Hustenreflex

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Januar 2017
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Bei dem Hustenreflex handelt es sich um einen im menschlichen Körper ablaufenden Prozess, der nicht willkürlich unterdrückt werden kann. Er kommt zum Beispiel dann zum Einsatz, wenn sich schädliche Elemente in den Bronchien abgelagert haben. Damit gehört der Hustenreflex zu den körpereigenen Schutzmaßnahmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Hustenreflex?

Der Hustenreflex läuft unwillkürlich ab, was bedeutet, dass er nicht vom Menschen aus gesteuert wird. Er entsteht auf neurologische Weise über mehrere Umschaltstationen.

Die Rezeptoren für den Hustenreflex lassen sich in der Schleimhaut im Bereich der oberen Luftwege lokalisieren. Rezeptoren bestehen in der Regel aus Sinneszellen. Sie übermitteln Informationen aus der Umgebung an das Gehirn, indem sie diese in spezifische Reize übersetzen und an Neuronen weitergeben. Im Fall des Hustenreflexes befinden sich die Rezeptoren überwiegend in Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien. Darüber hinaus können einige ebenfalls im Lungenfell gefunden werden, allerdings ist ihr verhältnismäßiger Anteil wesentlich geringer. Über den Nervus vagus, den Gehirnnerv, gelangen die Signale ins Medulla oblongata. Bei diesem handelt es sich um einen Teil des Zentralnervensystems im Gehirn. Hier liegt zudem das Hustenzentrum des menschlichen Körpers.

In einigen Erkrankungen ist ein Hustenreflex typisch. Zu diesen gehören beispielweise Erkältungsbeschwerden.

Funktion & Aufgabe

Der Hustenreflex ist für die Gesundheit unausweichlich. So macht er sich immer dann bemerkbar, wenn zum Beispiel Fremdkörper in die Bronchien eingedrungen sind. Durch den Reflex werden diese ausgestoßen, so dass keine weiteren Beschwerden oder Erkrankungen folgen können.

Der Hustenreflex selbst entsteht im Gehirn. Nachdem das Hirn Informationen über einen vorliegenden Eindringling erhalten hat, sendet es bestimmte Reize aus, die sich auf einen der Kehlkopfmuskeln auswirken. Die Muskulatur spannt sich an, wodurch eine Verengung der Stimmritze aufkommt. Über eine plötzlich einsetzende Atmung, die häufig druckartig erfolgt, wird der Fremdkörper aus den Atemwegen entfernt. Dabei dringt die Luft erst dann hervor, wenn sich die Klappe des Kehlkopfes öffnet.

Die Atemluft, welche während eines solchen Hustens ausgestoßen wird, kann unter Umständen eine Geschwindigkeit in der Nähe der Schallgrenze erreichen. Innerhalb des Brustraums lässt sich ein Druck von etwa 400 mbar feststellen. Damit steckt hinter dem Hustenreiz eine enorme Gewalt.

Der Hustenreflex läuft unwillkürlich ab, was bedeutet, dass er nicht vom Menschen aus gesteuert wird.

Im Rahmen eines trockenen Hustens können daraus jedoch auch Beschwerden resultieren. Der trockene Husten hat keine reinigende Funktion. Stattdessen kann nicht ausgeschlossen werden, dass er die umliegenden Strukturen durch seinen Druck beschädigt. Damit handelt es sich bei dem Hustenreflex nicht immer um einen nützlichen Vorgang. In den meisten Fällen kann er den Körper jedoch vor weiteren Problemen bewahren.

Gleichzeitig lässt sich das Husten ohnehin nicht vermeiden, sobald das Signal für den Prozess über die Nervenbahnen vom Gehirn aus gesteuert wird. Über den Hustenreiz werden somit die verschiedenen Elemente der Luftwege gereinigt. Im fortlaufenden Alter eines Menschen kann die Erregbarkeit der Rezeptoren jedoch abnehmen, so dass nicht bei jedem Fremdkörper ein Hustenreiz einsetzt.

In der Regel übernimmt der Hustenreiz eine überaus wichtige Aufgabe. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn Fremdkörper aus dem Organismus geschleust werden müssen. Manchmal gelangt durch das Husten Schleim hervor. In diesem befinden sich im Rahmen einer Erkrankung unter anderem die auslösenden Erreger. So kann der Hustenreiz dazu beitragen, dass die Krankheit schneller ausklingt und die betroffene Person ihre Gesundheit zurückerlangt.

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Krankheiten & Beschwerden

Der Hustenreflex wird in der Regel immer von Beschwerden begleitet. Entweder tritt er dann auf, wenn Bakterien oder andere Erreger den Organismus besiedeln, oder wenn zum Beispiel während des Essens Reste in die Atemwege statt in die Speiseröhre gelangt sind.

So kommt es zum Beispiel durch eine Grippe zum Hustenreiz. Manchmal macht sich der Reflex auch dann bemerkbar, wenn sich Tumorzellen im Bereich der Lunge angesiedelt haben. Können keine weiteren Symptome wie zum Beispiel Fieber oder Schnupfen ausgemacht werden und tritt der Hustenreflex über einen längeren Zeitraum hinweg auf, ohne dass sich Verbesserungen mithilfe von Medikamenten erzielen lassen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Der Hustenreflex wird jedoch nicht immer von Beschwerden begleitet. Darüber hinaus kann er selbst weitere Symptome verursachen. Die meisten Menschen haben schon mal während einer normalen Erkältung unter Reizhusten gelitten. Reizhusten tritt häufig in einer trockenen Form auf und hinterlässt gerötete Schleimhäute, die unter Umständen schmerzen. Daraus ergibt sich häufig ein weiterer Anreiz zum Husten, wodurch Betroffene sich in einer Art Teufelskreis wiederfinden.

Weiterhin kann die Sensibilität der Rezeptoren aufgrund verschiedener Faktoren eingeschränkt werden. Primär nimmt die Empfindlichkeit in einem höheren Alter ab. Darüber hinaus können jedoch auch bestimmte Substanzen für den Vorgang verantwortlich sein. So haben Untersuchungen ergeben, dass die Sensibilität bei Personen eingeschränkt ist, die häufig Passivrauchen. Dies gilt insbesondere für Kinder, die bereits in frühen Jahren mit dem Rauch in Kontakt geraten. Durch einen niedrigen Hustenreflex können im weiteren Lebensverlauf des Kindes Beschwerden entstehen, wenn Fremdkörper nicht mehr ausreichend aus der Lunge entfernt werden. Weil sich die Schadstoffe vermehrt im Bereich der Lunge anreichern können, leiden Kinder, die in einer Familie mit hohem Tabakkonsum aufwachsen, öfter an verschiedenen Erkrankungen wie Lungenentzündung, Bronchitis und anderen Beschwerden, welche die Atemwege betreffen. Dementsprechend empfiehlt es sich, während des Rauchens vor die Tür zu treten, damit sich der wichtige Hustenreflex des Kindes optimal entfalten kann.

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