Hundspetersilie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Hundspetersilie (Aethusa cynapium) zählt zur Familie der Doldenblütler und ist eine stark giftige Pflanze, die in Kleinasien beziehungsweise Europa beheimatet ist.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Hundpetersilie

Die Hundspetersilie ist eine krautige Pflanze, die bis zu einem Meter hoch wird. Ihre Stängel sind leicht kantig und verfügen über bläuliche Streifen. Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet und haben die Form eines Dreiecks. Werden sie zerrieben, so haben sie einen knoblauchartigen Geruch. Die Hundspetersilie blüht zwischen Juni und September, wobei der Blütenstand über weiße Blüten verfügt, die einen Durchmesser von etwa zwei Millimeter aufweisen.

Die Spaltfrucht ist zweiteilig und hat eine kugelige Form. Pro Pflanze werden ungefähr 500 Samen gebildet. Die Hundpetersilie wächst in Kleinasien beziehungsweise in weiten Teilen Europas, wobei sie vor allem unter Sträuchern, in Hausgärten, in Auen und auch auf Äckern zu finden ist. Am besten gedeiht die Pflanze auf nährstoffreichen, kalkhaltigen Böden und in wärmeren Lagen. Aus diesem Grund wird sie zur so genannten Silene noctifiora-Gruppe gezählt, die diese Art von Standorten bevorzugen.

Die Hundspetersilie (Aethusa cynapium) zählt zur Familie der Doldenblütler und ist eine stark giftige Pflanze, die in Kleinasien beziehungsweise Europa beheimatet ist.

Gelegentlich wird die Hundspetersilie auch vom Mehltau (Erysiphe polygoni) oder von den Rostpilzen Puccinia nitiola beziehungsweise Puccinia bullata befallen. Regional wird sie oft auch Düllkraut, Krötenpeterlein oder Faule Grete genannt. Der Name Aethusa wird vom griechischen Begriff „aitho“ abgeleitet, was so viel wie „brennen“ bedeutet und auf den scharfen Geschmack hinweist. Darüber hinaus bezieht sich der Name auch auf die Unterseite der Blätter, die sehr stark glänzen.

Die stark glänzenden Blätter sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Echten Petersilie oder Gartenpetersilie, deren Blätter matt, aber von der Form her der Hundspetersilie ähnlich sind. Der Begriff „cynapium“ besteht aus dem griechischen Terminus „kunos“ (Hund) sowie dem lateinischen Wort „apium“ (Petersilie). Der abwertende Name Hundspetersilie weist hingegen darauf hin, dass die Pflanze der Petersilie ähnlich sieht, sie aber ungenießbar ist. Heute gibte es insgesamt noch zwei Unterarten der Hundspetersilie, die sich auf Grund ihrer Verzweigungen beziehungsweise ihrer Wuchshöhe unterscheiden:

  • Aethusa cynapium subsp. cynapium: Die Stängel dieser Art werden etwa 10 bis 80 Zentimeter hoch und ihre Laubblattzipfel sind eiförmig angelegt. Diese Unterart der Hundspetersilie wächst vorwiegend auf Äckern und an Ruderalstellen im gesamten Verbreitungsgebiet.
  • Aethusa cynapium subsp. elata: Die Stängel dieser Art sind hochwüchsig und verzweigen sich erst ab der Stängelmitte. Die Laubblattzipfel sind lineal bis länglich. Diese Unterart wächst vor allem in feuchten Waldgebieten und ist in Mitteleuropa bis hin nach Südschweden verbreitet.

Wirkung & Anwendung

In prähistorischen Zeiten diente die Hundspetersilie vermutlich als Nahrungsmittel, was unterschiedliche Funde in Töpfen, die aus der Eisen- beziehungsweise Bronzezeit stammen, zeigen. Darüber hinaus wurden die Wurzel oder das Kraut der Hundspetersilie früher als Beruhigungsmittel eingesetzt und der Saft gegen Harngrieß genommen. Vor allem im Mittelalter diente die Pflanze als krampflösendes Mittel und man stellte aus ihr auch einen Brei her, der dann als Umschlag aufgelegt wurde.

Darüber hinaus hat die Pflanze eine stein-, harn- und schweißtreibende Wirkung. In der Homöopathie wird sie bei Konzentrationsstörungen beziehungsweise bei heftigem Erbrechen eingesetzt. Die Hundspetersilie enthält ein giftiges Polyin-Gemisch, sodass bei versehentlichem Verzehr Sehstörungen, Blähungen, Pupillenerweiterungen, Erbrechen oder Lähmungserscheinungen auftreten können. Dieses Polyingemisch besteht aus Aethusin, aus Aethusanol A und B sowie aus coniinartigen Alkaloiden.

Der höchste Gehalt an Gift kann dabei im Wurzelstock gefunden werden, während im Kraut etwa 0,2 Prozent enthalten sind. Allerdings ist die Hundspetersilie keine hoch toxische Pflanze, gefährlich wird erst eine Aufnahme von größeren Mengen der Pflanze. Das Toxin wird dabei von der Schleimhaut aufgenommen und verteilt sich innerhal von etwa vier Stunden im Körper. Erste Vergiftungserscheinungen treten etwa eine Stunde nach dem Verzehr auf. Die Pflanze ist auch für Tiere giftig, wobei hier die tödliche Dosis bei rund 15 Kilogramm des Krautes liegt.

Im Ackerbau wird die Hundspetersilie als „schwerer bekämpfbares Unkraut“ angesehen und auch für Rinder ist sie auf Weiden und Wiesen nicht erwünscht. Vor allem im Zuckerrübenanbau wird die Hundspetersilie mit Sulfonylharnstoffen und Quinmerac bekämpft. Hundspetersilie darf nicht mit der Gartenpetersilie, der Wilden Möhre beziehungsweise der Gartenkerbel verwechselt werden, da Verwechslungen auch bis zum Tod führen können.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Heute wird die Hundspetersilie vor allem in der Homöopathie in Form von Globuli eingesetzt, wobei sich diese vorwiegend bei Brechdurchfällen, Krämpfen oder bei Verengungen im Bereich des Magenausganges bewährt haben. Außerdem wird Aethusa bei Erbrechen bei Säuglingen, gelb-grünen Durchfällen, Krämpfen bei Säuglingen und Reizbarkeit, Erschöpfung, Schwäche, Erbrechen bei Sommerhitze, Durchfällen bei Kindern, Aufregung, Angst, Ohnmacht und Schlafsucht.

Die Hundspetersilie hat Einfluss auf das Nervensystem, den Magen und den Darm und eignet sich auch für Kinder, die Verdauungsprobleme haben und speziell nach dem Verzehr von Milchprodukten unter Durchfällen leiden. Nach dem Trinken wird die Milch sofort wieder erbrochen und die Betroffenen verspüren ein sofortiges Hungergefühl.

Außerdem leiden sie unter heftigen Krämpfen und Schmerzen. Darüber hinaus kann Aethusa auch die Konzentration steigern beziehungsweise stärken. Des Weiteren wird die Hundspetersilie auch bei Schwangerschaftserbrechen, See- und Reisekrankheit oder zur Unterstützung beim Zahnen eingesetzt. Die Globuli können in den Potenzen D4, 6, 12 und 30 erworben werden.

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