Iontophorese

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Es wird unterschieden zwischen der “klassischen“ Iontophorese zur intensiven Einleitung von Wirkstoffen aus Salben über Elektroden in den Körper und der Leitungswasseriontophorese, bei der über die in Wasser getauchten Hände oder Füße mittels Elektroden schwacher Gleichstrom durch den Körper fließt.

Diese konservative Behandlungsmethode wird erfolgreich in der Dermatologie zur Behandlung von unterschiedlichen Formen einer Hyperhidrose eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Iontophorese?

Bei der Iontophorese handelt es sich um ein medizinisches Verfahren in Bezug auf die Resorption von medizinischen Wirkstoffen durch die Haut mittels elektrischem Gleichstrom.

Die langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass die Effizienz der Wirkstoffe auf diese Weise gesteigert werden kann. Unter dieser Form leiden ca. 40 % der erkrankten Personen. Die Konzentration vieler Bei der Leitungswasseriontophorese werden ein oder zwei Behälter mit Wasser gefüllt und die Elektroden, die mit einem Steuergerät verbunden sind, hineingetaucht. Über die im Wasser befindlichen Hände bzw. Füße fließt ein schwacher Gleichstrom durch den Körper.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Anwendungsgebiete unterteilen sich in fünf Bereiche, die symptomatisch betroffen sein können. Dabei ist auch zu unterscheiden zwischen der konventionellen Iontophorese und der Leitungswasseriontophorese.

  • Hyperhidrosis facialis

Weil sich übermäßiges Schwitzen, das besonders an der T-Zone im Gesicht (Kinn, Mund, Nase und Stirn) auftritt, nicht verstecken lässt, leiden die Betroffenen besonders stark unter psychischem Stress.

  • Hyperhidrosis axillaris

Unter dieser Form leiden ca. 40 % der erkrankten Personen. Die Konzentration vieler Schweißdrüsen in einen Hohlraum (Achselhöhle) kann so gut wie gar nicht verdunsten, was zu unangenehmen und verräterischen Schweißrändern mit häufig intensivem Schweißgeruch an der Oberbekleidung führt.

  • Hyperhidrosis palmaris

Nicht nur die Handinnenflächen sind betroffen. Vielmehr tritt das vermehrte Schwitzen auch an den Fingern und den Handballen so stark auf, dass die Haut klamm und durchfeuchtet ist. Im Extremfall sind sie dunkelblaurot verfärbt und fühlen sich schwammig an. Die psychische Problematik ist mit der einer Hyperhidrosis facialis zu vergleichen. Die Gefahr der gesellschaftlichen Ausgrenzung ist nicht zu unterschätzen. Jugendliche in der gesellschaftlichen Prägephase sollten umgehend behandelt werden, damit keine Verhaltensstörungen auftreten.

  • Hyperhidrosis plantaris

Diese Symptomatik hat nichts mit den “Schweiß- oder Käsefüßen“ im Allgemeinen zu tun. Vielmehr handelt es sich um ein übermäßiges und ständiges Schwitzen unabhängig von körperlicher Anstrengung oder Außentemperatur. Die Fußsohlen sind häufig durchweicht, was sich u.a. an einer weißlichen Hornhaut bemerkbar macht. Allergien sowie Fußpilz und Dornwarzen sowie Nagelbettentzündungen treten mit einem penetranten Geruch auf.

  • Hyperhidrosis generalis

Diese ist nicht vollumfänglich mittels Iontophorese zu behandeln. Allerdings kann die (mehrfache) partielle Behandlung eine Steigerung der Lebensqualität herbeiführen. Zum Beispiel dann, wenn die unmittelbar sichtbaren Bereiche Gesicht, Achselhöhlen und Hände therapiert werden. Jede Form einer Hyperhidrosis verstärkt sich durch den psychischen Stress, den die Betroffenen häufig erleiden.

Die Iontophorese, auch die mit Leitungswasser durchgeführte, wird bei Hyperhidrose (starkes Schwitzen) weltweit mit großem Erfolg eingesetzt. Die positiven Ergebnisse dieser Gleichstromtherapie überzeugen niedergelassene Hautärzte und Klinikärzte gleichermaßen. Sie kann in der Praxis aber auch nach Einweisung zu Hause durchgeführt werden. Der Zeitaufwand mit ca. 10 Minuten täglich ist minimal, die Anwendung einfach und die Gesamtkosten (einmalige Anschaffung und geringe Betriebskosten) niedrig. Hinzu kommt eine hohe Effizienz. Bereits nach einer 10-maligen Anwendung setzt die Wirkung ein. Bei extrem starken Schwitzen liegt die Erfolgschance mit dem richtigen Gerät bei ca. 98 %.

Zur Verfügung stehen Iontophoresegeräte für:

  • das Schwitzen an Händen und Füßen
  • gegen Achselschweiß
  • gegen Schwitzen im Gesicht

Eine spezielle Gesichtsmaske mit Grafitfasern wird gegen das Schwitzen an der T-Zone angeboten.

Die Iontophorese, auch Reizstromtherapie genannt, zählt in der Dermatologie zu den therapeutischen Verfahren, bei denen schwacher elektrischer Gleichstrom auf die Haut einwirkt. Die Aufnahme von Wirkstoffen in Salbenform wird verbessert. Die schwachen Ströme des Gleichstroms erzeugen so gut wie keine Nebenwirkungen. Außerdem sind für die Behandlung einer Hyperhidrose keine Medikamente oder gar Operationen erforderlich. Und trotzdem überzeugt die Wirkung in ihrer Effizienz auch in Fachkreisen immer wieder.

Bei der Leitungswasseriontophorese als Ein-oder Zweizellenbad mit galvanischem Strom, auch bekannt als Elektrogalvanisches Bad, werden Hände oder Füße in mit normalem Leitungswasser gefüllte Wannen getaucht. Die am Wannenrand angebrachten Plattenelektroden leiten den Schwachstrom (galvanischer Strom), der über ein Netzteil reguliert werden kann, in das Wasser. Hierbei sollte bekannt sein, dass der Strom nur in eine Richtung fließt. Und zwar von der einen zur anderen Elektrode. Dank bestimmter physikalisch/chemischer Vorgänge kommt es zu biochemischen Zellaktionen bei den Betroffenen. Der galvanische Strom bewirkt eine Desensibilisierung und wirkt gleichzeitig harmonisierend auf die stark gereizten Schweißdrüsen. Die Therapie sollte medizinisch begleitet werden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Generell gilt die Iontophorese wie auch die Leitungswasseriontophorese als ungefährlich und hoch effizient. Allerdings gibt es einige Kontraindikationen. Wer einen Herzschrittmacher, einen Cardiodefibrillator oder Metallimplantate in den Armen bzw. Beinen implantiert hat, kann eine Iontophorese nicht durchführen.

Auch für Frauen mit einem Intrauterin-Pessar ist diese Therapie nicht geeignet. Ebenso spricht eine Schwangerschaft gegen diese Behandlung. Große Hautdefekte bzw. Wunden sowie eine Polyneuropathie, Epilepsie und Herzrhythmusstörung erlauben eine Iontophoresebehandlung genauso wenig wie schwere lokale Entzündungen und Thrombosen (Blutgerinnsel). Auch akute Durchblutungsstörungen, ein geschädigtes Lymphsystem sowie eine Demenz sind kontraindiziert. Liegen maligne Erkrankungen im Bereich der Anwendung vor, muss von einer Iontophoresebehandlung abgesehen werden. Besteht akutes Fieber muss die Iontophorese vorübergehend ausgesetzt werden. Kinder unter sechs Jahren sind von der Behandlung ausgenommen.

Bücher über Schwitzen & Schweißausbrüche

Quellen

  • Achenbach, R. K.: Hyperhidrosis. Steinkopff-Verlag, Darmstadt 2004
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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