Iridologie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Die Iridologie ist ein alternativmedizinisches Diagnoseverfahren. Iridologen diagnostizieren Veranlagungen und Erkrankungen auf Basis einer Irisanalyse und beziehen sich dabei auf gewebliche Veränderungen der Augen. Das Verfahren ist empirisch weder bestätigt, noch ausgeschlossen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Iridologie?

Die Augen sind das Fenster zur Seele. Orientiert an diesem Sinnspruch haben Pseudo-Wissenschaftler die Iridologie ins Leben gerufen. Das Verfahren ist auch als Augendiagnostik oder Irisdiagnostik bekannt. So sollen sich speziell an der Iris des Auges zahlreiche Erkrankungen ablesen lassen.

Die Iridologie geht demnach von der Diagnostizierbarkeit systemischer Krankheiten im Rahmen einer Analyse von Gewebsstrukturen des Auges aus. Jedes Gewebe ist dabei einer bestimmten Körperzone zugeordnet. Die Diagnoseart wurde schon von den alten Ägypter verwendet. Eine Veröffentlichung geht auf 15. Jahrhundert zurück und bildet bis heute die Basis der Irisdiagnostik. Im 17. Jahrhundert wurde die Iridologie außerdem von Philippus Meynes beschrieben. Im 19. Jahrhundert bezog sich der Arzt Ignaz von Peczely darauf, um das Verfahren für die Neuzeit zu untersuchen.

Bislang konnte die Augendiagnose empirisch nicht belegt werden. Auch der theoretisch begründende Zusammenhang der Irisdiagnostik bleibt im Dunkeln. Sogar Anwender der Iridologie halten sie nicht für ein geeignet alleiniges Diagnoseinstrument, sondern kombinieren das Verfahren meist mit anderen Diagnostika. Nichtsdestotrotz gehen ihre Anwender davon aus, dass das Verfahren insbesondere genetische Grundveranlagungen und vorbestimmte Schwächen eines Organismus aufdecken kann.

Funktion, Wirkung & Ziele

Neben Heilpraktikern und Naturheilkundlern wenden vor allem Homöopathen die Iridologie an. Mithilfe der Irisanalyse suchen sie nach relevanten Symptomen und Krankheitsursachen. In Deutschland gilt Emanuel Felke als einer der ersten Anwender. Vereinheitlichten Grundlagen zur Irisdiagnostik existieren bislang nicht. Damit gilt das Verfahren nicht als Standard des alternativ-medizinischen Spektrums.

Die Irisdiagnostik konzentriert sich auf pathophysiologische Vorgänge im Organismus. Das unterscheidet das Verfahren von anderen der Alternativ- und Schulmedizin, die sich meist auf organpathologische Zustände fokussieren. Die Iridologie hat einen Bezug zur klassischen Konstitutionslehre, wie sie im Altertum verbreitet war. Die Basis des Verfahrens ist damit die Humoralpathologie. Die Grundannahme ist die Veränderung der Iris im Rahmen von stofflichen, entzündlichen und psychischen Umwelteinflüssen. Auch eine Veränderung durch Einflussfaktoren wie die Nahrung, die Lebensweise und Krankheiten oder Therapien wird vorausgesetzt. Diese Veränderung soll einer Einlagerung oder örtlichen Verdichtung von Farbpigmenten und Fasern entsprechen.

Iridologen diagnostizieren Veranlagungen und Erkrankungen auf Basis einer Irisanalyse und beziehen sich dabei auf gewebliche Veränderungen der Augen.

Ein Irisdiagnostiker beurteilt zunächst die grundlegende Farbe des Auges. Auch Unterschiede in der Helligkeit des Irisgewebes, strukturelle Unterschiede oder verschiedene Muster der einzelnen Fasern besitzen bei der Iridologie diagnostischen Wert. Neben Lockerungen, Verdichtungen, Spannungen, Stärken und Richtungen des Irisgewebes können so zum Beispiel wie auch immer geartete Einlagerungen und Auflagerungen eine Rolle für die Diagnostik spielen. Dasselbe gilt für Pigmentflecken, pigmentierte Flächen, Veränderungen der Farbe oder der Sklera und Umstrukturierungen der Blutgefäße innerhalb der Bindehaut. Neben der Menge an Gefäßen kann auch deren Füllung und Schlängelung dem Irisdiagnostiker Aufschluss über bestimmte Körperprozesse geben.

Neben der zirkulären Topographie kommt die sektorale Topographie zur Anwendung. Die Aussagen beider Topographien werden zur Diagnosestellung miteinander verbunden. Die Augendiagnostik erfordert ein binokulares Mikroskop mit einer Vergrößerung aufs zehn- bis 40-fache. In vielen Fällen tragen die Diagnostikgeräte eine Kamera. Die Grundinformationen ermitteln Irisdiagnostiker mittels Lupe.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Risiken, Nebenwirkungen oder Gefahren sind im Zusammenhang mit der Irisdiagnostik nicht bekannt. Allerdings kann es durchaus gefährlich für einen Patienten sein, sich ausschließlich auf das Diagnoseverfahren zu verlassen und die Schulmedizin nicht weiter in den Diagnoseprozess mit einzubeziehen. In Fällen, in denen die Schulmedizin nicht weiterkommt oder trotz Symptomen keine krankhaften Prozesse finden kann, spricht nichts gegen eine Irisdiagnostik.

Dasselbe gilt grundsätzlich auch, wenn keine Symptome vorliegen und der Patient von der Iridologie ausschließlich aus Eigeninteresse Gebrauch macht, so zum Beispiel zur Feststellung von Veranlagungen oder Dispositionen. Zwar liegen bislang keine empirischen Fakten zur Irisdiagnostik vor, allerdings ist ein Zusammenhang zwischen Irisveränderungen und krankhaften Körperprozessen oder einem ungesunden Lebensstil längst nicht ausgeschlossen. Die Iridologie ist damit als zuverlässiges Diagnoseverfahren bislang weder bestätigt, noch widerlegt. Wer sich für eine solche Diagnostik entscheidet, sollte sich allerdings einen kritischen Blick bewahren und die Augendiagnose nicht genauso behandeln wie die faktische Diagnose eines Schulmediziners.

Auch die Auswahl des Diagnostikers spielt eine entscheidende Rolle. Wie in annähernd allen alternativ-medizinischen Verfahren gibt es auch im Bereich der Irisdiagnostik zahlreiche Scharlatane, die Unmengen an Geld für die Diagnose verlangen, obwohl sie in der Iridologie nicht einmal geübt sind. Wenn ein anerkannter Homöopath mit Abschluss Irisdiagnostik betreibt, kann beispielsweise von einem relativ professionellen Verfahren ausgegangen werden. Eine Irisdiagnostik kann von Patienten gegebenenfalls als Grundlage für schulmedizinische Untersuchungen verwendet werden. So kann eine durch die Iridologie festgestellte Veranlagung für eine bestimmte Erkrankung zum Beispiel ein Anlass sein, sich auf diese Erkrankung in schulmedizinische Untersuchungen kontrollieren zu lassen.

Patienten mit Symptomen, die von der Schulmedizin nicht weiter eingeordnet werden konnten, können ihre Schulmediziner gegebenenfalls auf die in der Iridologie entdeckten Zusammenhänge hinweisen und der Schulmedizin damit einen Ansatzpunkt für eine weiterführende Diagnostik geben. Wenn die Schuldmedizin trotz Symptomen keine Erkrankung ausmachen kann, fühlen sich Patienten oft hilflos und machtlos. In diesem Zusammenhang kann der Gang zum Augendiagnostiker die psychische Situation der Patienten verbessern.

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Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Berlin 2005
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg): Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates, Stuttgart 2010

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