Infektiologie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Infektiologie ist die Lehre der durch Mikroben und Parasiten verursachten Krankheiten. Die Disziplin umfasst Diagnose, Therapie und Prophylaxe des Befalls mit Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten. Aufgabe des Fachgebietes ist auch die Erforschung der Mikroben und Parasiten, des Immunsystems sowie die Entwicklung neuer Therapien und Medikamente.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Infektiologie?

Infektiologie ist die Wissenschaft der Krankheiten, die durch biologische Entzündungserreger entstehen. Die Erreger sind Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Der klinische Infektiologe ist Mediziner und kümmert sich um die Diagnose und die Beseitigung des Befalls mit den verursachenden Lebewesen. Er Ist ein Facharzt mit gesetzlich geregelter Zusatzausbildung.

Die forschende Infektiologie ist den Grundlagenkenntnissen gewidmet. Dieses Teilgebiet ist dominiert von der Mikrobiologie und der Molekularbiologie. Der mikrobiologische Zweig ist weiter spezialisiert in die Bakteriologie, Virologie und Mykologie (Wissenschaft von den Pilzen). Die molekulare und die zelluläre Immunologie sind die Sparten, die der Erforschung der körpereigenen Abwehr dienen. Diese Teilfächer der Infektiologie werden auch von Biochemikern und Biologen behandelt. Innerhalb der Immunologie bildet die Serologie (Untersuchung des Blutplasmas) ein weiteres Spezialgebiet.

In der klinischen Praxis vermischen sich die Disziplinen der Infektiologie. So ist der Medizinische Mikrobiologe von seiner Ausbildung her ein Grundlagenforscher. Oft steht er aber dem Medizinischen Infektiologen zur Seite, wenn es um die Diagnostik geht. Denn der Mikrobiologe kann die Kleinstlebewesen identifizieren, die eine Infektionskrankheit ausgelöst haben.

Behandlungen & Therapien

Bakterielle Infektionen sind ein häufiges Problem, mit dem sich der Infektiologe auseinandersetzen muss. Salmonellen sind oft die Ursache von Durchfällen in der westlichen Hemisphäre, während die Cholera in der Dritten Welt verbreitet ist. Auch Hirnhaut- und Lungenentzündungen können durch die Einzeller verursacht werden. Die Tuberkulose zählt ebenfalls zu den bakteriellen Entzündungen. Auf dem Vormarsch ist die Borreliose, die durch Zecken übertragen wird. Die Borrelien befallen das Nervensystem und die Gelenke. Zu den Bakterien-Infektionen zählen auch viele Geschlechtskrankheiten.

Zu den Viralen Infektions-Krankheiten rechnen die Ärzte den durch Rhinoviren verursachten Schnupfen sowie weitere Atemwegserkrankungen. Adenoviren verursachen eine Leukozytose, eine Erhöhung der Zahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) als Reaktion des Immunsystems. Die Viren aus dieser Familie sind für die Grippe, Bindehautentzündung sowie Durchfallerkrankungen verantwortlich. Auch Kinderkrankheiten wie Mumps, Masern, Windpocken und Kinderlähmung sowie Röteln sind Virusinfektionen. Hochgradig ansteckend sind Virus-Krankheiten, die hämorrhagisches Fieber auslösen. Verursacher sind beispielsweise Ebola-, Lassa-, und Gelbfieber-Viren. Gekennzeichnet ist dieses Syndrom durch lebensgefährliche Blutungen.

Infektiologie ist die Lehre der durch Mikroben und Parasiten verursachten Krankheiten.

Mykosen sind Infektionen mit Pilzen, wobei Hefen oder höhere Pilze beteiligt sein können. Die Mediziner unterscheiden zwischen Oberflächen-Mykosen der Haut und systemischen oder invasiven Mykosen, die innere Organe befallen. In den Körper gelangen die Krankheitserreger über die Lunge und können Milz und Leber befallen wie es bei der Histoplasmose (Infektion mit Histoplasma) der Fall ist. Systemische Mykosen können tödlich enden. Zwischen den beiden Gruppen der Mykosen steht der Befall mit Candida albicans. Der Hefepilz besiedelt die Mund- und Darmschleimhaut und auch das Lungen-Epithel (Epithel: Abschlussgewebe).

Oberflächen-Mykosen treten als Dermatomykosen auf der Haut sowie Onychomykosen an den Nägeln auf. Zu den Parasiten des Menschen zählen Protozoen (Einzellige Tiere) wie Plasmodium (Malaria-Erreger). Die Mikroben dringen in die Erythrozyten (Rote Blutkörperchen) ein. Auch Vielzeller wie Bandwürmer und der Kleine Leberegel sind parasitieren beim Menschen.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Die Diagnose in der Infektiologie beginnt mit dem Patientengespräch. Die geschilderten Symptome wie Fieber, Erschöpfung, Erbrechen oder Durchfall liefern dem Arzt erste Anhaltspunkte zur Krankheitserkennung. Bei der körperlichen Untersung wird der Mediziner klassische Entzündungszeichen feststellen (Hitze, Schwellung, Rötung, Schmerz).

Die Blutuntersung offenbart eine Vermehrung von Leukozyten und molekularer Entzündungsmarker. Die Identifizierung der Antigene im Blutserum dient der direkten Erkennung der Erreger. Antigene sind Oberflächen-Moleküle der Mikroben, auf die das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern reagiert. Auch diese hochspezifischen Proteine (Eiweiße) kann der serologische Test nachweisen. Dies ist dann ein Zeichen dafür, dass bereits eine Immun-Antwort stattgefunden hat.

Anhand von Zell-Kulturen erkennt der Mikrobiologe die Infektions-Verursacher. Die Auswertung erfolgt dabei sowohl makroskopisch-optisch als auch mikroskopisch. Biochemische Nachweis-Methoden ergänzen den Sichtbefund. Mit den Antibiotika hat der Infektiologe ein wirksames Mittel zur Beseitigung eines Bakterienbefalls. Die Bereitstellung effizienter Antibiotika ist eine große Herausforderung für die Forschung. Denn Mikroben neigen zur Ausbildung von Resistenzen gegen einzelne oder mehrere der antibakteriellen Medikamente. Daher gleicht die Entwicklung neuer Antibiotika einem ständigen Wettlauf mit der Zeit. Nur für wenige Virus-Infektionen stehen antivirale Medikamente zur Verfügung.

Zur Vorbeugung bakterieller als auch viraler Entzündungen setzen die Ärzte spezifische Aktiv-Immunisierungen (Impfungen) ein. Der Arzt injiziert dem Patienten abgeschwächte Erreger, worauf das Immunsystem aktiv wird. Die Körpereigene Abwehr hat damit die Fähigkeit erworben, auf eine Infektion schnell zu reagieren. Die Passiv-Immunisierung dient der Bekämpfung einer akuten Infektion. Mit einer Injektion werden dem Patienten Antikörper verabreicht. Die Pharma-Unternehmen stellen diese Immunglobuline aus dem Blut infizierter Tiere her.

Gegen Pilzinfektionen helfen Antimykotika. Anwendungsform ist entweder eine Salbe bei Oberflächen-Mykosen oder eine orale Einnahme von Tabletten bei systemischen Mykosen. Manchmal ist auch eine Injektion erforderlich. Für Parasitosen gibt es noch keine Schutzimpfungen. Eingeschränkten Schutz vor Malaria bietet die Chemoprophylaxe, bei einem akuten Befall helfen Medikamente, die aus Inhaltsstoffen des Beifußkrautes entwickelt wurden. Spulwürmer entfernt der Mediziner endoskopisch aus dem Gastrointestinal-Trakt (Magen-Darm).

Bücher über Infektionskrankheiten

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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