In-vivo-Diagnostika

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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In-vivo-Diagnostika sind medizinische Hilfsmittel, die dem Arzt die Diagnose von Krankheiten am lebendigen Menschen erleichtern. Zu den bekanntesten In-vivo-Diagnostika zählen jodbasierte Kontrastmittel für aussagekräftige Bildgebungsverfahren und Radioisotope für diagnostische Verfahren der Szintigraphie. Da In-vivo-Diagnostika auch gesunden Menschen verabreicht werden, dürfen sie nur geringe Risiken und Nebenwirkungen beinhalten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind In-vivo-Diagnostika?

Unter In-vivo-Diagnostika versteht der Mediziner sämtliche Hilfsmittel zum Zweck der medizinischen Diagnose am lebenden Patienten. Dazu gehören zum Beispiel die Hilfsmittel bei bildgebenden Verfahren, wie der Computertomographie. Die In-vivo-Diagnostik umgreift in diesem Zusammenhang alle bildgebenden Verfahren, die über Kontrastmittel oder andere Substanzen erst ermöglicht werden.

Das Kontrastmittel beim Röntgen, bei Ultraschalluntersuchungen, dem MRT oder dem CT ist in diesem Sinn also eines von vielen verschiedenen In-vivo-Diagnostika. Davon abzugrenzen ist der Begriff der In-vitro-Diagnostika. In-vitro-Verfahren finden im Gegensatz zu In-vivo-Verfahren nicht am lebendigen Menschen statt. Stattdessen entnimmt der Arzt dem Patienten beim In-vitro-Verfahren Körperflüssigkeiten oder Gewebe. Diese entnommenen Proben werden zu Diagnosezwecken im Labor untersucht. Die dazu eingesetzten Medizinprodukte werden als In-vitro-Diagnostika bezeichnet.

Funktion, Wirkung & Ziele

Sowohl In-vitro, als auch In-vivo-Diagnostika sollen dem Arzt bei der Diagnose oder dem Ausschluss einer Krankheit helfen. Das Kontrastmittel dient bei bildgebenden Verfahren am lebenden Patienten zum Beispiel der differenzierteren Abbildung von anatomischen Strukturen. Das Kontrastmittel wird vor und während der Bildgebung meist intravenös gegeben.

Einsatz findet die intravenöse Kontrastmittelgabe beispielsweise für gut differenzierte Bildgebungen der Wirbelsäule. Durch die intravenöse Verabreichung lassen sich Gefäße erkennen und krankhafte Gewebsstrukturen von gesunden Gewebsstrukturen unterscheiden. Eine rektale Verabreichung von Kontrastmitteln erfolgt dagegen bei Bildgebungen des Dickdarms oder des Unterbauchs. So lässt sich eine Abgrenzung der Unterbauchorgane gegenüber der Darmschlingen erreichen. Die orale Gabe von Kontrastmitteln ermöglicht wiederum eine bessere Abtrennung von Magen und Darm gegenüber anderen Organen.

Neben jodhaltigen Kontrastmitteln arbeitet die moderne Medizin vor allem mit Bariumsulfat-haltigen Suspensionen. Die jodhaltigen Lösungen werden gegenwärtig am häufigsten verwendet und dienen vor allem der Darstellung von Venen, Nieren oder Organen. Barumsulfat-haltige Mittel kommen insbesondere zur Darstellung der Speiseröhre oder des Magen-Darm-Trakts zum Einsatz. In-vivo-Diagnostika wie das Kontrastmittel verbessern so die Aussagekraft und Zuverlässigkeit einer Bildgebung an beliebigen Stellen des Körpers. Ähnlich steht es um Radioisotope, die sich ebenfalls als In-vivo-Diagnostika bezeichnen lassen. Zu diesen Radioisotopen gehören vor allem Fluordesoxyglucose und 99-Technetium.

Unter In-vivo-Diagnostika versteht der Mediziner sämtliche Hilfsmittel zum Zweck der medizinischen Diagnose am lebenden Patienten. So zählen z.B. alle bildgebenden Verfahren, die über Kontrastmittel oder andere Substanzen erst ermöglicht werden, dazu.

Beide Substanzen finden bei der Szintigraphie oder im Rahmen von PET und SPECT Einsatz. In der Regel werden diese Stoffe gespritzt. Es handelt sich bei den Substanzen um radioaktiv markierte In-vivo-Diagnostika. Für die genannten nuklearmedizinischen Bildgebungen bringt sie der Arzt in den Körper des Patienten ein. Bei der Szintigraphie misst eine Gamma-Kamera die abgegebene Strahlung der abgelagerten In-vivo-Diagnostika. Die PET und die SPECT zeigen eine Schnittbildaufnahme ähnlich des MRTs. Beide Verfahren machen dabei mithilfe der radioaktiv markierten In-vivo-Diagnostika biochemische und physiologische Funktionen sichtbar.

Radioisotope spielen insbesondere für die Krebsdiagnostik eine Rolle. Während sie in diesem Zusammenhang In-vivo-Diagnostika sind, sind sie bei der tatsächlichen Krebstherapie keine diagnostischen Hilfsmittel mehr. Sie werden bei der Krebsbehandlung eher zum eigentlichen Mittelpunkt der Therapie. So sollen gezielt gegebene Radioisotope beispielsweise Tumore zertrümmern. In Zukunft sollen sich In-vivo-Diagnostika an der Nanotechnologie orientieren. So sollen nanopartikuläre Kontrastmittel mit ihrer Ablagerung in kranken Zellen zukünftig zum Beispiel die Früherkennung verschiedener Krankheiten ermöglichen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine Besonderheit von In-vivo-Diagnostika ist die rechtliche Grundlage. Solange die Hilfsmittel nicht immunologisch, pharmakologisch oder metabolisch wirksam sind, gelten sie als Medizinprodukte und unterliegen den gesetzlichen Regelungen in diesem Rahmen. Sobald In-vivo-Diagnostika aber eine physikalische Wirkung ausüben, gehören sie statt zu den Medizinprodukten bereits zu den Arzneimitteln.

Damit sind sie statt dem Medizinproduktrecht den Arzneimittelgesetzen verpflichtet. In der Regel finden In-vivo-Diagnostika vor der tatsächlichen Einschätzung der Patientengesundheit Einsatz oder werden gar an gänzlich gesunden Patienten angewandt. In diesem Zusammenhang stellen sich an die Medizinprodukte hinsichtlich der Risiken und Nebenwirkungen gänzlich andere Anforderungen als an ein Medikament. Medikamente werden kranken Patienten verabreicht. Risiken und Nebenwirkungen sind abhängig von der Erkrankung und dem Nutzen des Medikaments daher bis zu einem hohen Grad tolerierbar. Dieses Verhältnis von Nutzen und Risiko gilt für In-vivo-Diagnostika nicht. Nebenwirkungen werden in Zusammenhang mit In-vivo-Diagnostika deshalb nur in geringem Maß akzeptiert.

Im Hinblick auf Diagnostika wie das Kontrastmittel war dem nicht immer so. So wurden früher zum Beispiel noch toxische Kontrastmittel angewandt, die später teilweise Lebertumore verursachten. Die heutigen Kontrastmittel sind dagegen gut verträglich. Abgesehen von einem metallischen Geschmack und Kopfschmerzreaktionen ist die Gabe meist nur mit geringen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. In seltenen Fällen kommt es zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Ausschlag oder Atemnot.

Unter Umständen können Regulationsstörungen der Schilddrüse auftreten. Bei Radioisotopen spielen vor allem die Abbaubarkeit und die Zerfallsgeschwindigkeit der radioaktiv markierten Substanzen eine Rolle. Die heute angewandten Radioisotope sind in der Regel äußerst kurzlebig. Insbesondere das häufig verwendete 99-Technetium hat sich als relativ gut verträglich erwiesen. Als Nebenwirkungen treten zum Teil Müdigkeitserscheinungen auf. Auch Kurzatmigkeit und allgemeine Schwäche gehören zu den nennenswertesten Nebenerscheinungen.

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Quellen

  • Bücheler, E., et al.: Einführung in die Radiologie: Diagnostik und Interventionen. Thieme, Stuttgart 2006
  • Seeber, S.: Therapiekonzepte Onkologie. Springer, Berlin 2007
  • Wetzke, M. et. al.: Bildgebende Verfahren. Urban & Fischer, München 2012

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