollständigen Erblindung des Patienten kommen. Nicht selten führen Sehbeschwerden vor allem bei jungen Patienten zu Depressionen und zu anderen psychischen Verstimmungen.

Die Lebensqualität des Patienten wird durch die Iridozyklitis deutlich verringert. In einigen Fällen ist der Betroffene dann auf die Hilfe anderer Menschen im Alltag angewiesen. Es tritt auch eine hohe Lichtempfindlichkeit auf. Nicht selten ist auch die Reaktion der Pupille verlangsamt und es kommt ebenso zu Schmerzen an den Augen. Die Augenschmerzen können sich dabei nicht selten auch in andere Areale des Körpers ausbreiten und dort zu Schmerzen und zu verschiedenen Beschwerden führen.

Die Behandlung der Iridozyklitis erfolgt in der Regel von einem Augenarzt und führt nicht zu weiteren Komplikationen. Dabei ist der Betroffene auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen. Diese können bei manchen Patienten zu Nebenwirkungen führen. Die Lebenserwartung wird durch die Iridozyklitis nicht beeinflusst. In einigen Fällen ist auch die Einnahme von Antibiotika notwendig.

Behandlung & Therapie

Die Iridozyklitis erfordert je nach Ursache verschiedene Kausaltherapien. Liegen systemische Grunderkrankungen vor, muss dein entsprechender Facharzt konsultiert werden. Bei nichtinfektiösen Entzündungsauslösern wird dies meist der Rheumatologe sein.

Die Symptome am Auge behandelt der Ophthalmologe (Augenarzt) mit Glucocorticoiden. Diese kortisonähnlichen Medikamente wirken entzündungshemmend und werden zunächst als Augentropfen angewendet. Führt dies nicht zum Erfolg, werden die Präparate als orale Medikation appliziert. Zur Reduzierung der Entzündungs-Reaktionen eignen sich auch Immunsuppressiva, die eine Alternative zu den Hormonpräparaten darstellen.

Denn Glucocorticoide zeitigen schwere Nebenwirkungen, unter anderem auch diejenigen Augenkrankheiten, die eigentlich verhindert werden sollen. Als weitere Medikation erhält der Patient Augentropfen, die eine zeitweise Weitstellung der Pupille bewirken. Dieser Effekt – zum Beispiel von Atropin - besteht darin, dass die Iris in Bewegung bleibt und nicht mit der Linse oder der Hornhaut verklebt.

Bei infektiösen Iridozyklitiden muss der Arzt die Krankheitserreger bekämpfen. Antibiotika zielen auf eingedrungene Bakterien ab und Virostatika hemmen die Viren-Vermehrung. Allgemeine Linderung bewirkt eine Infrarotbestrahlung bei Iridozyklitis.

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Vorbeugung

Einer Iridozyklitis generell und spezifisch vorzubeugen entzieht sich einfachen Maßregeln. Werden die genannten systemischen Grunderkrankungen festgestellt, sollte der Augenarzt anlässlich der Routinekontrolle darüber informiert werden. Jeder Mensch sollte als aufgeklärter Patient im Blick behalten, dass Infektionskrankheiten dazu neigen, sich im Körper auszubreiten. Gut beraten ist, wer hier auch auf seine Augen achtet. Wenn eine völlige Vermeidung schon nicht möglich ist, dann doch eine sehr frühzeitige Behandlung der Iridozyklitis.

Das können Sie selbst tun

Eine Iridozyklitis bedarf auf jeden Fall einer ärztlichen Behandlung. Die einzelnen Symptome können durch einige Selbsthilfe-Maßnahmen und Hausmittel gelindert werden.

Zunächst sollten Maßnahmen ergriffen werden, um der Blendempfindlichkeit der Augen zu begegnen. Dies kann geschehen durch abdunkeln der eigenen Wohnung, im Freien dunkle Sonnenbrillen tragen und nicht direkt in die Sonne oder helle Lichter schauen. Nach Möglichkeit sollte auf die Arbeit am Computerbildschirm verzichtet werden, ebenso sollte das Lesen oder Fernsehen stark eingeschränkt werden. Kontaktlinsen dürfen erst nach Rücksprache mit dem Arzt wieder eingesetzt werden. Der Mediziner wird dem Patienten empfehlen, auf eine Brille zu wechseln, bis die Erkrankung vollständig abgeklungen ist.

Im Allgemeinen lässt sich eine Iridozyklitis am besten behandeln, indem die Vorgaben des Augenarztes eingehalten werden. Die verordneten Augentropfen sollten nach Vorschrift angewendet und bei Bedarf um eine orale Medikation ergänzt werden. Hausmittel sollten zunächst nicht verwendet werden, da diese das Auge weiter belasten können. Erst, nachdem die Erkrankung abgeklungen ist, dürfen kühlende Auflagen oder Masken angewendet werden, um die Nachsorge zu unterstützen. Auch diese Maßnahmen sollten zuvor mit dem Augenarzt besprochen werden.

Bücher über Augenentzündung & Augenkrankheiten

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Dahlmann, C., Patzelt, J.: Basics Augenheilkunde. Urban & Fischer, München 2014
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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