Hypersomnie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. August 2017
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Unter Hypersomnie versteht der Mediziner die Schlafsucht. Die Schlafsucht äußert sich in einem übermäßigem Tageschlafbedarf, die sich ganz unterschiedlich äußern kann. Betroffene sind hauptsächlich Männer mittleren Alters. Meist tritt eine Hypersomnie im Zusammenhang mit anderen, meist psychischen Krankheiten oder mit einer ausgeprägten Schlafapnoe auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hypersomnie?

Die Hypersomnie äußert sich in einem vermehrten Bedarf an Schlaf während des Tages, ohne dass es zu häufigen oder lang andauernden, bewusst wahrgenommenen Wachphasen während des Nachtschlafs gekommen ist.

Der Tagesschlaf kann sich ganz unterschiedlich äußern und reicht von kurzen Schlafattacken, die den Betroffenen überfallartig heimsuchen bis hin zu einer andauernden Müdigkeit während des gesamten Tages. Die Betroffenen leiden stark unter dem Krankheitsbild, da die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Die Teilnahme am Straßenverkehr beispielsweise ist meist nicht mehr möglich.

Die Hypersomnie wird anhand ihres Schweregrads eingeteilt in leichte, mittlere und schwere Hypersomnie. Bei der leichten Hypersomnie kommt der unfreiwillige Schlaf nicht jeden Tag vor, bei der mittleren Hypersomnie täglich und bei der schweren Hypersomnie mehrmals täglich.

Ursachen

Die Ursachen für die Schlafsucht sind bisher nicht eindeutig bekannt. Auffallend sind jedoch das häufig gleichzeitige Auftreten anderer Erkrankungen, etwa Depressionen, Schizophrenie, Krebs, Parkinson oder Multiple Sklerose.

Außerdem wurde ein Zusammenhang zwischen Drogen- und Alkoholmissbrauch und der Schlafsucht beobachtet. Die häufigste Ursache - so haben verschiedene Aufzeichnungen in Schlaflaboren gezeigt - ist die Schlafapnoe. Leidet ein Patient unter Schalfapnoe, so setzt während des Nachtschlafs häufig die Atmung aus. Das kann mehrmals pro Stunde vorkommen und minutenlang andauern.

Die Aussetzung der Atmung führt zu einem Sauerstoffmangel im Körper. Der Nachtschlaf ist dann, ohne dass der Betroffene es merkt, wenig erholsam. Die andauernde Wecksituation verursacht außerdem enormen Stress.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Um eine sichere Diagnose stellen zu können, ist ein Aufenthalt in einem Schlaflabor anzuraten. In einem Schlaflabor wird der Nachtschlaf des Patienten überwacht. Hierzu wird er an EEG und EKG angeschlossen, was die Überwachung der Gehirnströme sowie die Herzaktivität ermöglicht.

Außerdem werden die Bewegungsaktivität und der Atemfluss aufgezeichnet. Der Patient erhält darüber hinaus einige Fragebögen und wird unterschiedlichen Tests unterzogen - z.B. wird die Pupillenweite während der Nacht oder die Konzentrationsfähigkeit bei monotonen Tätigkeiten gemessen - die ebenfalls Aufschluss über seinen Nacht- und seinen Tagesschlaf geben. Liegen alle Ergebnisse vor, kann ein erfahrener Schlafmediziner die Diagnose "Hypersomnie" stellen.

Kommt eine organische Ursache in Betracht, schließen sich an die Tests im Schlaflabor eine internistische oder psychiatrische Diagnostik an. Der Verlauf einer Hypersomnie ist sehr unterschiedlich. Bei einer leichten Hypersomnie leidet der Patient meist nicht unter der Schlafsucht, oft nimmt er sie nicht einmal als Krankheit wahr.

Erst wenn der individuelle Tagesrhythmus des Betroffenen gestört ist oder aufgrund eines gestörten Nachtschlafs Folgeerkrankungen - etwa Herz-Kreislaufprobleme - aufgetreten sind, wird der Betroffene die Krankheit wahrnehmen.

Komplikationen

In den meisten Fällen tritt die Hypersomnie bei Männern im mittleren Alter auf. Die Betroffenen leiden dabei an einer regelrechten Schlafsucht. Wird ein hoher Bedarf an Schlaf täglich nicht eingehalten, so kommt es zu einem Krankheitsgefühl oder zu einer verstärkten Reizbarkeit des Patienten. Die Hypersomnie wirkt sich ebenfalls negativ auf die Psyche des Patienten aus und ist in der Regel auch mit anderen psychischen Beschwerden verbunden.

Der Schlaf des Patienten ist dabei sehr tief und hält lange an. Oft fällt das Aufstehen schwer. Nicht selten leiden die Betroffenen auch an Schlafstörungen und benötigen daher an anderen unregelmäßigen Zeiten Schlaf. Der Alltag wird durch die Hypersomnie durcheinandergebracht und für den Patienten erschwert. In vielen Fällen ist es dabei nicht mehr möglich, einer Arbeit oder einer gewöhnlichen Tätigkeit nachzukommen.

Weiterhin kann es auch zu Beschwerden am Herzen oder am Kreislauf des Patienten kommen, wobei es im schlimmsten Falle zum Tode kommen kann. Die Behandlung der Hypersomnie erfolgt in der Regel kausal und führt nicht zu besonderen Komplikationen. Allerdings kann nicht vorausgesagt werden, wie einfach die Grunderkrankung behandelt werden kann. In den meisten Fällen wird die Lebenserwartung allerdings nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Da die Schlafsucht meist die Folge einer anderen Erkrankung ist, gilt es, die Ursache zu behandeln. Schlafapnoe, eine der häufigsten Ursachen der Hypersomnie, wird meist durch Übergewicht oder durch verengte Atemwege ausgelöst.

Sofern hier die Ursache für die Schlafsucht liegt, hilft es meist, an Gewicht zu verlieren oder die Atemwege operativ zu korrigieren bzw. zu erweitern. Außerdem kann es dem Betroffenen helfen, während des Nachtschlafs eine Atemmaske zu tragen, welche die Atmung unterstützt und damit das Aussetzen der Atmung verhindert.

In äußerst seltenen Fällen bei Vorliegen einer schweren Hypersomnie können Medikamente verabreicht werden. Die Medikamente - allesamt Amphetamine - können die Schlafsucht zwar überwinden, sie weisen jedoch ein extrem hohes Suchtpotenzial auf. Von einer Selbstmedikation ist dringend abzuraten.

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Vorbeugung

Einer Hypersomnie selbst kann nicht vorgebeut werden. Da sie meist Folge einer anderen Erkrankung ist - häufig Schlafapnoe aufgrund von Übergewicht - ist es ratsam, auf ein niedriges Körpergewicht zu achten. Der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum ist ebenso hilfreich wie der konsequente Verzicht auf Drogen und eine gesunde Ernährung.

Das können Sie selbst tun

Bei einem starken Schlafbedarf sollte der Betroffene verschiedene Vorkehrungen treffen, um Komplikationen oder eine erhöhte Unfallgefahr zu vermeiden. Das Bedürfnis nach Schlaf verringert die gewohnte Leistungsfähigkeit und führt zu einer Verminderung der Teilhabe am sozialen Leben. Um Konflikte im Berufs- und Sozialleben zu reduzieren, sollten die Menschen aus dem nahen Umfeld von den Problemen unterrichtet werden.

Die Symptomatik der Erkrankung ist häufig auf erhöhten Stress und Unzufriedenheit zurückzuführen. Der allgemeine Lebensstil sollte überprüft und optimiert werden. Die Zufuhr der Lebensmittel ist zu verbessern und sollte vitamin- sowie ballaststoffreich sein. Übergewicht ist zu vermeiden und ausreichende Bewegung oder sportliche Aktivitäten fördern das allgemeine Wohlbefinden. Der Genuss von Alkohol oder Nikotin ist zu unterlassen. Aufputschmittel in Form von Drogen oder einem übermäßigen Medikamentenkonsum sind ebenfalls zu vermeiden.

Die Schlafhygiene ist nach den Bedürfnissen des Betroffenen zu verändern. Hilfreich und sehr informativ ist ein Besuch im Schlaflabor. Störquellen während der Ruhe– und Erholungsphasen sind zu eliminieren. Der Tagesablauf sollte nach Möglichkeit gut strukturiert und regelmäßig aufgebaut werden. Treten plötzliche Schlafanfälle auf, müssen Gefahrenquellen beseitigt werden. Die Teilnahme am Straßenverkehr sollte ohne eine Begleitperson nicht stattfinden. Tätigkeiten, die eine hohe Verletzungsgefahr darstellen, sind ebenfalls nicht ohne Aufsicht sowie Schutzbekleidung durchzuführen.

Bücher über Narkolepsie & Hypersomnie

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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