Immenblatt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Der botanische Name des Immenblatts ist Melittis melissophyllum. Es handelt sich um eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), zu denen auch die Melissa gehört. Das Immenblatt wurde bereits in der Antike für medizinische Zwecke genutzt und findet bis heute bei verschiedenen Beschwerden in der Naturheilkunde Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Immenblatts

Der Name Melittis melissophyllum stammt aus dem Lateinischen und Griechischen. Der griechische Begriff „Mélitta“ bedeutet „Biene“, während das Lateinische „mel“ mit „Honig“ übersetzt wird. Die Übersetzung der ins Lateinische übernommenen Form des griechischen Wortes „phyllon“ lautet „Blatt“. Der Name entstammt dem Interesse von Bienen und Schmetterlingen an der Pflanze, welche auch für die Bestäubung verantwortlich sind.

Immenblatt wird auch als Bienenpflanze bezeichnet, da sie unter anderem deren Nektar nutzen. Der Ausdruck Melissophyllon wurde bereits von Plinius dem Älteren und Vergil in ihren Schriften für das Immenblatt verwendet. Die zerriebenen Laubblätter der Pflanze verströmen zudem den Geruch von Honig. Bereits in der Antike wurde dieser Ausdruck für die Pflanze genutzt.

Immenblatt zählt als bewährtes Hausmittel und als Geheimtipp bei verschiedenen Beschwerden.

Beim Immenblatt handelt es sich um eine 20 bis 50 Zentimeter hohe Pflanze. Sie ist mehrjährig und steht aufrecht. Die Stängel besitzen eine vierkantige, stumpfe Form und sind mit weichen und eng zusammen liegenden Gliederhaaren besetzt. Die gleichen, feinen Haare finden sich auch auf den Blättern der Pflanze. Sie sind beidseitig behaart und sind eiförmig. Ihr Rand ist gekerbt. Die Blüten des Immenblatts sind mehrlippig und rollen sich vom Rand her leicht nach innen.

Während die oberen Lippen der Blüten weiß sind, hat die Unterlippe in der Regel eine purpurlila oder rosa Färbung. Je nach Vorkommen finden sich allerdings auch gänzlich weiße Blüten oder solche, die rosa gefleckt sind. Ihre Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Das Immenblatt wächst insbesondere auf kalkhaltigen Lehm- und Tonböden. Es ist vor allem auf montaner Höhenstufe in warmen Edellaubwäldern zu finden. In Nadelwäldern ist es eher selten zu finden.

Ihr Vorkommen verteilt sich auf das ozeanische Europa. Darunter fallen Frankreich, die Britischen Inseln, Deutschland, die Iberische Halbinsel sowie Italien und Polen. Aber auch in Zentral- und Westrussland und auf der Balkanhalbinsel ist das Immenblatt zu finden. Deutsche Bundesländer, in denen es auftaucht, sind Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg sowie Bayern und Thüringen. In nördlicheren Bundesländern gilt das Immenblatt jedoch als selten und vom Aussterben bedroht.

Wirkung & Anwendung

Verwendet wird die Pflanze besonders in der Volksheilkunde und der Pharmazie. Hier findet es insbesondere innerlich Anwendung. Zu Tee verarbeitet werden vor allem die Sprosspitzen oder Blätter. In der Regel finden sich Mischung im Handel, welche sich zum Aufguss eignen. Immenblatt wurde bereits in antiker Zeit als Heilpflanze genutzt. Seine Anwendungsbereiche waren vorwiegend die Bekämpfung und Genesung von Gicht und Blasengries. Seine wichtigsten Inhaltsstoffe sind Cumarinverbindungen.

Cumarin findet als Derivat in verschiedenen medizinischen Bereichen Anwendung. Ein Nutzungsgebiet ist beispielsweise die Vorbeugung vor Schlaganfällen bei risikobehafteten Patienten. Außerdem enthält Immenblatt viele Bitterstoffe und ist daher ein beliebtes natürliches Arzneimittel. Die Art der Nutzung ist denen der Melisse sehr ähnlich, da Immenblatt ähnliche Wirkstoffe enthält.

Oftmals wird es mit der Melisse gleichgesetzt, allerdings handelt es sich um verschiedene Pflanzengattungen innerhalb der Familie der Lippenblütler. So wird der Geruch der Blätter des Immenblattes eher als unangenehm empfunden, während Melissenblätter einen zitronenartigen, aromatischen Duft verströmen. Vom Immenblatt genutzt werden vor allem die zu Beginn der Blütezeit geernteten Pflanzen. Dabei werden die Wurzeln allerdings ausgelassen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Im Bereich der Medizin finden sich verschiedene Anwendungsbereiche des Immenblatts. Es zählt als bewährtes Hausmittel und als Geheimtipp bei verschiedenen Beschwerden. So findet es beispielsweise Einsatz bei verschiedenen Arten von Entzündungen. Dazu gehören Augenentzündung wie die Bindehautentzündung, aber auch Verdauungsbeschwerden. Verschiedene Entzündungen im Magen-Darm-Bereich können mit Immenblatt-Tee behandelt werden.

Allgemein hat Immenblatt eine keimtötende, antiseptische Wirkung. Zudem ist es harntreibend. Mehrere Tassen Aufgusstee am Tag spülen Nieren und Blase und können so zur Entgiftung des Körpers beitragen. Abgesehen davon hat es in Maßen eine blutreinigende Wirkung. Die Pflanze kann zur Regulierung bei Beschwerden im Bereich der Menstruation beitragen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Menstruationsblutung ausbleibt oder nur sehr leicht ausfällt. Zudem hat es eine krampflösende Wirkung. Schwindel und Kreislaufprobleme lassen sich ebenso effektiv bekämpfen wie psychisch bedingte Unruhe.

Angstzuständen, Depressionen und Panikattacken kann mit Immenblatt beigekommen werden. Es hat eine beruhigende, sedative Wirkung und kann nach einem anstrengenden Tag helfen, zur Ruhe zu kommen. Dabei eignet sich Tee mit Immenblatt auch als Einschlafhilfe.

Nichtsdestotrotz ist die Pflanze nur unter Aufsicht und mit Bedacht einzunehmen. In größeren Mengen kann Immenblatt sich möglicherweise negativ auf den Körper auswirken. Verschiedene Nebenwirkungen werden diskutiert. Dazu zählen einerseits Erbrechen und Schwindel, aber auch Schlafsucht und starke Kopfschmerzen. Bei exzessivem Konsum kann Immenblatt zudem Lähmungen und Nierenschädigungen auslösen. Auch Leberschäden und Atemstillstand können die Folge sein.

Verschiedenen Versuchen nach zu urteilen, zeigt sich Immenblatt bisweilen bei Tieren als krebserregend. Die Studien bezüglich der Nebenwirkungen bei Menschen sind hingegen äußerst widersprüchlich. Inwieweit und in welchem Maße Nebenwirkungen beim Menschen auftreten, ist nicht ausreichend untersucht.

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