Hypalbuminämie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 7. November 2016
Symptomat.deKrankheiten Hypalbuminämie

Als Hypalbuminämie wird eine Form der Hypoproteinämie bezeichnet. Dabei kommt es zu einem zu niedrigen Albumingehalt im Blut. Albumin ist ein Plasmaprotein, das als Transportmittel für viele kleinteilige Molekulare veranwortlich ist. Ein Mangel dieses Proteins kann daher verschiedene Störungen wie die Bildung von Ödemen und einen niedrigen Blutdruck hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hypalbuminämie?

In der Medizin ist die Hypalbuminämie auch als Hypoalbuminämie bekannt. Sie stellt die häufigste Form der Hypoproteinämie dar, bei der im Blutplasma ein verminderter Gehalt an Proteinen (Eiweißen) vorliegt. Im Falle einer Hypalbuminämie zeigt sich im Blut ein zu niedriger Gehalt an Albumin.

Bei Albumin handelt es sich um ein bedeutendes Protein im menschlichen Organismus. Von ihm werden über 50 Prozent aller Proteine hergestellt, die in den Blutgefäßen vorkommen. Das Albumin entsteht in der Leber und wird von den Leberzellen (Hepatozyten) produziert. Der normale Gesamtgehalt an Albumin im Körper beträgt über 300 Gramm.

Albumin ist wichtig als Trägerstoff für zahlreiche andere Stoffe, zu denen unter anderem Spurenelemente, Hormone, Bilirubin und Fettsäuren zählen. Darüber hinaus sorgt das Protein für die Aufrechterhaltung von 75 bis 80 Prozent des kolloidosmotischen Drucks.

Kommt es zu einem krankhaften Mangel an Albumin im Blut, führt dies aufgrund eines erniedrigten kolloidosmotischen Drucks zur Entstehung von Ödemen (Wasseransammlungen) im Körper. Von Bedeutung ist Albumin außerdem für die Bindung von unterschiedlichen Arzneistoffen. Bei einer Hypalbuminämie liegen diese Arzneimittel frei im Blutplasma vor, was wiederum höhere Wirkstoffspiegel zur Folge hat.

Ursachen

Im Normalfall hält der menschliche Körper den Albuminspiegel innerhalb des Bluts konstant. Kommt es zu einer niedrigeren Synthese im Vergleich zum Verlust, führt dies zu einer Absenkung des Proteins. Mögliche Ursachen für eine Hypalbuminämie sind eine reduzierte Albuminbildung durch dauerhafte Schäden der Leber, Nierenschäden oder eine Mangelernährung.

Ebenso kann ein Verlust an Albumin durch Verbrennungen mit großen Wundflächen oder akute Entzündungen entstehen. Als weitere Gründe kommen eine eiweißeinbüßende Enteropathie oder eine exsudative Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) infrage. Eine Störung der Eiweißsynthese ist zudem bei einem Antikörpermangelsyndrom oder einer Leberzirrhose zu verzeichnen.

Des Weiteren können Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie eine Zöliakie, Anorexie nervosa (Magersucht) sowie Magen-Darm-Tumore für den Albuminverlust verantwortlich sein. Während der Schwangerschaft tritt eine physiologische Hypalbuminämie ein, was in der Regel im 3. Trimester erfolgt.

Sie ist die Folge einer Proteinurie und sorgt für das Entstehen von Ödemen bei schwangeren Frauen. Ursachen dafür sind sowohl ein erhöhtes Plasmavolumen als auch eine ansteigende glomeruläre Durchgängigkeit. Dadurch erfolgt eine verstärkte Ausscheidung des Albumins über die Nieren.

Beträgt der Albuminverlust durch den Urin mehr als 300 Milligramm pro Tag, gilt dies nicht mehr als harmlos und kann ein Hinweis auf den Beginn einer Präeklampsie sein. Bei einem Verlust von über drei Gramm des Proteins am Tag ist von einer schweren Einbuße die Rede.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Der Mangel an Albumin im Körper bewirkt einen Abfall des kolloidosmotischen Drucks innerhalb des Blutplasmas. Dadurch lässt sich das Wasser nicht in physiologischen Mengen im Gefäßsystem halten. Es kommt daher zu einem Übertritt ins Interstitium (Zellzwischenraum). Dies hat wiederum die Bildung von Ödemen zur Folge.

Das Albumin ist das Protein, das am häufigsten im menschlichen Organismus zu finden ist. Außerdem sorgt es für den Transport von Arzneistoffen und Hormonen. Der Mangel an dem Protein wirkt sich deswegen auf deren Wirkung aus. Als weitere Symptome von Proteinmangel drohen niedriger Blutdruck, ein Pleuraerguss sowie ein Aszites (Wasserbauch).

Dabei sammelt sich eine größere Flüssigkeitsmenge zwischen den Organen im Bauchraum an. Bei einem Pleuraerguss kommt es hingegen in der Lunge zur Ansammlung von Wasser. Im Falle eines Wasserbauchs besteht das Risiko, dass Darmbakterien in den Bauchraum eindringen, was wiederum eine bedrohliche Infektion zur Folge haben kann.

Nicht selten führt der Mangel an Albumin zu einer erhöhten Konzentration von Fettsäuren, Hormonen und Bilirubin im Blut. So ist die Aufnahmefähigkeit der Albumine aufgrund der Hypalbuminämie zu gering.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei Verdacht auf eine Hypalbuminämie oder Hypoproteinämie sollte ein Arzt aufgesucht werden. Anhand der Symptome kann dieser zunächst nur eine Verdachtsdiagnose vornehmen. Feststellen lässt sich die niedrige Albuminkonzentration durch eine Serumproteinelektrophorese, bei der sich ein verminderter Albumin-Peak ermitteln lässt.

Ebenso möglich ist eine Messung des Serumalbumins. Abgrenzen lässt sich der Mangel an Albumin von einer zu niedrigen Konzentration an Immunglobulinen. Weil sich eine Hypalbuminämie nicht allein zeigt, muss zudem die auslösende Grunderkrankung diagnostiziert werden. So ist das Erkennen der Ursachen für die folgende Therapie von höchster Bedeutung.

Damit eine Hypalbuminämie einen positiven Verlauf nimmt, ist es wichtig, die verantwortliche Grunderkrankung zu behandeln. Im Falle von chronischen Krankheiten kann eine dauerhafte Therapie erforderlich sein. Wird die auslösende Ursache erfolgreich bekämpft, führt dies in der Regel zum Normalisieren der Albuminkonzentration.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Hypalbuminämie geht mit der Therapie der Grunderkrankung einher, die für den Albuminmangel ursächlich ist. Liegt ein Austritt von Wasser aus den Blutgefäßen vor, wird dieser aufgehalten. Auf diese Weise bilden sich die Ödeme wieder zurück.

Im Falle eines ausgeprägten Wasserbauchs kann eine Punktion durch die Bauchdecke stattfinden, mit der sich das überschüssige Wasser ableiten lässt. Zur Entfernung der Wasseransammlungen werden außerdem Diuretika verordnet. Im Falle einer Mangelernährung aufgrund von Magersucht ist oft eine Psychotherapie sinnvoll. Auch die Ernährung muss entsprechend angepasst werden.




Vorbeugung

Wegen der zahlreichen Grunderkrankungen, die eine Hypalbuminämie verursachen können, sind keine sinnvollen Präventionsmaßnahmen bekannt. Lässt sich die Grunderkrankung feststellen, gilt deren Behandlung als beste Vorbeugung.

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