Insektenspray

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Insektensprays dienen zur Abwehr von schädlichen Insekten. Ihr Einsatz sollte jedoch stets mit Bedacht erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Insektenspray?

Unter einem Insektenspray wird ein Mittel verstanden, das zur Insektenabwehr dient. Dabei handelt es sich in der Regel um Aerosolbehälter, die ein chemisches Insektizid abgeben. Durch das Besprühen werden unterschiedliche Insektenarten, wie Wespen, Mücken, Motten, Kakerlaken oder Fliegen abgetötet. Diese können dem Menschen teils gefährlich werden.

Der Schutz vor bestimmten Insektenarten kann aus verschiedenen Gründen erwünscht sein. So besteht durch einige Spezies die Gefahr von Verunreinigungen, wie zum Beispiel durch Fliegen, die sich zuvor in einem Misthaufen tummeln und dadurch an ihrem Körper Krankheitskeime oder Kotreste mit sich führen. Kleidermotten können wiederum Löcher in Kleidungsstücken hinterlassen, während Mücken dem Menschen unangenehm juckende Stiche zufügen und mitunter Krankheiten übertragen. Aus diesem Grund werden im privaten Bereich Insektenschutzmittel, zu denen auch Insektensprays gehören, eingesetzt, die Insektizide enthalten.

Formen, Arten & Typen

Insektizide lassen sich durch ein Insektenspray in Wohnräumen leicht verteilen, wo sie normalerweise sämtliche Insekten abtöten. Dazu gehören allerdings auch nützliche Insekten wie zum Beispiel Bienen. Es ist daher ein maßvoller Umgang geboten.

Insektensprays können mit unterschiedlichen Insektiziden ausgestattet sein. Zu den gängigen Wirkstoffen gehören Pyrethrum, Pyrethroide sowie Piperonylbutoxid. Bei Pyrethrum handelt es sich um eines der ältesten Insektizide, das als Schädlingsbekämpfungsmittel zur Anwendung gelangt. Hergestellt wird es aus getrockneten Blüten von unterschiedlichen Chrysanthemum-Arten. Die insektizide Wirkung des Mittels gilt als sehr stark. Für gleichwarme Tiere besteht jedoch nur eine geringe Giftigkeit.

Als Abwandlungen von Pyrethrum-Wirkstoffen gelten Pyrethroide, bei denen es sich um halbsynthetische Verbindungen handelt. Ihre Potenz ist erheblich höher. Außerdem erweisen sie sich als umweltstabiler. Zu den bekanntesten Wirkstoffen dieser Art, die in Insektensprays eingesetzt werden, gehören u. a. Transfluthrin, Tetramethrin sowie Permethrin.

Nicht zu den Insektiziden zählt Piperonylbutoxid. Als Synergist kommt der Stoff jedoch häufig auf Grundlage von Pyrethroid in Insektensprays zur Anwendung. Durch ihn lässt sich der Wirkungseffekt der Pyrethroide verstärken. Manche Insektensprays enthalten überdies den Wirkstoff Caprylsäure. Sie gelten als biologische Mittel und stellen kein Nervengift dar. Durch die Caprylsäure lässt sich der Chitinpanzer, der lebensnotwendig für die Insekten ist, ablösen.

Aufbau & Funktionsweise

Insektensprays dienen zur Abwehr von schädlichen Insekten.

Zusammengesetzt wird ein Insektenspray in der Regel aus einer Aerosolflasche, aus der das Insektizid per Sprühstoß abgegeben wird. In den Sprays befinden sich Chemikalien wie Organophosphorverbindungen, von denen die Wirkung des Enzyms Acetylcholinesterase blockiert wird. Bei Acetylcholin handelt es sich um eine sendende Substanz innerhalb des Nervenzentrums. In der neuromuskulären Synapse wird der Stoff durch Motoneuronen freigegeben. Dabei kommt es zur Stimulation der Muskelkontraktion, während die Nerven dauerhaft erregt sind.

Die in Insektensprays häufig enthaltenen Pyrethroide zählen zu den Nervengiften und entfalten ihre Wirkung als Kontaktgift. Der Mensch sowie verschiedene Säugetiere sind mit körpereigenen Enzymen ausgestattet, von denen die Pyrethroide abgebaut werden. Aus diesem Grund können die Insektizide bei ihnen kaum wirken. Da die Insekten jedoch nicht über derartige Enzyme verfügen, setzt bei ihnen rasch der Tod ein.

Ebenfalls tödlich für Insekten ist Permethrin, das von den Schädlingen über deren Körperoberfläche aufgenommen wird. Im Anschluss daran verbreitet es sich im gesamten Körper des Insekts. Permethrin kommt außerdem in Mitteln für Hunde vor. So bekämpft der Stoff Milben, Flöhe, Zecken und Läuse. Im Gegensatz zu Hunden ist Permethrin jedoch nicht für Katzen geeignet. Da deren Organismus nicht in der Lage ist, den Wirkstoff abzubauen, führt er bei ihnen zum Tode.

Obwohl der Einsatz von Insektensprays umstritten ist, weisen sie mehrere Vorteile gegenüber anderen Insektenschutzmitteln auf. So ist die Verwendung einer Fliegenklatsche zwar ein natürliches Mittel, jedoch nicht wirksam genug, da sich die Insekten oft verstecken und an anderen Stellen einnisten. Lichtquellen, die unter Hochspannung stehen, bleiben hingegen oftmals bei Mücken wirkungslos, sodass ein Insektenspray oft das effektivste Mittel darstellt.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Der Einsatz von Insektensprays sollte stets mit Bedacht erfolgen. Werden sie zu stark dosiert, drohen dem Menschen unangenehme Nebenwirkungen. Dazu gehören brennende Augen, Rötungen der Haut, Kribbeln und Juckreiz. Allerdings sind diese Probleme meist nur vorübergehender Natur.

Beim Einatmen von größeren Pryethroidmengen besteht die Gefahr von Angstgefühlen, Sehstörungen, Hörstörungen, Schwindelgefühlen, Übelkeit und Kopfschmerzen. Zu überdenken ist die Anwendung von Insektensprays, wenn Babys im Haus sind. Ihnen stehen weniger Enzyme für die Entgiftung zur Verfügung.

Aufgrund der chemischen Inhaltsstoffe der Insektensprays wird deren Anwendung teils zu Recht kritisiert. Allerdings können die Mittel auch zum Schutz der Gesundheit beitragen. Als sinnvoll gilt der Einsatz von Insektensprays gegen Schädlinge, die Krankheitserreger übertragen können, wie Mücken oder Fliegen. Auch können die Sprays mitunter heftigen allergischen Reaktionen vorbeugen, wie sie durch Wespen ausgelöst werden können. Gerade Wespenstiche sind besonders unangenehm, da die Wespe mehrfach zustechen kann. Mitunter werden dabei auch Infektionen ausgelöst.

Durch die regelmäßige und fachgerechte Anwendung von Insektensprays ist es möglich, den Menschen vor gesundheitlichen Schäden durch Insekten zu schützen. Dazu gehören auch schwere Krankheiten wie Malaria, das West-Nil-Fieber oder Gelbfieber.

Die Räumlichkeiten, in denen die Sprays angewendet wurden, sollten nach dem Versprühen mehrere Stunden nicht betreten werden.

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