Idarubicin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Mai 2017
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Der medizinische Wirk- und Arzneistoff Idarubicin ist ein verbreitetes Zytostatikum, das zur Behandlung akuter Leukämien verwendet wird. Die Substanz wird wegen ihrer chemischen Eigenschaften der Klasse der Anthrazykline zugeordnet und in der Regel als Injektionslösung verabreicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Idarubicin?

Bei Idarubicin, häufig auch Demethoxidaunorubicin genannt, handelt es sich um einen medizinischen Wirkstoff, der als Teil einer umfassenden Chemotherapie zur Bekämpfung von akuten Leukämien verabreicht wird.

Die Einnahme von Idarubicin erfolgt parenteral durch eine Injektionslösung, obwohl der Arzneistoff als Kapsel, Lösungsmittel oder Pulver vertrieben wird. Idarubicin wird den Behandelten also unter ärztlicher Aufsicht durch eine Infusion unmittelbar in den Blutkreislauf gegeben. Hierdurch wird eine zügige Wirksamkeit erreicht.

In der Chemie wird Idarubicin durch die Summenformel C 26 – H 27 – N – O 9 beschrieben, was einer moralen Masse von etwa 533,95 g/mol entspricht. Damit ähnelt Idarubicin dem ihm eng verwandten Wirkstoff Daunorubicin (Summenformel: C 27 – H 29 – N – O 10, morale Masse: 527,52 g/mol). Im Vergleich zu diesem ist Idarubicin wegen seiner fehlenden Methoxygruppe allerdings leichter fettlöslich, was die Aufnahme in die Zelle erheblich erleichtert.

Seine Wirkung erzielt Idarubicin dadurch, dass innerhalb der anvisierten Krebszelle eine Wechselwirkung mit der Topoisomerase II ausgelöst wird. Aufgrund seiner Effekte gilt Idarubicin als Zytostatikum. Hierbei handelt es sich um zelltoxische Substanzen, die in der Humanmedizin zur Abtötung von Krebszellen bewusst eingesetzt werden. Im Gegensatz zu einigen anderen Zytostatika wird Idarubicin bei einigen Patienten (z. B. AML-Patienten) nicht zur palliativen Therapie, sondern ausschließlich zur kurativen Behandlung eingesetzt.

Pharmakologische Wirkung

Idarubicin stellt ein Zytostatikum dar. Der Wirkstoff ist dem Grunde nach toxisch. Im Rahmen einer ärztlich überwachten Chemotherapie wird er Patienten allerdings bewusst und gesteuert verabreicht, um Krebszellen abzutöten. Dies ist Idarubicin möglich, indem es in die Zelle eindringt und dort das Enzym Topoisomerase II durch eine Interkalation in die Zell-DNS hemmt.

Unter einer Interkalation wird in der Medizin eine reversible Einlagerung von Molekülen in chemischen Verbindungen verstanden. Wegen der Aktivitäten des Idarubicins ist die Krebszelle nicht mehr dazu in der Lage, Nukleinsäure und Proteinsynthese zu produzieren. Das Wachstum der Zelle wird gehemmt und eine Ausbreitung verhindert.

Der prozentuale Anteil des Wirkstoffs, der im Metabolismus zur Verfügung steht (Bioverfügbarkeit), liegt zwischen 18 und 39 Prozent. Das ist ein vergleichsweise guter Wert. Gebunden lässt sich Idarubicin nach der Einnahme an bis zu 97 % der Plasmaproteine nachweisen.

Die Verstoffwechselung (Metabolisierung) gelingt über die Leber und damit hepar. Die Elimination erfolgt dagegen zum Großteil über die Galle. Nur kleine Mengen der Substanz werden renal (über die Niere) verarbeitet. In der Literatur wird die Plasmahalbwertszeit von Idarubicin zwischen mindestens 10 und maximal 39 Stunden angesetzt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Eine Indikation von Idarubicin liegt vorrangig bei einer Leukämie vor. Diese wird mit einer umfassenden Kombinationschemotherapie behandelt. Innerhalb dieser nimmt Idarubicin eine entscheidende Rolle ein.

Bei älteren Menschen mit AML (amulter myeloischer Leukämie) wird auf eine Vorbehandlung verzichtet. Bei ihnen darf allerdings keine palliative Therapie mit Idarubicin erfolgen. Hier ist lediglich eine kurative Behandlung angezeigt.

Der Arzneistoff wird üblicherweise als Pulver, Lösungsmittel oder Kapsel vertrieben. Aus diesen wird, vor der Verabreichung an den Patienten, von medizinischem Fachpersonal eine Injektionslösung hergestellt. In bestimmten Fällen kann auch eine Infusion angezeigt sein. Eine selbständige Einnahme durch den Patienten ist hingegen nicht erlaubt.

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Risiken & Nebenwirkungen

Da Idarubicin ein sehr wirksamer Arzneistoff ist, können im Zuge der Behandlung unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Diese spiegeln sich häufig in verschiedenen Störungen des Blutbildes wieder, was eine typische Nebenwirkung von Zytostatika ist.

So können insbesondere ein pathologisch verringerter Gehalt von neutrophilen Granulozyten (eine Neutropenie), eine stark verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen (eine Leukopenie) sowie eine Verringerung von Hämoglobin (eine Anämie) durch die Behandlung mit Idarubicin ausgelöst werden.

Auch erhöhte Bilirubinwerte zählen zu den bekannten Nebenwirkungen von Idarubicin. Darüber hinaus berichten Patienten auch von einem allgemeinen Schwächegefühl, Fieber, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes und Herzrhythmusstörungen.

Möglich sind auch allergische Reaktionen. Diese äußern sich meist durch starke Hautreaktionen wie Juckreiz, Ausschlag oder Rötungen. In diesem Fall sollte die Behandlung nicht fortgeführt werden, da eine Kontraindikation besteht. Jene liegt auch bei Insuffizienzen der Leber oder Nieren vor.

Auch während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist aus medizinischer Sicht eine Gegenanzeige gegeben. Darüber hinaus hat eine Behandlung mit Idarubicin auch bei schweren Erkrankungen des Herzens (z. B. Herzinsuffizienz vierten Gerades oder nach einem Herzinfarkt) zu unterbleiben.

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