Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2017
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Die Bezeichnung Hyperparathyreoidismus beschreibt eine Nebenschilddrüsenüberfunktion. Dies bedeutet, dass bei dem Betroffenen die Nebenschilddrüse eine zu große Menge an dem Parathormon produziert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hyperparathyreoidismus?

Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) ist eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, sodass zu viel vom Parathormon hergestellt wird. Dieses Hormon ist für die Regulierung des Phosphat- und Kalziumhaushaltes im Körper verantwortlich.

Weist der Organismus einen hohen Anteil an dem Parathormon auf, erhöht sich der Kalziumwert im Blut. Viele der Patienten empfinden keine Beschwerden, sodass ein Hyperparathyreoidismus meist nur durch Zufall vom Arzt entdeckt wird. Bei manchen Betroffenen können jedoch Symptome auftreten, zu denen Magen-Darm-Komplikationen, Muskelschwäche, Appetitlosigkeit und Bluthochdruck gehören.

Bei Frauen wird deutlich häufiger eine Nebenschilddrüsenüberfunktion diagnostiziert als bei Männern. Etwa zwei Drittel aller Betroffenen gehören dem weiblichen Geschlecht an. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Der Hyperparathyreoidismus kommt jedoch vornehmlich nach dem 40. Lebensjahr vor.

Ursachen

Für einen Hyperparathyreoidismus gibt es unterschiedliche Ursachen. Der primäre Hyperparathyreoidismus entwickelt sich, wenn Krankheiten der Nebenschilddrüse selbst der Grund sind. Sind jedoch andere Krankheiten für die Überfunktion der Nebenschilddrüse verantwortlich, wird von einem sekundären Hyperparathyreoidismus gesprochen.

Die häufigsten Ursachen für diese Erkrankung stellen im Allgemeinen Krankheiten der Nebenschilddrüse dar. Meist finden sich bei dem Betroffenen gutartige Tumore in der Nebenschilddrüse, welche Hormone produzieren. Dazu zählen insbesondere Nebenschulddrüsen-Adenome. Liegt ein sekundärer Hyperparathyreoidismus vor, begründet sich dieser meist in Erkrankungen, welche den Kalziumspiegel in der Blutlaufbahn senken.

Hierbei kann es sich beispielsweise um eine verringerte Kalziumzufuhr durch eine einseitige Nahrungsmittelaufnahme handeln oder einen Mangel an Vitamin D. Im Unterschied zu der primären Form des Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) ist der Kalziumwert beim sekundären Hyperparathyreoidismus geringer und nicht erhöht.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Untersuchung der Schilddrüsen.

Ein primärer Hyperparathyreoidismus zeigt häufig keine Beschwerden bei dem Betroffenen, sodass die Erkrankung häufig nur zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt wird. So ist meist die Konzentration an Kalzium deutlich im Blut erhöht.

Doch auch bei der primären Form dieser Störung muss keine Erhöhung des Kalziumspiegels vorliegen. So kann ein gleichzeitiger Mangel an Vitamin D oder eine Niereninsuffizienz für eine Regulierung des Kalziumspiegels sorgen, obwohl eine Überfunktion der Nebenschilddrüse vorliegt. Zur Ermittlung der Ursache für den Hyperparathyreoidismus nutzen Ärzte unterschiedliche bildgebende Verfahren. Dazu gehören unter anderem die Ultraschalluntersuchung sowie eine Szintigrafie.

In einigen Fällen werden auch Schnittbildverfahren eingesetzt, zu denen die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Computertomografie (CT) zählen.

Der Verlauf der Erkrankung steht in Abhängigkeit zu der Ursache. Die Prognose für einen primären Hyperparathyreoidismus ist gut, sofern eine operative Behandlung möglich ist. Sofern keine weiteren Begleiterscheinungen vorliegen, ist der Betroffene nach der Operation wegen seines Hyperparathyreoidismus beschwerdefrei.

Komplikationen

Durch den Hyperparathyreoidismus kommt es zu verschiedenen Beschwerden. Der Betroffene leidet dabei in erster Linie an Übelkeit und Erbrechen. Weiterhin kommt es zu einem erhöhten Durst und damit auch zu einem verstärkten Wasserlassen des Patienten. Auch eine Appetitlosigkeit kann eintreten, sodass es zu Untergewicht oder zu Mangelerscheinungen kommt. Im schlimmsten Falle führt der Hyperparathyreoidismus zu einer Niereninsuffizienz.

In diesem Falle ist der Betroffene dann auf eine Nierentransplantation oder auf eine Dialyse angewiesen, um weiterhin zu überleben. Durch den Hyperparathyreoidismus kommt es nicht selten auch zu psychischen Verstimmungen und Beschwerden, sodass auch eine psychologische Behandlung in den meisten Fällen notwendig ist. Die Behandlung dieser Krankheit erfolgt in der Regel durch einen operativen Eingriff, wobei es nicht zu besonderen Komplikationen oder anderen Beschwerden kommt.

Die Beschwerden können damit gelindert oder sogar vollständig entfernt werden. Ob die Lebenserwartung durch die Krankheit verringert wurde, hängt stark von der Ausprägung und der Dauer des Hyperparathyreoidismus ab. In einigen Fällen kommt es durch die Krankheit zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit. Diese kann durch die Behandlung ebenso vorgebeugt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch ist notwendig, sobald sich Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel einstellen. Bei Auffälligkeiten des Toilettengangs müssen diese beobachtet werden. Halten sie über mehrere Tage an, sind sie näher untersuchen zu lassen. Kommt es zu ungewöhnlichen Darmgeräuschen, Blähungen, Verdauungsproblemen, Verstopfungen oder Durchfall, ist ein Arztbesuch notwendig. Halten die Beschwerden an oder nehmen sie an Intensität zu, muss ein Arzt konsultiert werden.

Bei einem Appetitverlust und einer Abnahme des Gewichts, sollte eine medizinische Untersuchung erfolgen. Leidet der Betroffene unter häufigem Wasserlassen, ist dies ein Warnhinweis des Organismus. Da es zu weiteren Erkrankungen kommen kann, sollte ein Arzt konsultiert werden. Kommt es zu Problemen des Herz-Rhythmus, Veränderungen der gewohnten Leistungsfähigkeit oder vegetativen Auffälligkeiten, ist ein Arztbesuch notwendig. Bei Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Knochenschmerzen oder Schwellungen sollte ein Kontrollbesuch stattfinden.

Stellen sich Beschwerden an der Wirbelsäule ein oder kommt es zu Gliederschmerzen, ist die Konsultation eines Arztes zu empfehlen. Bei emotionalen Problemen, Schwankungen der Stimmung, depressiven Verhaltenszügen oder einem Verlust des Wohlbefindens, ist ein Arzt aufzusuchen. Unregelmäßigkeiten des Herz-Rhythmus, Bluthochdruck oder das Gefühl der inneren Hitze sollten kontrolliert und untersucht werden. Bleibt eine medizinische Versorgung aus, kann es zu plötzlichen Knochenbrüchen kommen, die behandlungsbedürftig sind.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines Hyperparathyreoidismus verfolgt das Ziel, den Wert des Kalziums in der Blutlaufbahn zu regulieren. Liegt ein primärer Hyperparathyreoidismus vor, gehört eine Operation zu den typischen Maßnahmen einer Therapie.

Bei diesem chirurgischen Eingriff entfernt der Arzt die betroffene Nebenschilddrüse oder die ausgewiesenen Epithelkörperchen. Bei einer Vergrößerung aller vier Nebenschilddrüsen muss der Chirurg meist das gesamte Organ entnehmen. Im Anschluss werden Teile der Nebenschilddrüse an eine andere Region im Körper verpflanzt. Meist erfolgt diese Verpflanzung in die Armmuskulatur.

Dadurch kann effektiv einem Mangel an Hormonen vorgebeugt werden. Ist bei dem Hyperparathyreoidismus eine Operation als Behandlungsmethode nicht möglich oder notwendig, greift der Arzt zu einem konservativen Therapieverfahren. Dazu zählt vor allem eine hinreichende Flüssigkeitszufuhr sowie eine separate Einnahme von Vitamin D.

Für Frauen, welche bereits den Zeitpunkt der Menopause überschritten haben, kann zudem eine Zufuhr von Biophosphonaten hilfreich sein. Dadurch wird einer verstärkten Knochenbrüchigkeit vorgebeugt. In einigen Fällen ist ferner eine Therapie mit dem Wirkstoff Cinacalcet notwendig, um den Betroffenen von seinen Beschwerden zu befreien. Besteht ein sekundärer Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) wird in erster Linie die Grunderkrankung behandelt.

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Vorbeugung

Bisher sind keine Maßnahmen bekannt, die einem Hyperparathyreoidismus vorbeugen könnten. Ein Schutz vor sehr schwerwiegenden Komplikationen bei der primären Form des Hyperparathyreoidismus ist jedoch ein operatives Entfernen der betroffenen Nebenschilddrüse.

Bücher über Hyperparathyreoidismus

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kleine, B., Rossmanith, W.G.: Hormone und Hormonsystem. Springer Verlag, Berlin 2010
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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