Indische Schlangenwurzel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Bei der Indischen Schlangenwurzel handelt es sich um eine altbewährte Heilpflanze aus Südasien. Sie diente in Indien unter anderem zur Behandlung von Schlangenbissen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Indischen Schlangenwurzel

Die botanische Bezeichnung der Indischen Schlangenwurzel lautet Rauwolfia serpentina. Sie ist auch als Indische Schlangenwurz, Schlangenholz, Java-Teufelspfeffer oder Wahnsinnskraut bekannt. Die Heilpflanze gehört der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) an. Nicht zu verwechseln ist sie mit der Amerikanischen Schlangenwurzel.

Die Bezeichnung Rauwolfia ist dem französischen Botaniker Charles Plumier (1646-1704) zu verdanken, der auf diese Weise den deutschen Botaniker Leonhard Rauwolf (1535-1596) ehrte. Der Name Serpentina gilt als Verweis auf die schlangenähnliche Form der Pflanze.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) benutzt die Indische Schlangenwurzel zur Behandlung von Leberleiden, Schwindelgefühlen und Bluthochdruck, der mit Kopfschmerzen einhergeht.

Die Indische Schlangenwurzel zählt zu den immergrünen Sträuchern und wächst aufrecht. Sie verfügt über eine weiße glatte Rinde sowie über Milchsaft. Zwischen April und Mai kommt es zur Ausbildung der kleinen Blüten. Die Kelchblätter verfügen über eine rötliche Färbung, während die Kronblätter weiß sind. Darüber hinaus bildet die Indische Schlangenwurzel schwarze Steinfrüchte, die eine Größe von rund 8 Millimetern erreichen.

Ursprungsort der Indischen Schlangenwurzel ist Indien. Von dort aus breitete sich die Pflanze bis nach Pakistan, Sri Lanka und Indonesien aus. Die Rauwolfia serpentina gedeiht vornehmlich in den tropischen Gegenden Nordostindiens sowie in der Region des Himalayas. Weitere Anbaugebiete sind Malaysia, Birma und Thailand. Die Erntezeit findet Ende Oktober bis Anfang November statt.

Wirkung & Anwendung

Medizinisch verwendbare Wirkstoffe der Indischen Schlangenwurzel sind die rund 60 unterschiedlichen Alkaloide. Dazu gehören in erster Linie die Monoterpen-Alkaloide vom Typ Yohimban, Heteroyohimban, Ajmalan und Sarpagan. Als Hauptwirkstoffe gelten Rescinnamin und Reserpin. So hat Reserpin eine blutdrucksenkende und beruhigende Wirkung. Ebenfalls zu den Alkaloiden zählen unter anderem Yohimbin, Serpentin, Ajmalin und Deseripin.

Das Gemisch aus Alkaloiden hat die Eigenschaft, stimmungsaufhellend, krampflösend und abführend zu wirken. Medizinisch verabreicht wird die Indische Schlangenwurzel zumeist als fertiges Präparat. In höheren Dosen gilt die Rauwolfia allerdings als giftig. Aus diesem Grund ist nur eine Anwendung nach ärztlicher Verordnung gestattet. Die Einnahme der Indischen Schlangenwurzel erfolgt zunächst in kleinen Dosen. Diese werden solange verabreicht, bis die passende Dosierung erreicht ist. Danach findet eine Langzeitbehandlung mit dem Präparat statt, die bis zu einem Jahr dauern kann.

In der Homöopathie kommt die Indische Schlangenwurzel in den Niedrigpotenzen D1 bis D4 zur Anwendung. Die Arzneien werden hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen und zu hohem Blutdruck eingenommen. Bis zur Potenz D3 gilt die Rauwolfia als verschreibungspflichtig. In der Potenz D6 lässt sie sich zur Therapie von Nervenleiden verabreichen. Die Einnahme der Mittel erfolgt zumeist in Form von Tabletten oder Tropfen.

Dabei kommen in erster Linie Kombinationen mit Reserpin zum Einsatz. Das einzige Monomedikament ist Gilurytmal, in dem Ajmalin enthalten ist. Es dient zur Therapie von Herzrhythmusstörungen. Auch die Ayurveda-Medizin weiß die Indische Schlangenwurzel zu schätzen. Dort wird sie als erhitzend und trocken eingestuft. Trotz ihres bitteren Geschmacks übt sie eine scharfe Wirkung auf die Verdauung aus. Aufgrund ihrer beruhigenden Effekte gelangt sie gegen nervöse Unruhe und Krämpfe zum Einsatz.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) benutzt die Indische Schlangenwurzel zur Behandlung von Leberleiden, Schwindelgefühlen und Bluthochdruck, der mit Kopfschmerzen einhergeht.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Von ayurvedischen Texten wurde die Indische Schlangenwurzel bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. erwähnt. Im alten Indien setzten die Heiler sie hauptsächlich gegen Schlangenbisse ein. Nach Europa gelangte die exotische Heilpflanze erst im frühen 18. Jahrhundert, als sie auf Forschungsreisen entdeckt wurde. Auch auf dem europäischen Kontinent kam die Rauwolfia zunächst wie in der indischen Volksmedizin zum Einsatz.

Im Jahr 1952 konnten Wissenschaftler den wichtigsten Wirkstoff der Indischen Schlangenwurzel, das Reserpin, isolieren, was eine chemische Produktion ermöglichte. Auf diese Weise ließ sich die Rauwolfia schon bereits zwei Jahre später von der Medizin auf breiter Basis einsetzen. Hauptanwendungsgebiet stellten psychiatrische Erkrankungen wie Psychosen dar. So gehörte die Indische Schlangenwurzel zu den ersten Medikamenten, die einem Test zur Behandlung von Schizophrenie unterzogen wurden.

Durch intensive Forschungsarbeiten gewannen Wissenschaftler außerdem wichtige Erkenntnisse über den Stoffwechsel des menschlichen Gehirns, wodurch sich wiederum neue sinnvolle Präparate entwickeln ließen. Das Reserpin wies jedoch den Nachteil von zahlreichen Nebenwirkungen auf. Dies führte schließlich zum Rückgang der Reserpinanwendung. In den 70er Jahren kam es zum Ersatz von Reserpin durch Präparate, die eine bessere Verträglichkeit besaßen.

Lange Zeit galt Rauwolfia auch als wichtiges Behandlungsmittel von Bluthochdruck. 1986 wurde die Indische Schlangenwurzel von der Kommission E positiv bewertet und zur Therapie von leichtem Bluthochdruck, psychomotorischer Unruhe, Anspannung und Angstzuständen empfohlen, wenn andere Maßnahmen keine Wirkung zeigten. Aufgrund der starken Nebenwirkungen kam die Heilpflanze jedoch kaum noch zur Anwendung.

Eingesetzt wurde die Rauwolfia lediglich als Reserpin in niedriger Dosis zusammen mit anderen Bluthochdruckmitteln. Ein bewährtes Mittel ist die Indische Schlangenwurzel heutzutage noch in der Homöopathie. Dort wird das Präparat in homöopathischer Verdünnung gegen leichte Herzschmerzen und essentielle Hypertonie verabreicht.

Wie bereits erwähnt, sind bei der Einnahme der Indischen Schlangenwurzel verschiedene Nebenwirkungen möglich, was sich auf die starke Wirkung der Pflanze zurückführen lässt. Dabei kann es sich um Albträume, Depressionen, Angstzustände, Herzbeschwerden, Kreislaufprobleme, Parkinson-Symptome und Muskelschwäche handeln. Nicht zur Anwendung kommen darf Rauwolfia, wenn der Patient unter Erkrankungen wie Depressionen, Nephrosklerose oder Arterienverkalkung der Hirngefäße leidet.

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