Hustentropfen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Hustentropfen werden gegen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt, wobei bei der Therapie zwischen schleimlösenden Hustentropfen und klassischen Hustenstillern unterschieden wird. Pharmazeutische Hustentropfen sind in der Regel rezept- und apothekenpflichtig, während Hustentropfen auf natürlicher und homöopathischer Basis auch ohne ärztliche Verordnung angeboten werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hustentropfen?

Hustentropfen sind flüssige Arzneimittel für die orale Einnahme. Die jeweiligen Wirkstoffe werden in der Regel in Alkohol gelöst und konserviert, wobei insbesondere für die Behandlung von Kindern auch alkoholfreie Hustentropfen angeboten werden.

Hustenarzneien können generell unterschiedliche Wirkungsweisen entfalten, die sich individuell nach der Erkrankung und den Symptomen richten. Beim eigentlichen Husten handelt es sich um einen natürlichen Schutzmechanismus des Organismus, der einer Befreiung der Atemwege dient. Die Reinigungsfunktion des Hustens tritt dann auf, wenn Lunge, Bronchien oder Hals erkrankt sind.

Wird mit dem Husten ein zäher Schleim aus den Atemwegen befördert, wird von einem Schleimhusten gesprochen. Diesem geht regelmäßig eine Infektion voraus, während ein trockener Husten auch als Reizhusten bekannt ist und Schleimhautentzündungen oder Allergien häufige Ursachen sind. Die jeweiligen Hustentropfen entfalten daher jeweils eine schleimlösende oder beruhigende und reizlindernde Wirkung.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Hustentropfen mit einer schleimlösenden Wirkungsweise werden in regelmäßigen Abständen nach vorgegebener Dosierung eingenommen. Die Therapiedauer richtet sich nach Schwere der Erkrankung und beträgt mindestens eine Woche, wobei bei Erkältungen und grippalen Infekten eine Behandlung bis etwa drei Tage nach Abklingen der Krankheitszeichen empfohlen wird.

Allesamt entfalten schleimlösende Hustentropfen die Wirkung, dass das zähflüssige Sekret in den Atemwegen verdünnt wird und so besser abgehustet werden kann. Hinzu kommt bei einigen Produkten eine antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Wirkung, die vor einer Neuansteckung bewahrt.

Hustentropfen gegen einen trockenen Husten und Reizhusten unterscheiden sich in ihrer Darreichungsform, Behandlungsdauer und Dosierung kaum von den schleimlösenden Varianten. Die chemisch hergestellten Hustentropfen gegen Reizhusten nutzen Antitussiva, um den Hustenreiz zu dämpfen und zu unterdrücken. Bei den aus der Natur stammenden Wirkstoffen kommt oft noch eine beruhigende, antibakterielle und entzündungshemmende Wirkungsweise hinzu.

Der Einsatz von Hustenstillern gilt als umstritten. Einerseits kommt der erkrankte Organismus durch den gedämpften Husten zur Ruhe und Erholung; andererseits wird dadurch die natürliche Reinigungs- und Schutzfunktion des Körpers eingeschränkt. Bei der Ansammlung einer großen Menge Sekrets können sich Husten stillende Hustentropfen kontraproduktiv auf den Behandlungserfolg auswirken, da das Abhusten des bakteriell belasteten Schleims unterbunden wird.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Hustentropfen

Schleimlösende Hustentropfen entfalten die Wirkung, dass zähflüssiges Sekret in den Atemwegen verdünnt wird und so besser abgehustet werden kann.

Zu den in schleimlösenden Hustentropfen enthaltenen Wirkstoffen gehören bei pharmazeutisch hergestellten Produkten Ambroxolhydrochlorid, Acetylcystein und Bromhexin. Darüber hinaus nutzen viele homöopathische Hustentropfen wirksame Auszüge von Pflanzen wie Efeu, Thymian, Primel, Anis, Eukalyptus, bitterem Fenchel und Salbei.

Neben einer Verflüssigung des Sekrets zum besseren Abhusten werden von einigen Wirkstoffen die Flimmerhärchen zum Abtransport des Schleims aktiviert. Bromhexin regt darüber hinaus die Bronchiendrüsen an, mehr Flüssigkeit zu produzieren und Entzündungen einzudämmen.

Bei den pharmazeutisch produzierten Hustentropfen gegen Reizhusten und trockenen Husten werden häufig die Wirkstoffe Dextro­methor­phan­hydro­bromid-Mono­hydrat, Hydrocodon, Noscapin resinat und Codein verwandt. Der Großteil der chemisch hergestellten Hustenstiller nutzt Antitussiva, die zusätzlich auch Schmerzen lindern. Als Unterart der Morphine haben Antitussiva einen entscheidenden Einfluss auf Atmungsreflexe, Schmerzempfinden und die Psyche, weshalb sie sich nicht zur Behandlung von Kindern, Schwangeren und Vorerkrankten eignen.

Aber auch hier bietet die Homöopathie Alternativen mit wirksamen Natur- und Pflanzenauszügen aus Sonnentau, Efeu, Fenchel und Honig, denen eher eine beruhigende Wirkung auf den Hustenreiz zugesprochen wird. Eine Behandlung mit Husten stillenden Hustentropfen wird insbesondere in den Abendstunden empfohlen, damit sich der Organismus während des Schlafes regenerieren kann.

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Risiken & Nebenwirkungen

Generell bergen schleimlösende Hustentropfen das Risiko, dass deutlich mehr gehustet werden muss. Insbesondere in den Abend- und Nachtstunden kann dies als störend empfunden werden. Andersherum besteht bei Hustenstillern das Risiko, dass sich der Krankheitsverlauf wegen der Husteneindämmung verlängert und verändert.

Zu den bekannten Nebenwirkungen von pharmazeutisch hergestellten Hustentropfen gehören Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Schleimhautentzündungen, Fieber und Schwindel. Darüber hinaus sollten pharmazeutisch hergestellte Hustentropfen generell nicht ohne ärztlichen Rat mit Antibiotika, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka kombiniert werden.

Auch Allergiker, Schwangere, stillende Mütter, Leber- und Nierenkranke sowie insbesondere Kinder sollten Hustentropfen immer nur nach vorheriger Absprache mit dem Arzt einnehmen.

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