Insulinpumpe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Eine Insulinpumpe ist ein kleines Gerät, welches den Körper über einen Kunststoffschlauch und eine Kanüle stetig mit Insulin versorgt.

Der Diabetespatient kann bei einigen Modellen jederzeit seine Glukosewerte kontrollieren, während die Pumpe die Aufgaben einer gesunden Bauchspeicheldrüse übernimmt. Jedoch ist der Umgang mit einer Insulinpumpe für Anfänger nicht leicht und bedarf einer ausführlichen Schulung. Die Pumpe wird nicht automatisch gestoppt, sodass eine Gefahr entsteht, wenn ein Patient eine Unterzuckerung nicht bemerkt und bewusstlos wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Insulinpumpe?

Eine Insulinpumpe versorgt Menschen mit Diabetes mit Insulin. Das Gerät entspricht in etwa der Größe eines Mobiltelefons und kann mithilfe eines Clips am Gürtel, am BH oder an anderen Kleidungsstücken befestigt werden.

Vor allem für Typ-1-Diabetiker ist dieses Gerät besonders geeignet. Jedoch können auch Typ-2-Diabetiker die Insulinpumpe bekommen, wenn andere Therapieverfahren gescheitert sind. Durch das abgegebene Insulin wird der Basalbedarf des Körpers den ganzen Tag über gedeckt. Durch Knopfdruck kann der Patient seinem Körper dann noch zusätzlich benötigtes Insulin zufügen. Der Katheter, der das Insulin in das Unterhautfettgewebe pumpt, muss in der Regel etwa alle zwei Tage ausgetauscht werden.

Die Anpassung einer Insulinpumpe an den jeweiligen Patienten findet stationär oder ambulant in einem Krankenhaus oder einer diabetologischen Fachpraxis statt. Dort wird die Bedienung, der Gebrauch sowie der Umgang mit etwaigen Störungen ausführlich geschult. Eine mindestens sechs monatige Erfahrung mit der ICT-Insulintherapie und ein HbA1c-Wert unter 10% sind Voraussetzungen für eine sinnvolle Therapie mit einer Insulinpumpe.

Funktion, Wirkung & Ziele

Alle Insulinpumpen werden mit schnell wirkendem Normal- oder Analoginsulin verwendet. Ein schmaler Kunststoffkatheter befördert Insulin in Abständen von wenigen Minuten in das Unterhautfettgewebe. Der Arzt bestimmt nach einer eingehenden Untersuchung die Menge des Insulins, die benötigt wird.

Die Pumpe kann so programmiert werden, dass zu jeder Stunde eine andere Menge Insulin abgegeben wird. Zusätzlich kann die Abgabe durch Knopfdruck bestens an den individuellen Bedarf angepasst werden. Dadurch ist es möglich, die Insulingabe ganz unauffällig auch in der Öffentlichkeit durchzuführen. Genau wie bei der herkömmlichen ICT-Insulintherapie muss der Patient seinen Blutzuckerspiegel regelmäßig mehrmals am Tag messen und aktiv korrigieren.

Die verschiedenen Pumpenmodelle aus Deutschland sind alle leicht zu bedienen und sehr zuverlässig. Sie besitzen eine Alarmfunktion, welche anzeigt, wenn zu wenig Insulin in der Ampulle ist, sowie einen umfassenden Datenspeicher. Zusätzlich gibt es je nach Modell unterschiedliche Zusatzfunktionen. Es können verschiedene Programme eingestellt werden, die auf unterschiedliche Tagesabläufe abgestimmt sind.

Die Insulinpumpe ist vor allem für Typ-1-Diabetiker geeignet, da diese Patienten rund um die Uhr mit Insulin versorgt werden müssen. Auch circa ein Drittel der Kleinkinder mit Diabetes tragen mittlerweile eine Insulinpumpe. Insgesamt steigt die Zahl derer, die mithilfe einer Insulinpumpe behandelt werden, stetig an. Bereits 10 Prozent aller Menschen mit Typ-1-Diabetes nutzen diese Pumpe.

Eine Insulinpumpe ist ein kleines Gerät, welches den Körper über einen Kunststoffschlauch und eine Kanüle stetig mit Insulin versorgt.

Die Vorteile der Insulinpumpe im Gegensatz zu der herkömmlichen ICT-Insulintherapie liegen vor allem darin, dass die Pumpe stetig kleine Mengen an schnell wirksamen Insulin abgibt und somit das Insulinspritzen mit einem Pen entfällt. Damit ermöglicht eine Therapie mit der Insulinpumpe mehr Flexibilität und dadurch mehr Lebensqualität. Vor allem Schichtarbeiter, Sportler oder Menschen mit einem unregelmäßigen Tagesablauf profitieren von der Insulinpumpentherapie.

Dadurch, dass die Pumpen nur etwa die Größe eines Mobiltelefons haben und circa 120 Gramm wiegen, lassen sie sich leicht unter der Kleidung verstecken. Die Pumpe kann am Gürtel, am BH oder an extra angefertigten Innentaschen an verschiedenen Kleidungsstücken angebracht werden. Zur Zeit gibt es konventionelle Insulinpumpen sowie die Insulin-Patch-Pumpe. Bei der konventionellen Pumpe wird diese am Körper getragen. Ein Schlauch und eine Kanüle verbinden die Pumpe mit dem Körper.

Die Insulin-Patch-Pumpe kommt ohne einen Schlauch aus und liefert somit mehr Bewegungsfreiheit. Sie besteht aus einem "Pod", welcher auf die Haut geklebt wird und einem "Personal Diabetes Manager", über den das Pod gesteuert werden kann. Das Ziel der Forschung für Therapien für Diabetiker ist eine künstliche Bauchspeicheldrüse, die den Glucosegehalt im Körper selbstständig misst und dementsprechend Insulin an den Körper abgibt.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine Insulinpumpe kann nicht die Funktion einer gesunden Bauchspeicheldrüse ersetzen und ist zudem nicht für jeden Diabetes-Typ geeignet. Dadurch, dass der Blutzuckerspiegel nicht automatisch ermittelt wird, ist der Patient weiterhin darauf angewiesen, seine Werte mindestens vier Mal pro Tag zu kontrollieren. Zudem muss der Diabetiker/die Diabetikerin eingehend mit der Bedienung und mit den Funktionen der Insulinpumpe vertraut sein.

Wenn das Gerät zwischenzeitlich aufgrund von Verstopfung oder Fehlinformationen nicht korrekt funktioniert, muss der Insulinpumpenträger auf die herkömmliche ICT-Insulintherapie umsteigen können. Da die Insulinpumpe stetig kleine Mengen Insulin an den Körper abgibt, kann es zur Gefahr werden, wenn der Patient wegen Unterzuckerung ohnmächtig wird, da das zugefügte Insulin diese Unterzuckerung intensiviert.

Einige Patienten sind überdies unzufrieden damit, dass man ihnen aufgrund dieser Pumpe ihre Krankheit ansieht. Da diese 24 Stunden mit einem Schlauch am Körper befestigt ist, haben sie das Gefühl, weniger attraktiv zu sein. Zudem muss sich der Träger der Insulinpumpe zusätzlich mit der komplizierten Handhabung auseinandersetzen und motiviert sein, den Umgang mit dieser Technik zu erlernen, da er von dieser Technik stark abhängig ist.

Bücher über Diabetes mellitus

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Schmeisl, G.-W.: Schulungsbuch für Diabetiker. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2009
  • Usadel, K.-H., Wahl, P.: Diabetologie und Stoffwechsel. In: Bob, A. u. K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

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