In-vitro-Fertilisation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Die In-vitro-Fertilisation ist auch als Befruchtung im Glas bekannt und entspricht einem der wichtigsten Verfahren zur künstlichen Befruchtung, bei dem der Arzt einer Frau unter hormoneller Stimulation Eizellen entnimmt, die in einem Reagenzglas mit den Spermien des Mannes in Berührung gebracht werden.

Nach der Befruchtung werden die befruchteten Eizellen in einem Brutkasten kultiviert und am zweiten oder fünften Tag zurück in die Mutter transferiert, die den so erzeugten Fötus zu einer Wahrscheinlichkeit zwischen 20 und 40 Prozent austrägt. Neben den Risiken einer Operation nimmt die Mutter bei der In-vitro-Fertilisation auch die Nebenwirkungen einer Hormonbehandlung auf sich und riskiert außerdem ihre Partnerschaft, da gerade erfolglose Behandlungen der künstlichen Befruchtung neben Depressionen eine hohe Belastung für das partnerschaftliche Verhältnis inne haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die In-vitro-Fertilisation?

Unter der In-vitro-Fertilisation versteht der Mediziner ein Verfahren der künstlichen Befruchtung. Die Methode existiert seit den 60er und 70er Jahren, als Medizin-Nobelpreisträger Robert Edwards und sein Kollege Patrick Steptoe den Grundstein für die Methode legten. Innerhalb Deutschlands bestehen bestimmte Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Behandlung der In-vitro-Fertilisation.

So müssen die Ehepartner zum Beispiel ein Jahr lang regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt haben, ohne damit eine Schwangerschaft initiieren zu können. Im Volksmund wird das Verfahren der In-vitro-Fertilisation auch Befruchtung im Glas genannt. Diese Ausdrucksweise bezieht sich auf die klassische Form der Methode, bei der die Spermien in einem Reagenzglas mit der Eizelle in Berührung gebracht werden und das so befruchtete Ei in die Mutter zurück transferiert wird.

In Deutschland gibt es gegenwärtig über 100 Fachzentren zur In-vitro-Fertilisationen, die pro Jahr mehr als 50.000 Behandlungen zu Einzelbehandlungskosten von rund 4000 Euro durchführen. Eine Kostenbeteiligung durch die Krankenkasse ist für Ehepaare in einem Alter zwischen 25 und 40 Jahren möglich. Nicht verheiratete Paare müssen für die vollen Kosten aus eigener Tasche aufkommen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die In-vitro-Fertilisation soll Paaren ihren Kinderwunsch erfüllen, wenn die Befruchtung auf herkömmliche Weise nicht von Erfolg gekrönt ist. Zu Beginn der Behandlung steht die Spermien- und Eizellen-Gewinnung. Dabei wird das Erbgut der Partner zuerst auf Fehler geprüft, um Erbkrankheiten für die späteren Föten auszuschließen.

Im Zuge der so genannten Downregulation wird die Eigentätigkeit der mütterlichen Eierstöcke medikamentös heruntergefahren, um durch spätere Hormongabe umso mehr Eier gewinnen zu können. Die Hormongabe erfolgt meist in Form von FSH-Präparaten, die über rund 11 Tage unter die Haut gespritzt werden und mehrere Eizellen reifen lassen. Ab dem sechsten Tag des Zyklus werden die Eizellen in der Regel per Ultraschall beobachtet, wobei am neunten Tag abhängig von den Ergebnissen dieser Beobachtung die Entscheidung für einen bestimmten Tag der Entnahme fällt.

Die In-vitro-Fertilisation ist auch als Befruchtung im Glas bekannt und entspricht einem der wichtigsten Verfahren zur künstlichen Befruchtung. Dabei werden der Frau entnommene Eizellen in einem Reagenzglas mit den Spermien des Mannes in Berührung gebracht werden.

Zur etwa selben Zeit werden die Spermien des Mannes auf Beweglichkeit, Dichte und Bakterien überprüft. Durch die Gabe des Hormons HCG lösen die behandelnden Ärzte eine Ovulation aus. Transvaginal punktieren die Ärzte die Follikel und entnehmen so Follikelflüssigkeit. Parallel dazu gewinnt man durch Masturbation oder mikrochirurgische Eingriffe die Spermien. Die durch die Punktion gewonnen Eizellen werden daraufhin mit den so gewonnen Spermien befruchtet. Dazu stehen vier Methoden zur Verfügung, wobei die klassische Methode der spontanen Befruchtung im Reagenzglas entspricht.

Bei gestörter Spermienqualität kann die Befruchtung allerdings auch mit Hilfe einer in die befestigte Eizelle eingeführten Pipette erfolgen. Die befruchteten Eizellen werden im Glas kultiviert, in einen Brutschrank gestellt und Qualitätsuntersuchungen unterzogen. Idealerweise erfolgt am zweiten oder fünften Tag nach der Befruchtung der Embryonentransfer zweier befruchteter Eizellen. Rund zwei Wochen nach der Punktion wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt, der bei erfolgreicher In-vitro-Fertilisation zu einem entsprechend positiven Ergebnis kommt.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Rate von Geburten nach In-vitro-Fertilisation ist relativ gering. Sie liegt zwischen 20 und 40 Prozent und hängt stark vom Alter der Mutter, dem jeweiligen Zeitpunkt für die Entnahme der Eizelle und der Anzahl insgesamt befruchteter Eizellen ab. Da die Eizellen im Zuge einer Operation entnommen werden, ist die In-Vitro-Fertilisation für die Frau mit allen zugehörigen Risiken verbunden.

Zu diesen Risiken zählt vor allem die Infektion sowie die Komplikation durch die Verletzung innerer Organe. Die weiterführende Hormonbehandlung kann für die Mutter Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, starke Stimmungsschwankungen, Ödeme oder ein erhöhtes Risiko für Infarkte beinhalten. Auch Risikoschwangerschaften sind durch die In-vitro-Fertilisation vorstellbar. Da solche sowohl für die Mutter, als auch die Föten gesundheitliche Gefahren bergen, dürfen deutsche Fachzentren und Kliniken höchstens drei befruchtete Eier zurück in die Mutter transferieren, was die Gefahr von Mehrlingsschwangerschaften gering hält.

Die psychischen Folgen der Behandlung dürfen nicht unterschätzt werden. Vor allem gescheiterte In-vitro-Fertilisationen können schwere Depressionen auslösen und partnerschaftliche Probleme verursachen. In Einzelfällen bricht mit der Behandlung die Partnerschaft auseinander. Eine rechtliche und ethische Besonderheit der Befruchtungsmethode ist die Frage nach dem Verbleib überflüssiger Eizellen, die auf diesem Weg befruchtet wurden.

Eine Abtötung ist in Deutschland aufgrund des Embryonenschutzgesetzes illegal. Dasselbe gilt für die Weitervermittlung der befruchteten Eizellen an ethnisch umstrittene Embryonenversuchsreihen. Daher konservieren die Kliniken die befruchteten Eizellen in der Regel, um sie für eine Folgebehandlung zu einem späteren Lebenszeitpunkt aufzubewahren.

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Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, duale Reihe. Thieme, Stuttgart 2013

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