Inkontinenzhygiene

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. August 2017
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Auch wenn sich eine Inkontinenz von Blase oder Darm heute durch verschiedene konservative und chirurgische Behandlungsmethoden gut behandeln lässt, gelingt nicht in allen Fällen eine Heilung oder Besserung. In diesen Fällen sind Patienten auf Produkte der Inkontinenzhygiene angewiesen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Inkontinenzhygiene?

Der Begriff Inkontinenzhygiene steht für Maßnahmen, die bei einer Blasen- oder Darminkontinenz notwendig werden, um Betroffenen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Wenn Blase oder Darm nicht mehr richtig funktionieren, ist das ein großes seelisches Problem für die Menschen, die unter Inkontinenz leiden. Sie können den Harn oder Stuhlgang nicht mehr halten und und es geht im wahrsten Sinne des Wortes "in die Hose".

Andere Menschen könnten es sehen oder riechen. Es entsteht bei Inkontinenzpatienten ein Leidensdruck, durch den sie sich mehr und mehr aus dem sozialen Leben zurückziehen. Daher benötigen sie meistens trotz einer Behandlung auch spezielle Produkte und Maßnahmen zur Inkontinenzhygiene, die ihnen ein weitestgehend normales Leben ermöglichen.

Formen, Arten & Typen

Es gibt Inkontinenzprodukte für verschiedene Arten und Schweregrade von Inkontinenz. Bei einer leichten Blaseninkontinenz reichen oft kleine Einlagen. Meistens besitzen sie einen Flüssigkeitsindikator, der anzeigt, wann die Einlage gewechselt werden muss.

Für die mittlere bis schwere Inkontinenz gibt es spezielle Einlagen mit einer größeren und stärkeren Einlage und Fixierhosen, damit die Einlagen nicht verrutschen. Bei schwerster Inkontinenz werden in der Regel Fixierslips und Einlagen mit einer höheren Speicherleistung verwendet. Für Männer gibt es spezielle Produkte, die der männlichen Anatomie besser angepasst sind. Für den Schutz der Bettwäsche gibt es spezielle Bettschutzeinlagen.

Bei einer Darminkontinenz sind zusätzlich besondere Reinigungsmaßnahmen erforderlich, um die Haut von Kotresten zu befreien, damit sie nicht wund wird und sich entzündet.

Aufbau & Funktionsweise

Der Begriff Inkontinenzhygiene steht für Maßnahmen, die bei einer Blasen- oder Darminkontinenz notwendig werden, um Betroffenen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen.

Produkte zur Inkontinenzhygiene müssen verschiedenen Anforderungen gerecht werden. Sie müssen unwillkürlich abgehenden Urin oder Kot auffangen, einen optimalen Schutz der Haut gewährleisten und gut am Körper zu befestigen sein. Inkontinenzprodukte müssen daher verschiedene Komponenten enthalten:

  • Saugkörper
  • Wäscheschutz
  • Hautschutz
  • Nässeindikator
  • Möglichkeiten zur Fixierung

Es gibt drei verschiedene Arten von Saugkörpern. Heute werden überwiegend Zweischicht- und Dreischicht-Saugkörper benutzt, weil Einschicht-Saugkörper die Flüssigkeit nicht so gut halten können und oft die Feuchtigkeit an den Körper zurückleiten.

Ein guter Wäscheschutz ist abhängig von einer optimalen Passform. Um diese zu gewährleisten haben die Hersteller Pants und Windelslips mit elastischen Bündchen an den Beinen versehen, teilweise auch am Bauch und Rücken. Je besser diese an Beinen, Bauch oder Rücken anliegen, desto wirkungsvoller ist der Auslaufschutz. Besonders wichtig ist auch der Wäscheschutz, der dafür sorgt, dass die Kleidung, Sitz- oder Liegefläche der Betroffenen trocken bleibt. Für den Wäscheschutz werden verschiedene Arten von Folien verwendet, von der herkömmlichen glatten Folie bis zu atmungsaktiveren Varianten. Heutige Folien sind im Gegensatz zu früheren dünner und weicher geworden, so dass das für die Benutzer unangenehme Raschelgeräusch entfällt.

Nässeindikatoren sorgen dafür, dass ein notwendiger Wechsel der Inkontinenzeinlage rechtzeitig angezeigt wird. Er findet sich mittlerweile meistens auch in Babywindeln.

Zur Fixierung dienen entweder Klebepunkte im Slip oder die Fixierung erfolgt über Klebe- oder Klettverschlüsse. Bei einteiligen Systemen wie Slips können sie entfallen, weil diese automatisch fixiert sind.

Moderne Inkontinenzhygiene ist ohne Superabsorber nicht mehr vorstellbar. 0,1 bis 0,8 mm große Körnchen sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit gebunden wird und die Körnchen bei der Berührung mit Flüssigkeit aufquellen und sie so besser im Inneren der Einlage halten.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Für Menschen, die unter Inkontinenzproblemen leiden, sind moderne Produkte zur Inkontinenzhygiene ein wahrer Segen, denn sie ermöglichen ihnen, trotz dieser Probleme ein weitestgehend normales Leben ohne größere Einschränkungen führen zu können.

Inkontinenz ist trotz umfassender gesundheitlicher Aufklärung immer noch für viele Menschen ein Tabuthema und schränkt die Lebensqualität Betroffener ganz erheblich ein. Moderne Inkontinenzartikel, die mit der Zeit dünner, in der Handhabung leichter wurden und mehr Tragekomfort bieten, erleichtern sowohl Betroffenen als auch den Pflegenden das Leben sehr. Sie bieten einen guten Auslaufschutz, hohen Tragekomfort und einen Geruchsschutz.

In Pflegeheimen trägt die Verwendung moderner Inkontinenzprodukte dazu bei, Infektionen im Rahmen zu halten. Darüber hinaus ist das Wechseln bei bettlägerigen Menschen leichter geworden und spart Zeit bei Reinigungs- und Hygienemaßnahmen.

Zudem sorgt die Verwendung von Inkontinenzprodukten dafür, dass Wäsche, Bettwäsche und Matratzen geschont werden, aber auch die Haut der von Inkontinenz Betroffenen besser geschützt wird. Sie würde durch den ständigen Kontakt mit Urin und/oder Kot wund werden und könnte sich leichter entzünden.

Durch den guten Auslaufschutz können Menschen mit leichter oder mittlerer Inkontinenz, die noch mobil und unternehmungslustig sind, ihr Leben fast ohne nennenswerte Einschränkungen leben. Da immer mehr Menschen immer älter werden, wird in Zukunft der Bedarf an Inkontinenzprodukten noch zunehmen.

Um Menschen mit Inkontinenz das Leben auch finanziell nicht durch regelmäßige zusätzliche Kosten zu erschweren, werden die Kosten für Inkontinenzprodukte von den Krankenkassen übernommen. Art und Umfang der Kostenerstattung kann bei verschiedenen Krankenkassen jedoch variieren, manche Patienten müssen für eine individuelle bedarfsgerechte Versorgung einen Eigenanteil übernehmen.

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