Infarkt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Viele Menschen haben schon einmal gehört oder gelesen, dass jährlich über 60.000 Personen an Infarkten unterschiedlicher Art sterben. Der Infarkt ist eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte in Deutschland und zu den häufigsten Todesursachen. Ein Großteil der Bevölkerung denkt bei dem Wort Infarkt nur an den bekanntesten, den Herzinfarkt. Was genau ist jedoch ein Infarkt, wodurch wird er ausgelöst und wie behandeln ihn die Ärzte?

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Infarkt?

Als Infarkt wird das Absterben von körpereigenem Gewebe infolge einer Sauerstoffunterversorgung bezeichnet. Dies geschieht durch das Fehlen von sauerstoffreichem Blut im betroffenen Gewebe und den versorgenden Blutgefäßen.

Ebenso, wie durch mangelnden Zufluss, kann der Infarkt auch durch das Fehlen eines Abflusses von Blut ausgelöst werden, da die angestaute Blutmenge auch den erneuten Zufluss verhindert. Oft wird unter Infarkt nur der Herzinfarkt verstanden. Jedoch ist der Verschluss einer Arterie auch in der Netzhaut oder den Sehnerven des Auges möglich. Auch der Abfluss des Blutes durch die Venen eines Gewebes kann einen Infarkt bewirken.

Zudem sind Embolien eine häufig beobachtete Ursache. Hierbei handelt es sich um mit dem Blut eingeschwemmte Teilchen unterschiedlicher Zusammensetzung. Es kann sich bei solchen Gefäßverschlüssen um Fett, Sauerstoff (eingeschlossene Luftbläschen) oder Blutgerinnsel handeln. Körpereigene und fremde Substanzen sind möglich.

Embolien sind immer sehr problematisch für den Körper und das betroffene Gewebe und müssen in schweren Fällen sogar operativ beseitigt werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

Ursachen

Zunächst einmal ist ein Infarkt auf mangelnde Durchblutung zurückzuführen. Blut versorgt unseren Körper mit Nährstoffen und mit Sauerstoff. Kommt der Sauerstoff verzögert oder gar nicht bei einem Organ oder Gewebeverband an, kann infolgedessen Gewebe absterben. Dies kann das Gewebe eines Muskels, eines Entgiftungsorganes oder eines Sehnervs sein.

Immer dann, wenn ein Gewebe vollständig infolge von Sauerstoffmangel abstirbt, ist das ein Infarkt. Auch die Knochen, das Gehirn, das Rückenmark oder das Gewebe der Lunge können einen Infarkt erleiden. Am bekanntesten ist der Infarkt des Herzmuskels. Oft gehen der Unterversorgung mit Sauerstoff Gefäßverschlüsse voraus.

Insofern kann ein ursächlicher Zusammenhang zu Gefäßembolien, Thrombosen und dem allgemeinen Verschluss versorgender Arterien hergestellt werden. Auch Infarkte infolge von Infekten sind bekannt. Meist sind es aber Störungen im Abfluss oder im Zufluss von mit Sauerstoff angereichertem Blut, welche den Infarkt bewirken.

Typische oder häufige Formen

Diagnose & Verlauf

Infogramm zur Anatomie und Ursachen von Herz- & Gefäßerkrankungen wie z.B. Herzinfarkt. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Jeder Mensch, der bekannte Probleme mit dem Herzen oder dem Kreislauf hat, ist ein Risikopatient für einen Infarkt. Permanenter Bluthochdruck, Probleme mit dem Zuckerstoffwechsel wie Diabetes oder überdurchschnittlich hohe Cholesterinwerte sind in der Diagnostik bereits häufige Anhaltspunkte für das Entstehen von Infarkten.

Bekannte Methoden zur Überprüfung von Infarkten betroffener Organe sind das EKG, das Messen der Ströme am Herzmuskel und seinen Gefäßen, Messungen des Blutdruckes, der Blut-und Cholesterinwerte sowie die Computertomografie bei Verdacht auf Lungeninfarkt oder das Messen sogenannter Infarktmarker im Blut.

Infarktmarker sind Stoffe im Blut, welche auf den Abbau von Blutgerinnseln auftreten und somit ein klarer Hinweis darauf sind, dass solche vorliegen. Es gibt auch nuklearmedizinische Verfahren wie das MRT oder die Lungenszintigraphie, welche die Durchblutungs- und Belüftungsverhältnisse der Lungen ermitteln hilft, um so Anhaltspunkte für eventuell vorliegende Gefäßverschlüsse zu liefern.

Komplikationen

Grundsätzlich hängen die Komplikationen eines Infarkts vom jeweiligen Typ des Infarkts und vom betroffenen Organ ab. Nach einem Herzinfarkt bilden beispielsweise Herzrhythmusstörungen, Linksherzinssufizienz, Abriss des Papillarmuskels oder Sehnenfadens (Chorda tendinea) und Herzmuskelriss (Myokardruptur) mögliche Komplikationen. Darüber hinaus kann es zur Frühperikaritis, einer Herzbeutelentzündung, kommen.

Im weiteren Verlauf sind darüber hinaus Komplikationen wie Spätperikarditis und Herzmuskel-Herzbeutel-Entzündung (Perimyokarditis) denkbar. Bei der Mitralinsuffizienz versagt eine Herzklappe, namentlich die Mitralklappe. Ein septischer Infarkt kann eine Blutvergiftung (Sepsis) nach sich ziehen. Diese ist potenziell tödlich und muss deshalb fachgerecht behandelt werden.

Eine weitere Komplikation des septischen Infarkts ist die Bauchfellentzündung (Peritonitis). Der Flüssigkeitsverlust, der die Bauchfellentzündung begleitet, kann weitere Beschwerden verursachen. Entzündet sich das Rippen- beziehungsweise Brustfell (Pleuritis), leidet der Betroffene meist unter starken Schmerzen, die mit der Atmung zu- und abnehmen. Der Patient fühlt sich meist krank und schlapp und fiebert.

Darüber hinaus kann sich nach verschiedenen Arten von Infarkten ein Infarktaneurysma bilden, bei der sich ein Beutel in der Wand eines Blutgefäßes oder der Herzwand bildet. In einer solchen Aussackung können sich Thromben bilden, die sich lösen und den Blutfluss behindern können, was möglicherweise zu einem weiteren Infarkt führen kann. Es ist außerdem möglich, dass in einem Aneurysma größere Mengen Blut versacken, die infolgedessen im Blutkreislauf fehlen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie von Infarkten verspricht in den meisten Fällen immer dann Erfolg, wenn sie möglichst rasch nach Bemerken des Infarktes begonnen wird. Jedoch wird ein Infarkt nicht immer gleich als solcher erkannt. Beim sogenannten Schlaganfall - dem Hirninfarkt - ist die Therapie sehr umfangreich und kann Monate oder Jahre dauern. Eine intensivstationäre Behandlung und eventuell Operation dient meist einer Überwachung der Blutwerte und der Atmung.

Ausgeschiedene Stoffwechselprodukte untersucht das Labor auf Hinweise. Cholesterinsenkende Mittel helfen, die Blutwerte zu normalisieren und Krankengymnastik trainiert das Gehirn, die Funktion abgestorbener Gewebe wenn möglich auszugleichen. Beim Augeninfarkt wird prüft der Arzt das Vorliegen eines arteriellen oder venösen Augeninfarktes. Durch spezielle Massage kann er das verschlossene Gefäß zu öffnen versuchen.

Die Durchblutung kann durch die Injektion von durchblutungsfördernden Mittel normalisiert werden. Dies geschieht durch ambulante Operation am Auge nach lokaler Betäubung. Laser- oder Kältetherapie vermeidet wenn nötig den Anstieg des Augendrucks.

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Vorbeugung

Herz- udn Kreislaufprobleme sind das häufigste Anzeichen für ein Infarktrisiko. Daher ist es besser, als Mitglied dieser Risikogruppe nicht zu rauchen. Alkohol in Maßen und eine Ernährung mit frischem Obst und Gemüse tut gut und hält fit. Bewegung an der frischen Luft und in der Natur fördert auch die Beweglichkeit der Venen und Arterien.

Der Körper mag es, regelmäßig zu laufen. Zweimal die Woche ist das Minimum an Bewegung für einen Körper, der gesund bleiben soll. Zudem ist das Trinken von reinem Wasser den Genussmitteln vorzuziehen. Zumindest sollte der Anteil an Wasserzufuhr den von Kaffee, Alkohol oder Softdrinks weit übersteigen. Alls das ist wichtig für die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Gesundheit der Gefäße.

Das können Sie selbst tun

Ein Infarkt ist, unabhängig davon, welches Organ betroffen ist, ein medizinischer Notfall. Der Patient oder die Ersthelfer müssen unverzüglich den Notarzt verständigen.

Am weitesten verbreitet ist der Herzinfarkt. Die beste Selbsthilfemaßnahme bei einem drohenden Herzinfarkt besteht darin, die Anzeichen richtig zu deuten und unverzüglich einen Arzt zu konsultieren. Ein Herzinfarkt kündigt sich oft durch Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm ziehen, Beklemmungsgefühle und Druckgefühle hinter dem Brustbein an. Insbesondere Risikopatienten sollten solche Symptome nicht verharmlosen und sofort einen Arzt aufsuchen. Zu den Risikogruppen gehören insbesondere Übergewichtige, Raucher und Personen mit hohem Blutdruck. Das Vermeiden dieser Risikofaktoren in Kombination mit einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung kann einem Herzinfarkt vorbeugen.

Droht ein akuter Herzinfarkt sollte sich der Patient bis zum Eintreffen der Rettungskräfte nicht flach hinlegen, sondern besser in einem Sessel setzen. Dadurch sinkt der Volumendruck im Brustkorb und das Herz wird entlastet. Dieser Effekt kann durch das sogenannte Hauffesche Armbad noch verstärkt werden. Dabei legt der Patient den linken Arm oder gegebenenfalls beide Arme in ein Becken mit Wasser, dessen Temperatur ca. 35 Grad Celsius betragen sollte. Dann wird langsam heißeres Wasser zugegeben, bis die Temperatur des Wassers auf etwa 40 Grad Celsius ansteigt. Dass Bad steigert die Durchblutung in den Armen, leitet also Blut vom Brustkorb in die Extremitäten um, und sorgt so für eine momentane Entlastung des Herzen.

Bücher über Herzinfarkt

Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004
  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin. Springer, Heidelberg 2011

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