Intelligenztest

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Unter einem Intelligenztest wird ein wissenschaftliches Instrument verstanden, welches dazu dient, den Intelligenzquotienten einer Testperson zu ermitteln. Im Folgenden wird der Begriff des Intelligenztests genauer definiert und sein Anwendungsgebiet und seine Anwendungsverfahren im Hinblick auf Funktion, Wirkung und Ziele beschrieben. Des Weiteren wird auf Risiken, Nebenwirkungen, Gefahren und Besonderheiten von Intelligenztests eingegangen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Intelligenztest?

Unter dem Begriff Intelligenztest ist ein psychologisches Verfahren zu verstehen, welches der Ermittlung der Intelligenz einer Person dient. Dies geschieht mittels verschiedener Problem-und Aufgabenstellungen, die gelöst werden müssen. Auf Grundlage des Ergebnisses wird die Person dann im Vergleich mit allen anderen Teilnehmern eingestuft.

Da es jedoch unterschiedliche Theorien darüber gibt, was Intelligenz ist, gibt es auch verschiedene Intelligenztests. Den meisten gemein ist jedoch, das Ergebnis durch den Intelligenzquotienten, kurz IQ, darzustellen. In Deutschland gelten Menschen mit einem IQ von 130 oder mehr als hochbegabt. Bei der Auswertung eines Intelligenztests ist es wichtig zu beachten, welche Theorie dem Test zugrunde liegt. Demnach befasst sich ein solcher Test entweder mit einer allgemeinen Intelligenz, oder aber mit verschiedenen Komponenten.

Die allgemeine Intelligenz wird durch den Zahlen-Verbindungs-Test von Erwin Roth oder dem Matrizen-Test von John C. Raven ermittelt. Nach einer Theorie des britisch-amerikanischen Psychologen R. B. Cattell lässt sich Intelligenz in fluide Intelligenz und Wissen unterteilen. Dabei werden Problemlösefähigkeit und erlerntes Wissen einander gegenübergestellt. Je nach Ausprägung bei der Testperson ist das Ergebnis für die klinische, oder die Entwicklungspsychologie von Bedeutung.

Funktion, Wirkung & Ziele

Das Anwendungsgebiet von Intelligenztests erstreckt sich von der Personalauswahl und Berufsberatung über die Empfehlung einer möglichen schulischen Laufbahn bis hin zur medizinischen Diagnostik. Es ist möglich, durch Intelligenztests die Eignung für bestimmte Berufe im Voraus festzustellen. Auch eine Intelligenzminderung, psychische Störung oder Demenz lassen sich nachweisen. Dementsprechend gibt es unterschiedliche Tests für verschiedene Altersgruppen.

Der bekannteste Test für Kinder von zweieinhalb bis zwölfeinhalb Jahren ist die Kaufmann Assessment Battery for Children, kurz K-ABC. Seit Ende 2014 gibt es in Deutschland allerdings die Nachfolgeversion KABC II, da Intelligenztests aufgrund der sich ändernden durchschnittlich gemessenen Intelligenz regelmäßig überprüft und gegebenenfalls nachgeeicht werden müssen. Die neue Version richtet sich an Kinder und Jugendliche von drei bis achtzehn Jahren und dient neben der ausbildungs- und berufsbezogenen Eignungs- und Rehabilitationsdiagnostik auch der Entwicklungsdiagnostik im frühen Kindesalter und der neuropsychologischen Diagnostik.

Unter dem Begriff Intelligenztest ist ein psychologisches Verfahren zu verstehen, welches der Ermittlung der Intelligenz einer Person dient.

Der KABC II beruht auf der Theorie der kristallinen und fluiden Intelligenz. Er besteht aus sechzehn Unterkategorien, aus denen je nach Alter der Testperson ausgewählt wird. Für Menschen mit starker Einschränkung des Gehörs oder der Sprachfähigkeit, sowie mit geringen Sprachkenntnissen, gibt es auch einen sprachfreien Test. Seit 1997 gibt es auch den Kaufmann-Test zur Intelligenzmessung für Jugendliche und Erwachsene. Dieser beruht auf derselben Theorie, hat aber nur acht Unterkategorien.

Ein weiterer sprachfreier Intelligenztest ist der bereits erwähnte Matrizen-Test nach John C. Raven. Dieser fußt auf der Theorie der allgemeinen Intelligenz und besteht aus Mustern, die erkannt und fortgeführt werden müssen. Auch sehr verbreitet ist der Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene, den es auch in einer Version für Kinder und Jugendliche gibt. Er besteht aus zehn Untertests, die sich in vier verschiedene Skalen einteilen lassen. Die Einteilung erfolgt in die Bereiche Sprachverständnis, wahrnehmungsgebundenes logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Es gibt mehrere verschiedene Tests, die sich mit unterschiedlichen Komponenten der Intelligenz beschäftigen, also nicht von einer allgemeinen Intelligenz ausgehen.

Die bekanntesten sind der Berliner-Intelligenz-Struktur-Test, der Intelligenz-Struktur-Test und der Wilde-Intelligenz-Test in der zweiten Version. Alle drei befassen sich unter anderem mit der Sprach-, Rechen- und Merkfähigkeit der Testpersonen. Intelligenztests sind zeitlich begrenzt und müssen unter Aufsicht eines Diplom-Psychologen vorgenommen werden. Das ist besonders wichtig, wenn ein solcher Test im Rahmen eines Assessment-Centers durchgeführt wird, da das Ergebnis ansonsten angefochten werden kann.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Zu beachten ist, dass es aufgrund der verschiedenen Intelligenztheorien, aber auch durch kulturelle und sprachliche Unterschiede keinen allgemeingültigen Intelligenztest geben kann. Obwohl alle Ergebnisse mit dem IQ angegeben werden, sind sie nicht unmittelbar vergleichbar. Da unterschiedliche Aspekte getestet werden, sind nicht alle gemessenen Werte gleichbedeutend. Außerdem sind aufgrund von Normierung und Eichung auch die Tests selbst nicht miteinander vergleichbar.

Noch schwieriger ist dadurch ein länderübergreifender oder kultureller Vergleich der erzielten IQ-Werte. Oft ist die Bereitschaft, an einem solchen Testverfahren teilzunehmen in Gesellschaften, in denen es dazu keinen realitätsnahen Bezug gibt, äußerst gering. Bei sprachgebundenen Varianten schneiden Menschen mit geringen Sprachkenntnissen oft schlecht ab. Zwar gibt es auch nichtsprachliche Tests, wie den oben genannten Matrizen-Test oder den Culture Fair Test CFT, aber auch bei diesen ist der Erfolg stark kulturabhängig. Jedoch ist nicht nur der sprachliche oder kulturelle Hintergrund wichtig für den erfolgreichen Abschluss eines Intelligenztests.

Kinder aus den oberen Sozialschichten erzielen bei solchen Tests bessere Ergebnisse als Kinder aus der Arbeiter- oder Unterschicht. Ob das daran liegt, dass die Testaufgaben solchen Kindern gegenüber unfair sind, wird derzeit diskutiert. Der sogenannte Minnesota Mechanical Assembly Test misst hingegen nicht in traditioneller Weise, sondern bezieht sich auf mechanische Fähigkeiten. Dabei schneiden Kinder aus der Unterschicht etwas besser ab als ihre Altersgenossen aus der Mittel- oder Oberschicht. Des Weiteren sind die Testergebnisse zwar genau, aber nicht vollkommen akkurat. Es sind immer geringfügige Messfehler einzukalkulieren.

Bücher über das Gehirn

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Davison, G.C., Neale, J.M., Hautzinger, M.: Klinische Psychologie. Beltz PVU, München 2007
  • Gleixner, C., Müller, M., Wirth, S.: Neurologie und Psychiatrie. Für Studium und Praxis 2015/16. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2015

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