Hyperosmolares Koma

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2017
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Die Krankheit Diabetes bestimmt das gesamte Leben der Betroffenen. Eine intensive Aufklärung über den Umgang mit der Krankheit kann Patienten helfen, ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten, und beugt Komplikationen, wie dem hyperosmolaren Koma, vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein hyperosmolares Koma?

Ein hyperosmolares Koma ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Diabetes Typ 2 und gehört als Unterform zum diabetischen Koma. Die Bewusstlosigkeit wird durch einen extremen Insulinmangel hervorgerufen.

Tritt ein hyperosmolares Koma auf, muss der Betroffene sofort ins Krankenhaus eingeliefert und stationär bahndelt werden. Meist handelt es sich um ältere Diabetes-Typ 2-Patienten.

Ursachen

Ein hyperosmolares Koma entsteht, wenn der Blutzuckerspiegel aufgrund eines Insulinmangels extrem stark ansteigt. Der überschüssige Zucker wird teilweise über die Nieren ausgeschieden. Der zuckerhaltige Urin zieht Wasser mit sich, wodurch der Körper einen starken Flüssigkeitsverlust erleidet, der allein durch Trinken nicht mehr ausgeglichen werden kann.

Ein Insulinmangel kann durch eine unzureichende Versorgung mit Insulin oder einen erhöhten Bedarf hervorgerufen werden. Eine unzureichende Versorgung kann entstehen, wenn ein Diabetes-Patient sich nicht genug oder nicht auf die korrekte Art und Weise Insulin spritzt, wenn er zu wenig Tabletten einnimmt, die den Blutzuckerspiegel senken, oder die verordnete Dosis nicht mehr ausreicht.

Häufig sind ältere Diabetiker betroffen, deren Bauchspeicheldrüse noch genug Insulin produziert, um einen übermäßigen Fettabbau zu verhindern, aber nicht mehr genug, um eine übermäßige Glukose-Bildung in der Leber zu verhindern. In etwa 25 Prozent der Fälle handelt es sich um eine Diabetes-Erkrankung, die bislang nicht erkannt wurde und eine entsprechende Behandlung daher völlig fehlte.

Ein erhöhter Insulinmangel entsteht in 40 Prozent der Fälle durch eine Infektion, da bei einer Infektion der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Das sollten Typ 2-Diabetiker im Krankheitsfall unbedingt beachten, zum Beispiel, wenn sie eine Lungenentzündung oder eine Grippe erwischt hat. Aber auch eine ungünstige Ernährungsweise, eine Schilddrüsenüberfunktion, eine Operation oder andere Krankheiten können zu einem erhöhten Insulinbedarf führen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ein hyperosmolares Koma kann anhand einer Blutzuckermessung diagnostiziert werden. In der Regel liegt ein extrem hoher Wert von über 600 Milligramm pro Deziliter vor.

Zum Vergleich: Bei einem Nicht-Diabetiker liegen die Normalwerte im nüchternen Zustand bei 80 bis 120 Milligramm pro Deziliter.

Weiterhin führt der behandelnde Arzt eine Untersuchung des Blutes durch. Dabei wird getestet, ob die Blutsalze Kalium und Natrium in normalen Mengen vorhanden sind. Außerdem wird an speziellen Parametern bestimmt, ob ein Entzündungsherd im Körper vorliegt. So kann festgestellt werden, ob das hyperosmolare Koma durch eine Infektion ausgelöst wurde. Weitere Untersuchungen schließen die Erkrankung anderer Organe als Auslöser aus.

Als erstes Symptom ist zu beobachten, dass vermehrt Wasser ausgeschieden wird. Als Folge davon entwickeln Betroffene extreme und anhaltende Durstgefühle, Übelkeit und Erbrechen, ausgetrocknete Schleimhäute, Herzrasen und einen niedrigen Blutdruck.

Später kommen Schwindelgefühle und körperliche Schwäche dazu, der Patient ist kaum noch ansprechbar. Schließlich kommt es zu einem Kreislaufzusammenbruch. Ist als Auslöser des hyperosmolaren Komas eine Infektion gegeben, zeigen sich auch Symptome der entsprechenden Entzündung.

Komplikationen

Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Reihe verschiedener Beschwerden, die den Alltag des Betroffenen einschränken und die Lebensqualität erheblich verringern können. In der Regel kommt es zu einem erhöhten Durst und damit auch zu einem verstärkten Wasserlassen beim Patienten. Der Mund ist trocken und die Patienten leiden an Übelkeit und Erbrechen.

Nicht selten kommt es auch zu Herzrasen und zu einem niedrigen Blutdruck. Durch den niedrigen Blutdruck können die Betroffenen das Bewusstsein verlieren oder sogar in ein Koma fallen. Dabei kann es ebenfalls zu verschiedenen Verletzungen kommen. Im Allgemeinen tritt ein Schwächegefühl ein, verbunden mit Müdigkeit, sodass auch die Belastbarkeit des Patienten erheblich verringert wird.

Nicht selten kommt es temporär auch zu Denkstörungen oder zu Sprachstörungen und die Betroffenen leiden an Konzentrationsmangel. Die Behandlung dieser Krankheit findet mit Hilfe von Infusionen statt und führt nicht zu weiteren Komplikationen. Dabei kommt es auch nicht zu einer Verringerung der Lebenserwartung. Nach der Behandlung muss die Medikation des Diabetes für den Patienten neu eingestellt werden, damit dieser Zustand nicht erneut eintritt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Konsultation eines Arztes ist notwendig, wenn der Betroffene über eine längere Zeit an verschiedenen Beschwerden leidet. Ein anhaltender Harndrang, der sich bereits kurz nach dem letzten Toilettengang erneut einstellt, ist ein Warnhinweis des Körpers für Unstimmigkeiten. Kommt es zu einem erhöhten Durstgefühl, trockenen Schleimhäuten in Mund und Rachen oder einem allgemeinen Gefühl der inneren Trockenheit, ist ein Arztbesuch nötig. Dies gilt insbesondere, wenn keine körperlichen Überanstrengungen vorliegen oder eine starke Hitze vorherrscht.

Ein scheinbar grundloses intensives Durstgefühl ist von einem Arzt abklären zu lassen. Bei Beschwerden wie Erbrechen, Übelkeit, Schwindel oder einer allgemeinen Schwäche, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zu weiteren Auffälligkeiten oder nehmen die vorhandenen Symptome zu, ist ein Arztbesuch vonnöten. Ein ungewöhnlich schwacher Blutdruck, ein starkes Schlafbedürfnis, permanente Müdigkeit oder ein blasses Hautbild sind Hinweise für Erkrankungen, die überprüft und behandelt werden sollten. Leidet der Betroffene unter Herzrasen, Schweißausbrüchen oder einem Krankheitsgefühl, sollte er einen Arzt aufsuchen, um die Beschwerden abklären zu lassen. Kommt es zu einer verminderten Leistungsfähigkeit, können alltägliche Pflichten nicht mehr vollumfänglich erfüllt werden oder stellen sich Beschwerden der Verdauung ein, ist ein Arzt aufzusuchen.

Behandlung & Therapie

Ein hyperosmolares Koma wird im Krankenhaus behandelt, oft auf der Intensivstation. Zuerst muss der Salz- und Flüssigkeitsverlust so schnell wie möglich wieder ausgeglichen werden. Per Infusion werden den Patienten innerhalb der ersten acht Stunden etwa fünf bis sechs Liter einer Kochsalzlösung zugeführt.

Mit der Flüssigkeitsinfusion beginnen meist bereits die Rettungssanitäter auf dem Weg ins Krankenhaus. Zusätzlich wird intravenös Insulin verabreicht. Gegebenenfalls wird eine auslösende Infektion behandelt. Unter strenger Beobachtung der Nieren-, Blutzucker- und pH-Werte sowie des Elektrolythaushalts wird der Stoffwechsel langsam wieder normalisiert.

Anschließend wird die Medikation des Diabetes Typ 2 neu eingestellt. Wird der Kreislaufkollaps nicht passend behandelt, wird der Betroffene langsam bewusstlos und fällt in ein tiefes Koma, das schlimmstenfalls mit dem Tod enden kann.

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Vorbeugung

Die wichtigste Vorbeugemaßnahme für Diabetes-Patienten ist, dass sie sich ausreichend über ihre Krankheit informieren. Um ein hyperosmolares Koma zu verhindern, müssen sie ihre Blutzuckerwerte regelmäßig messen und steigende Werte, zum Beispiel während einer Infektion, schnell erkennen können. Bei erhöhten Blutzuckerwerten muss die Insulindosis entsprechend eingestellt werden. Spezielle Schulungen für Diabetes-Patienten klären über Komplikationen auf und geben Tipps für den alltäglichen Umgang mit der Krankheit. Weiterhin ist es wichtig, immer genug zu trinken, mindestens zwei Liter pro Tag werden empfohlen.

Bücher über Diabetes mellitus

Quellen

  • Lücke, N.: Diabetes mellitus. Compact-Verlag, München 2010
  • Schmeisl, G.-W.: Schulungsbuch für Diabetiker. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2009
  • Usadel, K.-H., Wahl, P.: Diabetologie und Stoffwechsel. In: Bob, A. u. K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

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