Hyperandrogenämie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 21. Oktober 2016
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Eine Hyperandrogenämie beschreibt eine Funktionsstörung der Eierstöcke und/oder der Nebennieren, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann und in unterschiedlichen Ausprägungen auftritt. Die Erkrankung resultiert aus einer übermäßigen Ausschüttung der männlichen Geschlechtshormone (Androgene). Ohne eine Behandlung mündet die Hyperandrogenämie häufig in einer Unfruchtbarkeit und einem daraus resultierenden unerfülltem Kinderwunsch.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hyperandrogenämie?

Bei einer Hyperandrogenämie handelt es sich um einen Überschuss der männlichen Geschlechtshormone bei der Frau. Diese werden von Männern, aber ebenso von Frauen produziert, genau wie auch die Männer in einigen Organen weibliche Geschlechtshormone bilden. Die Erkrankung gehört damit zu den hormonellen Störungen.

Als Androgene werden Substanzen bezeichnet, die die Entwicklung und Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale fördern. Letzten Endes spielt stets die Balance zwischen den männlichen und weiblichen Geschlechtshormonen eine entscheidende Rolle. Bei einem ungünstigen Gleichgewicht kommt es zu den entsprechenden klinischen Symptomen.

Bei den Frauen werden männliche Geschlechtshormone vorwiegend in den Eierstöcken produziert, doch auch die Nebennieren und das Fettgewebe bilden männliche Hormone. Die Hyperandrogenämie kann durch verschiedene Grunderkrankungen beziehungsweise Funktionsstörungen ausgelöst werden. Bei einem Verdacht muss daher in erster Linie die Hauptbildungsstätte der Hormone ermittelt werden.

Ursachen

Für die Hyperandrogenämie kommt eine Vielzahl von Ursachen infrage. Nicht selten sind verschiedene Erkrankungen der Auslöser für den Überschuss der männlichen Hormone, beispielsweise ein Tumor an der Nebenniere, Hypophyse oder dem Eierstock, der Androgene produziert, aber abhängig von der Lage operativ meist gut entfernt werden kann.

Zahlreiche Betroffene leiden an einer Hormonstörung wie dem polyzystischen Ovarialsyndrom. Diese Stoffwechselkrankheit führt dazu, dass in den Eierstöcken zu viele männliche Hormone produziert werden. Die Ursachen hierfür konnten bisher noch nicht vollständig geklärt werden. Auch Übergewicht und Diabetes soll die Entstehung der Erkrankung begünstigen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Hyperandrogenämie zeigt sich durch verschiedene Symptome, die je nach Ausmaß unterschiedlich stark auftreten können. Zu den typischen Symptomen der Hyperandrogenämie bei der Frau gehören verstärktes Wachstum der Körperhaare, ausfallen der Körperhaare, Bildung einer Glatze (Geheimratsecken) sowie ein unreines Hautbild bis hin zu Akne.

Die betroffenen Frauen nehmen ein allgemein maskulineres Erscheinungsbild an mit einer tieferen Stimme, zudem entwickeln sie übermäßig viel Fett auf der Oberhaut aufgrund einer vermehrten Talgabsonderung. Es kommt zur einer Libidosteigerung, gleichzeitig tretetn Zyklusstörungen, beispielsweise das Ausbleiben der Periode, auf. Es kann zur Unfruchtbarkeit kommen.

In ausgeprägten Fällen ist es sogar möglich, dass es zur Vertiefung der Stimme und einer Vergrößerung der Klitoris kommt. Dies sind jedoch eher seltene Symptome. Hier ist eine weitere Abklärung erforderlich. Dies gilt vor allem, wenn sich die Symptome sehr schnell entwickeln.

Dann sollte geprüft werden, ob kein Tumor im Eierstock oder in der Nebenniere vorliegt, der die großen Mengen an männlichen Hormonen produziert und somit diese ungewöhnlichen Symptome verursacht. Meist äußert sich die Hyperandrogenämie allerdings nur durch leichte Anzeichen, sodass die Erkrankung oftmals erst spät oder nicht erkannt wird.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Wenn der Verdacht besteht, ob eine Hyperandrogenämie vorliegt, kann der Arzt dies ganz einfach feststellen. Er veranlasst zunächst einmal eine Blutuntersuchung. Bei dieser wird die Konzentration der männlichen Hormone im Blut überprüft. Wenn ein Überschuss vorliegt, wird anschließend nach den Ursachen geforscht.

Dies bedeutet, es wird ermittelt, welches Organ als Hauptbildungsstätte infrage kommt. Danach wird anhand dessen die entsprechende Behandlung eingeleitet. Zudem steht der so genannte ACTH-Stimulationstest zur Verfügung, mit dem die Funktion der Nebennierenrinde überprüft werden kann.

Die Hyperandrogenämie kann nicht geheilt werden, doch es gibt mittlerweile verschiedene effektive Behandlungsmethoden, die der betroffenen Patientin ein beschwerdefreies Leben und zudem die Erfüllung des Kinderwunsches ermöglichen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Hyperandrogenämie hängt von zwei Faktoren ab: Dies ist einerseits das Ausmaß der Erkrankung und andererseits die Ursache. Daher ist es wichtig, den Auslöser hinreichend zu ermitteln. Tritt die Hyperandrogenämie aufgrund einer Stoffwechselerkrankung auf, beispielsweise das polyzystische Ovarialsyndrom, kommt gewöhnlich die Antibabypille zum Einsatz, denn diese bringt den Hormonhaushalt der Frau ins Gleichgewicht.

Auch bei einer Betroffenen mit Kinderwunsch wird diese Behandlung eingesetzt und dauert so lange, bis sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert hat. Der Überschuss an Androgenen geht dadurch immer mehr auf den Normalwert zurück. Die Dosierung der Hormone durch die Pille richtet sich nach dem Ausmaß der Hyperandrogenämie.

Sie muss demzufolge individuell auf die Frau zugeschnitten werden. Die Antibabypille wird bei Frauen mit einem Kinderwunsch nach der Normalisierung des Androgenhaushalts wieder abgesetzt. Im Anschluss wird sie mit Clomifien, einem Wirkstoff, ersetzt, welcher den Eisprung auslöst und somit die Basis für eine gesunde Schwangerschaft bildet.

Kommt es aufgrund einer Überfunktion der Nebenniere zu einer verstärkten Bildung der männlichen Hormone, kann durch die Verabreichung niedriger Dosierungen der Glucocorticoide, wozu auch Cortison gehört, die Bildung der Hormone gebremst werden. Die Hyperandrogenämie wird in seltenen Fällen zudem durch einen hormonproduzierenden Tumor verursacht, der operativ entfernt werden sollte.

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Vorbeugung

Einer Hyperandrogenämie kann nur bedingt vorgebeugt werden. Empfehlenswert sind der Verzicht auf Nikotin, das Erlernen von Stressbewältigungstechniken und letzten Endes auch eine konsequente Behandlung von Erkrankungen, welche dazu beitragen, das hormonelle Gleichgewicht zu beeinträchtigen.

Da auch das Fettgewebe männliche Geschlechtshormone bilden kann, sind die Gewichtsreduzierung sowie eine fettarme Ernährung bei übergewichtigen Frauen sehr wichtig. Auch eine sportliche Aktivität kann demzufolge dazu beitragen, eine Hyperandrogenämie zu vermeiden.

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