Hypertrophe Osteoarthropathie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Juni 2017
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Die hypertrophe Osteoarthropathie stellt eine Krankheit dar, die nur bei einer geringen Anzahl von Personen vorkommt. Im Rahmen der hypertrophen Osteoarthropathie schwellen Abschnitte an den Diaphysen in der Gegend der langen Röhrenknochen an den Gliedmaßen an. Die von den Schwellungen betroffenen Bereiche verursachen Schmerzen. Zudem verbreitern sich die Zehen und Finger der an der hypertrophen Osteoarthropathie erkrankten Patienten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine hypertrophe Osteoarthropathie?

Von der hypertrophen Osteoarthropathie sind in erster Linie die Diaphysen in der Gegend der Extremitäten betroffen. Darüber hinaus entwickeln sich bei einem Teil der erkrankten Personen zusätzliche Beschwerden der Gelenke. Auch sind unter Umständen die Füße und Hände der Betroffenen in ihrer Motorik gestört.

Seltener wurden im Zusammenhang mit der hypertrophen Osteoarthropathie neurovegetative Beeinträchtigungen sowie die Entstehung einer sogenannten Dysproteinämie beobachtet. Grundsätzlich sind männliche Patienten öfter von der hypertrophen Osteoarthropathie betroffen als Frauen. Die Patienten befinden sich in den meisten Fällen in mittlerem Lebensalter.

Für die hypertrophe Osteoarthropathie existiert eine Vielzahl an verschiedenen synonymen Krankheitsbezeichnungen. So wird die Erkrankung zum Beispiel auch Marie-Bamberger-Syndrom, Pierre-Marie-Krankheit oder Osteoperiostitis ossificans toxicans genannt.

Der Erstbeschreiber der Erkrankung war Bamberger, der die hypertrophe Osteoarthropathie im Jahr 1889 intensiv untersuchte. Dabei entdeckte der Mediziner bereits, dass eine Verbindung zwischen verbreiterten Zehen und Fingern und Krankheiten des Herzens oder der Lunge existiert. Ein Jahr später, 1890, grenzte Doktor Marie die hypertrophe Osteoarthropathie deutlich von der sogenannten Akromegalie ab.

Ursachen

Prinzipiell existieren verschiedene Ursachen für die Entstehung der hypertrophen Osteoarthropathie. Im überwiegenden Teil der Fälle wird die Krankheit durch ein sogenanntes paraneoplastisches Syndrom ausgelöst. Diese Art von Syndrom tritt unter Umständen gemeinsam mit einem Karzinom der Bronchien auf, wobei es sich in der Regel um ein nicht-kleinzelliges Karzinom handelt.

Darüber hinaus kommt die hypertrophe Osteoarthropathie gehäuft mit verschiedenen anderen Erkrankungen vor. Dazu gehören zum Beispiel chronische Erkrankungen des Herzens oder der Lunge, etwa Lungenfibrose oder Mukoviszidose. Auch im Rahmen einer Bronchiektase tritt die hypertrophe Osteoarthropathie mitunter auf. Zudem entwickelt sich die Krankheit zum Teil parallel im Zusammenhang zu diversen Erkrankungen der Leber, die mit einer Dysproteinämie verbunden sind. Schließlich besteht bei einigen Patienten eine Assoziation zu Morbus Crohn.

Bei der Erforschung der ursächlichen Faktoren für die Entstehung der hypertrophen Osteoarthropathie zeigt sich, dass sich die Krankheit eher selten in bestimmten Familien von Patienten konzentriert. Diese Tatsache spricht eher weniger für eine ausgeprägte genetische Komponente der hypertrophen Osteoarthropathie. In manchen Fällen wird die hypertrophe Osteoarthropathie auch durch Tumoren in der Lunge ausgelöst. Darüber hinaus kommt diese Art von Tumoren oftmals gemeinsam mit Karzinomen der Bronchien vor.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die hypertrophe Osteoarthropathie äußert sich in einer Reihe von typischen Beschwerden, die beim überwiegenden Teil der betroffenen Patienten auftreten. So entwickeln sich im Rahmen der Erkrankung Schwellungen, von denen Schmerzen ausgehen. In einigen Fällen leiden die erkrankten Bereiche an Störungen der Durchblutung.

Die Schwellungen entstehen in erster Linie an den langen Röhrenknochen und dort vor allem an den sogenannten Diaphysen. Zudem verbreitern sich die Zehen und Finger der an der hypertrophen Osteoarthropathie erkrankten Personen auffallend. Eine zeitige Diagnose der hypertrophen Osteoarthropathie ist von enormer Bedeutung.

Denn in manchen Fällen ist die Krankheit mit einem Bronchialkarzinom assoziiert, welches zu den entsprechenden Beschwerden führt. Werden die Symptome der hypertrophen Osteoarthropathie frühzeitig erkannt, ist eine vorzeitige Diagnose des Karzinoms möglich. Auf diese Weise lässt sich wertvolle Zeit gewinnen und eher mit der Therapie beginnen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um eine hypertrophe Osteoarthropathie zu diagnostizieren, ist die Mitarbeit des betroffenen Patienten erforderlich. So ist bei typischen Krankheitsbeschwerden rasch ein Arzt zu informieren, der eine Diagnose stellt. Dieser beginnt in der Regel mit der Anamnese, in deren Rahmen er den Patienten nach den Beschwerden, deren Beginn und Entstehungsumständen sowie der generellen Lebensweise fragt.

Auf diesem Weg versucht der Arzt, bedeutende Hinweise zur Identifikation der vorliegenden Krankheit zu sammeln und eine Verdachtsdiagnose zu stellen. Die Vermutungen werden im zweiten Schritt der Diagnosestellung, der klinischen Untersuchung des Patienten, erhärtet. Hier steht vor allem die körperliche Untersuchung der erkrankten Person im Vordergrund.

Typische Veränderungen im Erscheinungsbild der Zehen und Finger weisen im Zusammenhang mit den beschriebenen Schmerzen deutlich auf die hypertrophe Osteoarthropathie hin. Bevor die Diagnose als gesichert gilt, ist eine gewissenhafte Differentialdiagnose durchzuführen.

Dabei versucht der Arzt, die Beschwerden von chronischen Erkrankungen der Lunge, etwa Bronchiektasen oder Tuberkulose, abzugrenzen. Auch sind Entzündungskrankheiten des Darms mit chronischem Verlauf auszuschließen. Der Arzt überprüft zudem, ob eventuell eine Leberzirrhose vorliegt.

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Komplikationen

Bei dieser Krankheit kommt es in erster Linie zu starken Schwellungen, die in den meisten Fällen auch mit Schmerzen verbunden sind. Diese Schwellungen können zu verschiedenen Einschränkungen in der Bewegung und im Alltag des Betroffenen führen. Die Schmerzen können dabei auch in Form von Ruheschmerzen auftreten und dabei zu Schlafbeschwerden führen.

Die Durchblutung ist geschwächt, sodass Extremitäten kalt sind oder gelähmt werden. Im schlimmsten Falle können bestimmte Regionen auch komplett absterben. Zu weiteren Komplikationen kommt es in der Regel dann, wenn ein Karzinom erst spät diagnostiziert wird und sich dieses schon in andere Regionen ausgebreitet hat. In diesem Falle sinkt die Lebenserwartung des Patienten extrem.

Die Behandlung erfolgt in der Regel kausal und richtet sich dabei nach der Grunderkrankung. Dabei kommt es allerdings nicht in jedem Fall zu einem positiven Krankheitsverlauf. Der weitere Verkauf der Krankheit hängt allerdings von der Grunderkrankung und von ihrem Fortschritt ab. In vielen Fällen kommt es auch zu psychischen Beschwerden, sodass auch eine Behandlung durch einen Psychologen notwendig ist. Bei einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung können die Beschwerden allerdings gut eingeschränkt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der hypertrophen Osteoarthropathie richtet sich in erster Linie nach der zu Grunde liegenden Erkrankung. Eine zeitnahe Therapie der Grunderkrankung ist im überwiegenden Teil der Fälle sehr wichtig, da es sich oftmals um schwerwiegende Krankheiten handelt. Die Schmerzen, die im Rahmen der hypertrophen Osteoarthropathie auftreten, werden oftmals mit nicht-steroidalen antirheumatischen Wirkstoffen behandelt.

Vorbeugung

Da eine Prävention der hypertrophen Osteoarthropathie insbesondere an den Grunderkrankungen ansetzt, gestaltet sich eine wirksame Vorbeugung in der Praxis schwierig.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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