Hyperplasie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2017
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Unter dem Begriff Hyperplasie subsummiert man verschiedene Formen einer Zellvermehrung, die in oder an einem Organ, in Muskeln, Haut oder Bindegewebe gleichermaßen geschehen kann. Die Gründe für das Zellwachstum können verschiedener Natur sein. Die Hyperplasie steht im Gegensatz zur Hypertrophie, einer Verkümmerung von Zellen, und der Neoplasie, womit speziell gutartige oder bösartige Turmor-Neubildungen gemeint sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hyperplasie?

Die Definition des Begriffes Hyperplasie besagt, dass es um erhöhtes Zellwachstum an einer beliebigen Stelle im Organismus geht. Die Hyperplasie kann durch eine funktionelle Belastung angeregt werden, aber auch durch hormonelle, bakterielle, virologische oder medikamentöse Zusammenhänge entstehen.

Interessant ist, dass die Hyperplasie oft reversibel ist. Hört man auf zu trainieren oder unterbindet die hormonelle Stimulation, revidiert sich das Zellwachstum. Es kann, muss sich aber nicht um eine Erkrankungsfolge handeln.

Ursachen

Die Ursachen der Hyperplasie sind vielfältig. Man bezeichnet mit diesem stark verallgemeinernden Begriff jede Form von Zellwachstum, unabhängig vom Auslöser. Ausgenommen ist ein Tumorwachstum, das man in seiner gutartigen und bösartigen Form als Neoplasie oder Neubildung bezeichnen wurde.

Unterschieden wird die Hyperplasie in verschiedene Formen, die beispielsweise als adenomatöse, angiolymphoide, fokale epitheliale, fokale noduläre Hyperplasie oder als polypöse, foveoläre, lymphoide oder glandulär-zystische Hyperplasie bezeichnet werden. Das Organ oder der Zellabschnitt vergrößern sich bei der Hyperplasie nicht durch Anschwellen von Zellen, sondern durch tatsächliche Vermehrung der Zellen.

Bei einer Vergrößerung beispielsweise der Schilddrüse oder Prostata muss die Ursache gefunden werden, weil eine Erkrankung zu Grunde liegen kann. Folglich kann eine Hyperplasie durchaus pathologisch bedingt sein. Aber auch Warzen, Zysten und neu gebildetes Narbengewebe werden als Hyperplasie bezeichnet und haben dann nicht immer Krankheitswert. Viele Formen der Hyperplasie werden als harmlos angesehen.

Typische Symptome & Anzeichen

  • übermäßige Zellbildung
  • daraus resultierende Vergrößerung von Organen oder Gewebe

Diagnose & Verlauf

Diagnose und Verlauf entsprechen der Unterschiedlichkeit der jeweiligen Hyperplasie. Eine einzelne Warze muss einen nicht beunruhigen. Eine Zyste oder ein Myom entstehen, können sich aber auch wieder zurückbilden. Eine vergrößerte Drüse oder ein verdicktes Organ können aber schon behandlungsbedürftig sein.

Gutartige Wucherungen an der Leber, der männlichen Vorsteherdrüse, den Eierstöcken, der Haut oder der Niere bedürfen ebenso einer Untersuchung wie alle anderen Hyperplasien, die vermutlich keine harmlosen Ursachen haben. Als erste Maßnahme können ein Tastbefund, eine Bestandsaufnahme der Patientenbeobachtungen und eine Sonografie darüber Aufschluss geben, was im Körperinneren passiert. Gegebenenfalls sind andere bildgebende Maßnahmen oder mikroskopische Untersuchungen anzudenken, in denen Konsequenz auch eine Operation anstehen kann.

Eine Hyperplasie der Nebenniere kann in Folge von Diabetes oder anderen Erkrankungen eintreten. Der Verlauf ist dann abhängig von der Grunderkrankung, die die Hyperplasie verursacht hat. Genauso können Medikamente, Alkoholmissbrauch, Fettsucht oder Verhütungsmittel eine Hyperplasie nach sich ziehen. Diagnostik und Verlauf richten sich je nach der Anamnese und dem vermuteten Auslöser der Hyperplasie.

Bei einer Hyperplasie der weiblichen Brust würde man nach dem Abtasten zur Mammografie raten. Gegebenenfalls muss eine Biopsie in Erwägung gezogen werden. Die gezielte Muskelhyperplasie - der gewollte Muskelaufbau durch Bodybuilding - bedarf keiner Diagnose, es sei denn diese Tätigkeit würde zur Sucht oder die Muskelneubildung würde wichtige Organe in ihrer Funktion beinträchtigen. Zu untersuchen ist jeweils, ob es sich um eine behandlungsbedürftige Hyperplasie handelt oder nicht.

Komplikationen

Durch die Hyperplasie leidet der Betroffene an einer starken Vermehrung der Zellen, die über das gewöhnliche Maß hinausgeht. In den meisten Fällen bleibt diese Vermehrung zwar ohne Beschwerden, sie kann allerdings auf lange Sicht zu einer Vergrößerung der Orange führen. Die Vergrößerung de Organe wirkt sich in jedem Fall negativ auf die Lebensqualität und die Gesundheit des Patienten aus.

In der Regel werden dadurch andere Organe verschoben oder gequetscht, wodurch sich Komplikationen ergeben können. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um die Nieren und um die Leber. Der Patient kann im schlimmsten Falle an einer Niereninsuffizienz leiden und ist dabei auf ein Spenderorgan oder auf einer Dialyse angewiesen. Auch der Alltag wird für den Betroffenen extrem erschwert.

Weiterhin kann auch die Leber durch die Hyperplasie beschädigt werden. Bei der Vergrößerung der Milz kommt es in der Regel zu Schmerzen an der Seite. Die Behandlung der Hyperplasie findet immer kausal statt und ist in den meisten Fällen nicht mit Komplikationen verbunden. Sollte es sich allerdings um einen bösartigen Tumor handeln, so kann in einigen Fällen keine Behandlung mehr erfolgen und der Betroffene verstirbt dabei vorzeitig.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Entwickeln sich Warzen oder andere Hautveränderungen, empfiehlt es sich, einen Arzt zu konsultieren. Die eigenverantwortliche Entfernung von Warzen kann zu Komplikationen führen. Daher sollten sie fachmännisch untersucht und behandelt werden. Breiten sich die Warzen oder vorhandene Hautunreinheiten am Körper aus oder nehmen sie an Umfang zu, ist ein Arzt aufzusuchen. Verfärbungen des Hautbildes, Schwellungen der Haut oder Geschwüre sind einem Arzt vorzustellen. Bei einem allgemeinen Krankheitsgefühl, einem Unwohlsein oder diffusen Auffälligkeiten, ist ein Arztbesuch anzuraten. Kommt es zu Verdauungsproblemen, Funktionsstörungen oder einem Abfall des Leistungsniveaus, ist eine Abklärung der Beschwerden notwendig.

Bei einem Engegefühl im Körper, Veränderungen des Monatszyklus, sexuellen Funktionsstörungen oder Erektionsproblemen ist eine Untersuchung zur Ursachenforschung einzuleiten. Kommt es zu einer ungewöhnlichen Gewichtszunahme oder nimmt der Oberkörper scheinbar grundlos an Umfang zu, wird ein Arzt benötigt. Wiederholte Auffälligkeiten des Toilettengangs müssen medizinisch untersucht werden. Verringert sich die Urinmenge oder werden Verfärbungen des Urins bemerkt, sind die Beobachtungen mit einem Mediziner zu besprechen. Stellt sich ein Appetitverlust ein oder verweigert der Betroffene die Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme, benötigt er einen Arzt. Es drohen eine Unterversorgung des Organismus sowie ein Organversagen. Fieber, eine innere Unruhe, Schmerzen oder Krämpfe sind Hinweise, die medizinisch abgeklärt werden müssen.

Behandlungen & Therapie

Auch die Behandlung der Hyperplasie muss in Abstimmung mit der bestehenden Grunderkrankung oder Störung stehen. Manche Hyperplasie ist überhaupt nicht behandlungsbedürftig, andere aber sehr wohl.

Die Endometriose ist eine Hyperplasie bei Frauen, die oft Schmerzen bereitet. Sie kann wie viele andere Hyperplasien auch medikamentös und operativ behandelt werden. Ob Hormongaben oder das Gegenteil sinnvoll sind, entscheidet der Behandler in Abhängigkeit von der Ursache der Hyperplasie. Bei der Hyperplasie von Gaumen- und Rachenmandeln geht man anders vor als bei einer Hyperplasie, die durch Diabetes oder eine andere Erkrankung bedingt ist.

Oft genügt eine regelmäßige bis engmaschige Verlaufskontrolle, damit die Hyperplasie ständig unter ärztlicher Beobachtung steht. Nicht der Beobachtung bedarf die muskuläre Hyperplasie durch Bodybuilding, sofern sie keine gesundheitlichen Folgen zeitigt. Hyperplasie im weiblichen, aber auch im männlichen Brustgewebe bedarf der ärztlichen Abklärung. Es kann sich um gutartige, aber auch bösartige Schwellungen und Zellentwicklungen handeln.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen eine Hyperplasie ist je nach Verursacher nur bedingt möglich. Sie liegt in einem allgemein gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung begründet. Familiäre Neigungen, Viren oder vererbbare Erkrankungen können bestimmte Hyperplasien auslösen, beispielsweise Warzen. Darauf hätte man nur wenig Einfluss. Andere Formen der Hyperplasie entstehen durch akutes oder chronisches Krankheitsgeschehen, Medikamente oder mechanische Bedingungen. Auch hier wäre der vorbeugende Einfluss nur bedingt möglich.

Das können Sie selbst tun

Die häufigste Form der Hyperplasie ist die Vergrößerung der Prostata bei Männern. Dies kommt mit zunehmendem Alter vor und führt zu einem verstärkten Harndrang. Um mit dieser Art der Beschwerde im Alltag zurechtzukommen, gibt es einige Tipps.

Vor dem Schlafengehen sollte der Betroffene vermeiden viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dies erleichtert das Schlafen während der Nacht, da der Betroffene keinen ständigen Harndrang verspürt. Generell sollte der Betroffene aber darauf achten während des Tages genügend Flüssigkeit aufzunehmen. Zusätzlich sollte die Einnahme von Getränken mit entwässernder Wirkung wie Kaffee und Tee, aber auch Alkohol vermieden werden. Sie regen den Körper zur Produktion von Urin an. Nach dem Urinieren kann der Betroffene zusätzlich einen Moment warten und dann direkt noch einmal versuchen Wasserzulassen. Dies hilft die Blase wirklich zu entleeren. Des Weiteren sollte der Betroffene entwässernde Medikamente, wenn möglich, vermeiden. Bei solchen Medikamenten handelt es sich um Diuretika. Auch sollten Medikamente vermieden werden, welche die Muskulatur der Blase beeinflussen wie krampflösende Medikamente.

Bei einer Hyperplasie der Gebärmutterschleimhaut, auch Endometriose genannt, muss ein Arzt konsultiert werden. Dieser führt, wenn nötig, eine medikamentöse oder operative Behandlung durch. Ist die Haut, Leber oder Niere von der Hyperplasie betroffen, kommt es ebenfalls zu einer ärztlichen Behandlung.

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Quellen

  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014
  • Sauer, R.: Strahlentherapie und Onkologie. Urban & Fischer, München 2009

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