Hypopharynxkarzinom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 7. November 2016
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Beim Hypopharynxkarzinom (Schlundrachenkrebs) handelt es sich um Krebs im unteren Rachen, dem abschließenden Anteil. Der Hypopharynx ist einer der drei Bereiche des Rachens (Pharynx). Die Geschwulst geht beim Hypopharynxkarzinom meistens von der Rachenschleimhaut aus. Diese kleidet diesen Bereich des Körpers von innen her aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hypopharynxkarzinom?

Das Hypopharynxkarzinom ist eine bösartige Krebserkrankung, die zu den Kopf-Hals-Tumoren gehört und den untersten Abschnitt des menschlichen Rachens, den so genannten Schlundrachen, betrifft. Der Hypopharynx (unterster Teil des Schlundes) beginnt dort, wo sich der Luft- und Speiseweg trennen. Er liegt hinter dem Eingang des Kehlkopfes sowie seitlich davon.

Es handelt sich beim Hypopharynxkarzinom fast immer um Plattenepithelkarzinome. Diese entwickeln sich aus der oberen Zellschicht, dem Plattenepithel. Die malignen Tumore gehen von den Schleimhäuten und den Epithelien der Haut aus. Es konnte beobachtet werden, dass überwiegend Männer in einem höheren Lebensalter von der Erkrankung betroffen sind.

Doch auch bei Frauen nimmt dieser Tumor zu. Dies ist auf veränderte Trink- und Rauchgewohnheiten zurückzuführen. In 90 Prozent der Fälle befindet sich das Hypopharynxkarzinom bei der ersten Diagnose bereits im fortgeschrittenen Stadium.

Ursachen

Die Ursachen, aus denen das Hypopharynxkarzinom resultiert, konnten noch nicht vollständig geklärt werden. An der Entstehung könnten erblich bedingte Faktoren, Umwelteinflüsse sowie eine Mangelernährung beteiligt sein. Zu den Faktoren, die als Auslöser infrage kommen, gehören unter anderem der übermäßige Genuss von Alkohol und Nikotin, Virusinfektionen, beispielsweise das Epstein-Barr-Virus oder das humane Papillomvirus (HPV).

Auch ein fehlerhaft arbeitendes Immunsystem, ein häufiger Umgang mit Schadstoffen wie Asbest oder Farben, in denen Chrom und Nickel enthalten ist sowie eine genetische Disposition kommt ebenso als Ursache für ein Hypopharynxkarzinom infrage.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Im Frühstadium führt das Hypopharynxkarzinom eher zu uncharakteristischen Beschwerden. Im weiteren Verlauf kann es mit zunehmender Größe zu Schluckstörungen und einem übermäßigen Speichelfluss kommen. Zudem können Halsschmerzen, ein Fremdkörpergefühl im Rachen sowie stechende Schmerzen beim Schlucken auftreten.

Letztere ziehen häufig bis zum Ohr. In fortgeschrittenen Stadien ist auch ein blutiger Auswurf möglich. Eine Ausbreitung auf die Nachbarstrukturen wird häufig beobachtet. Wenn der Kehlkopf ebenso befallen ist, kann es zur Einschränkung der Stimmbandbewegung, einer Heiserkeit und eingeengten Atemwegen kommen.

Letzteres kann zu einer schweren Atemnot führen. Die Metastasierung erfolgt sehr frühzeitig, sodass eines der ersten Symptome oftmals vergrößerte Lymphknoten unter und hinter dem Ohr sind. Diese sind meist einseitig und verursachen keine Schmerzen. Die allgemeinen Symptome beim Hypopharynxkarzinom führen häufig auch zu einer Gewichtsabnahme.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die Diagnose Hypopharynxkarzinom zu stellen, steht dem Arzt die Endoskopie zur Verfügung. Damit können Körperhöhlen untersucht und dargestellt werden. Dabei werden aus verschiedenen Regionen Biopsien entnommen. Die Erkrankung kann dadurch meist schon festgestellt werden.

Auch bildgebende Verfahren spielen eine entscheidende Rolle. Um die Ausdehnung des Tumors im Halsbereich und Kehlkopf sowie Metastasen beurteilen zu können, werden Ultraschall-, CT- oder MRT-Untersuchungen eingesetzt. Der Patient muss dafür unter Umständen ein Kontrastmittel schlucken.

Dieses verbessert die Darstellung der Strukturen und Funktionen. PET und Knochenszintigraphie helfen bei der Suche nach Fernmetastasen. Auch Viren können den Tumor begünstigen, sodass eine Blutuntersuchung ebenfalls hilfreich sein kann. Der richtige Ansprechpartner ist bei einem Hypopharynxkarzinom oder entsprechenden Beschwerden ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Eine rechtzeitige Diagnosestellung und Einleitung der Therapie ist von großer Bedeutung. Wenn das Hypopharynxkarzinom noch klein ist und weder gestreut hat noch in benachbarte Strukturen eingewachsen ist, ist die Prognose gut. Je weiter das Wachstum des Tumors fortgeschritten ist, umso schlechter ist auch die Prognose.

Behandlung & Therapie

Ein kleineres Hypopharynxkarzinom kann laserchirurgisch entfernt werden. Doch es ist möglich, dass dabei ebenso Bereiche des eng benachbarten Kehlkopfes entfernt werden müssen. Die obersten Ziele der Behandlung sind, den Tumor zu beseitigen und die Sprechfunktion zu erhalten.

Das Gleiche gilt im Allgemeinen für die Lebensqualität des Betroffenen. Es soll also ermöglicht werden, dass der Betroffene normal trinken, essen und atmen kann. Bei fortgeschritteneren Tumoren ist es allerdings häufig erforderlich, den gesamten Kehlkopf mit zu entfernen.

Ist der Tumor bereits in benachbarte Strukturen eingewachsen, beispielsweise in die Schilddrüse oder Speiseröhre, müssen auch Teile von diesen mit entfernt werden. In vielen Fällen ist es dann jedoch schwierig, den Tumor komplett zu entfernen. Häufig kommen nach der Operation zusätzlich eine Strahlen- und Chemotherapie zum Einsatz.

Bei einer Inoperabilität wird versucht, das Hypopharynxkarzinom mit dem Kohlenstoffdioxidlaser zu verkleinern. Dies wird demzufolge durchgeführt, wenn kein chirurgischer Eingriff möglich ist. Im Endstadium werden oftmals eine Gastrostomie und Tracheotomie erforderlich. Ersteres ermöglicht die künstliche Ernährung, wenn der Patient durch das Hypopharynxkarzinom nicht schlucken kann.

Bei der Tracheotomie handelt es sich um einen Zugang zur Luftröhre, welcher der Sicherstellung der Beatmung dient. Das Hypopharynxkarzinom verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Dies führt dazu, dass die Erkrankung oftmals erst in fortgeschrittenen Stadien festgestellt wird. Bei mehr als der Hälfte der Patienten fällt sie erst auf, wenn bereits die ersten Absiedlungen als eine Lymphknotenschwellung am Hals erkennbar werden.




Vorbeugung

Als Vorbeugung für ein Hypopharynxkarzinom gilt eine gesunde Lebensweise, die eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen beinhaltet. Insbesondere das Rauchen und ein übermäßiger Alkoholkonsum (vor allem hochprozentig) sollten vermieden werden. Bei Rauchern ist das Risiko grundsätzlich sehr hoch, ein Rachenkarzinom zu entwickeln.

Durch Alkohol steigt es zusätzlich. Vor allem in der Kombination kann die Entstehung der Erkrankung häufig beobachtet werden. Alkohol sorgt dafür, dass die Rachenschleimhaut geschädigt wird, die dann angreifbar für die krebserregenden Stoffe ist, die mit dem Rauchen zugeführt werden. Als sinnvoll wird von den Ärzten zudem eine optimale Mundhygiene genannt.

Des Weiteren gilt eine berufliche Exposition gegenüber Metall- und Holzstaub, Kohle, Teerprodukten und Asbestzement als karzinogen wirkend. Da zudem die Refluxkrankheit oder ein Sodbrennen ein Hypopharynxkarzinom begünstigen können, sollten diese Beschwerden entsprechend behandelt werden, beispielsweise durch Säureblocker.

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