Interventionelle Radiologie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Bei der interventionellen Radiologie handelt es sich um ein relativ junges Teilgebiet der Radiologie. Die interventionelle Radiologie übernimmt therapeutische Aufgaben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die interventionellen Radiologie?

Die interventionelle Radiologie ist das therapeutische Teilgebiet der diagnostischen Radiologie. Dieser Umstand mag recht skurril anmuten, geht jedoch auf die Tatsache zurück, dass die interventionelle Radiologie ein noch recht junges Teilgebiet der Radiologie ist.

Aus diesem Grund konnte sie sich, zumindest in Deutschland, noch nicht von der diagnostischen Radiologie abtrennen. Im angelsächsischen Raum hingegen stellt die interventionelle Radiologie neben der diagnostischen Radiologie ein eigenes Fachgebiet dar. Die Aufgabe der interventionellen Radiologie ist, unter Bildsteuerung (z. B. durch CT, MRT oder Sonographie) Eingriffe durchzuführen. Diese Eingriffe werden meist am vaskulären oder biliären System oder an anderen Organen, die eine Funktion ausüben, vorgenommen. Eine ständige Weiterentwicklung der diagnostischen Radiologie, ihrer Aufgaben und ihrer Verfahren ist zu beobachten.

Behandlungen & Therapien

Die interventionelle Radiologie behandelt verschiedene Erkrankungen und Beschwerden durch invasive Eingriffe unter Bildsteuerung. Hierbei werden somit generell die Methoden der Radiologie eingesetzt. Historisch betrachtet begann die Geschichte der interventionellen Radiologie mit der Invasoren Therapie von Gefäßerkrankungen.

Im Vorfeld war es Radiologen gelungen, das Gefäßsystem des Menschen durch spezielle Angiographiekatheter darzustellen. Aus diesem Erfolg entwickelte sich zunächst die Idee, Gefäßerkrankungen durch Ballondilatation oder durch metallische Gefäßstützen ("Stent") zu behandeln. Aus diesen Grundgedanken heraus entwickelte sich die interventionelle Radiologie. Diese wurde also zunächst als minimalinvasive Therapieoption bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt. Später folgte eine Weiterentwicklung der interventionellen Radiologie. So wurde das Spektrum dieser auf komplexe Krankheitsbilder und die Behandlung von Tumorerkrankungen ausgeweitet.

Heute gibt es diverse Eingriffe, die von der interventionellen Radiologie durchgeführt werden. Allen diesen Eingriffen ist es gemein, dass sie bildgesteuert und/oder mit den Methoden der Radiologie durchgeführt werden. Die Eingriffe lassen sich nach dem Ort des Eingriffs und nach der jeweiligen Bildsteuerung unterscheiden. So lassen sich vor allem vaskuläre Interventionen, tumorablative Interventionen, Gallengangsinterventionen und CT-, MRT- und ultraschallgesteuerte Interventionen unterscheiden. Im Folgenden werden einige der häufigsten Eingriffe der interventionellen Radiologie kurz erläutert.

  • Angioplastie: Bei der Angioplastie handelt es sich um ein Verfahren aus dem Bereich der vaskulären Inventionen. Bei der Angioplastie handelt es sich um eine Rekanalisation eines verschlossenen Gefäßes mithilfe einer metallischen Gefäßstütze ("Stent") oder durch Ballondilatation. Die Angioplastie wird allerdings nicht nur von der interventionellen Radiologie, sondern auch von der interventionellen Kardiologie und der Neuroradiologie durchgeführt. Hierbei versorgt die interventionelle Kardiologie die Herzgefäße, die Neuroradiologie die intracraniellen und die hirnversorgenden Gefäße und die interventionelle Radiologie alle peripheren Gefäße. Zu diesen zählen auch mesenteriale und retroperitoneale Gefäße des Menschen.
  • Chemoembolisation: Bei der Chemoembolisation handelt es sich ebenfalls um eine vaskuläre Intervention. Es handelt sich um eine nichtoperative Therapie von malignen Tumoren der Leber. Zunächst werden die tumorversorgenden Gefäße unter Röntgendurchleuchtung identifiziert. Ein Chemotherapeutikum wird in das tumorversorgende Gewebe appliziert. Anschließend wird das Gefäß verschlossen. Dies geschieht durch die Embolisation. Der Tumor kann somit nicht mehr mit Blut, und somit mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Zudem wird das Chemotherapeutikum daran gehindert, aus dem Tumorgewebe zu entweichen.
  • Thrombolyse: Die Thrombolyse ist ein Notfallbehandlungsverfahren zur Wiedereröffnung eines thrombotisch verschlossenen Gefäßes. Dies kann mittels Instillation von gerinnungsauflösenden Medikamenten in die betroffenen Gefäße oder mittels Zerstörung des Blutgerinnsels erfolgen.
  • Kryoablation: Die Kryoablation ist eine tumorablative Intervention. Bei der Kryoablation wird ein Tumor mittels Kälte zerstört. Die Kälte wird nur lokal am Ort des Tumors eingesetzt.
  • Drainageanlage: Die Drainageanlage ist den bildgesteuerten Verfahren zuzuordnen. Bei dieser werden Drainagekatheter angelegt, um entzündliche und nichtentzündliche Flüssigkeiten aus dem Körper zu abzuleiten.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Zuerst ist zu sagen, dass die interventionelle Radiologie der therapeutische Teilbereich der Radiologie ist. Diagnosen werden durch die diagnostische Radiologie gestellt, nicht durch die interventionelle. Grob lässt sich sagen, dass die diagnostische Radiologie nur diagnostiziert und nicht behandelt; die interventionelle Radiologie hingegen nur behandelt, aber nicht diagnostiziert.

Die eingesetzten Geräte in der interventionellen Radiologie sind die zur bildgebenden Diagnostik eingesetzten, technischen Geräte. Diese dienen dem Arzt in der interventionellen Radiologie dazu, sich einen Überblick über die Situation zu schaffen und die Vorgänge des Eingriffs beobachten zu können. Der Arzt ist auf die bildgebenden Verfahren angewiesen, da er sein Handeln nicht direkt sondern nur über die bildgebenden Geräte beobachten kann. Die bildgebenden Geräte dienen also der "Steuerung" des Eingriffs. Des Weiteren werden in der interventionellen Radiologie in den meisten Fällen Katheter verwendet, um in den Körper eindringen zu können.

Medikamentös werden durch die interventionelle Radiologie vor allem Chemotherapeutika verwendet. Dies geschieht im Rahmen der minimalinvasiven Tumortherapie. Hierbei wird zunächst ein Chemotherapeutikum direkt in das Tumorgewebe injiziert, um diesem anschließend die Blutversorgung zu 'kappen'. Dies dient zum einen dem Unterbinden der Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen und sorgt zudem dafür, dass das Chemotherapeutikum das Tumorgewebe nicht verlässt. Dieser Vorgang wird als Chemoembolisation bezeichnet und zur Therapie von malignen Lebertumoren eingesetzt.

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Quellen

  • Bücheler, E., et al.: Einführung in die Radiologie: Diagnostik und Interventionen. Thieme, Stuttgart 2006
  • Hosten, N., Liebig, T.: Computertomographie von Kopf und Wirbelsäule. Thieme, Stuttgart 2011
  • Heywang-Köbrunner, S.H., Schreer, I.: Bildgebende Mammadiagnostik. Thieme, Stuttgart 2015

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