Humanes Herpesvirus 8

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 31. Oktober 2016
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Das Humane Herpesvirus 8 (HHV 8) ist ein Virus aus der Familie der Herpesviridae. Es zählt zur Untergruppe der Gammaherpesviren. Entdeckt wurde es im Jahr 1994 durch den Virologen Patrick S. Moore und seine Ehefrau Yuan Chang an der Coulumbia University in New York. Das humane Herpesvirus 8 verursacht neben dem Kaposi-Sarkom auch seltene maligne Lymphome.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Humane Herpesvirus 8?

Das Humane Herpesvirus 8 zählt zur Ordnung der Herpesvirales, zur Familie der Herpesviridae, zur Unterfamilie der Gammaherpesvirinae und zur Gattung der Rhadinoviren. Das Humane Herpesvirus 8 ist das bisher einzige bekannte humane Rhadinovirus. Es löst das Kaposi-Sarkom und seltene maligne Lymphome aus.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Zur Vorgeschichte der Entdeckung des Virus gehört, dass seit den 1980er Jahren aufgefallen war, dass bestimmte bösartige Erkrankungen vermehrt bei AIDS-Erkrankten auftraten. Dies fiel vor allem beim Kaposi-Sarkom auf, das vor dem Auftreten der HIV-Pandemie ein äußerst selten auftretender Tumor der Haut war.

Weiterhin war auffällig, dass das Kaposi-Sarkom häufiger bei männlichen als bei weiblichen AIDS-Erkrankten auftrat. Aus dieser Beobachtung ließ sich die Vermutung ableiten, dass dem Kaposi-Sarkom eine infektiöse Ursache zugrunde liegen muss. Weiterhin ließ sich die Hypothese aufstellen, dass der Erreger durch Sex übertragen werden kann, sich durch die HIV bedingte Immunschwäche ausbreiten kann und letztlich das Kaposi-Sarkom auslösen kann. Diese Hypothese wurde durch die Wissenschaftler Moore und Chang überprüft. Bei der Überprüfung der gefunden DNA-Abschnitte der Viren wurde klar, dass es sich um ein bisher unentdecktes Virus handelte.

Dieses Humane Herpesvirus kommt im Vergleich zu den hohen Durchseuchungsraten der anderen Humanen Herpesviren nur selten vor. In Nordamerika und Europa weisen 1-3% der Bevölkerung Antikörper gegen HHV-8 auf. In Äquatorialafrika hingegen liegt die Rate bei ca. 50%. Die Seroprävalenz anderer Humaner Herpesviren liegt hingegen weltweit bei weit über 50%. Der Nachweis erfolgt serologisch über den Nachweis des Vorhandenseins von Antikörpern gegen das Virus.

Die Übertragung des Virus erfolgt über Speichel und andere Körperflüssigkeiten. Hierbei werden sexuelle und asexuelle Übertragungswege unterschieden. Bei den sexuellen Ansteckungswegen sind die oro-genitale, oro-anale und oro-orale Übertragung möglich. Auf asexuellem Wege kann das Herpesvirus durch Speichelkontakt übertragen werden. Die Übertragung bzw. Ansteckung findet somit auf dem gleichen Wege wie bei anderen Humanen Herpesviren statt.




Krankheiten & Beschwerden

Das Humane Herpesvirus 8 löst das Kaposi-Sarkom aus und kann darüber hinaus zu seltenen malignen Lymphomen führen. Auch bestimmten Formen von Morbus Castleman können durch das Humane Herpesvirus 8 ausgelöst werden.

Die genannten Erkrankungen treten nicht bei jedem mit dem HHV-8 infizierten Menschen auf. Ein Auftreten ist lediglich dann wahrscheinlich, wenn bestimmte Kofaktoren (z.B. Immunschwäche) vorliegen.

Das Kaposi-Sarkom ist eine Krebserkrankung der (Schleim)Haut, die vor allem bei AIDS-Erkrankten auftritt. Zur Entstehung sind vermutlich das Vorhandensein des Humanen Herpesvirus 8 sowie Kofaktoren (zu diesen zählt auch die Immunschwäche) notwendig. Weiterhin zählen zu den Kofaktoren wahrscheinlich Umweltfaktoren sowie oxidativer und nitrosativer Stress.

Die Symptomatik der Erkrankung besteht im Auftreten von braun-bläulichen Tumorknoten auf den Schleimhäuten und im Darm, bei AIDS-Patienten darüber hinaus meist auch auf der Haut. Männer sind grundsätzlich häufiger betroffen als Frauen.

Die Erkrankung verläuft häufig chronisch. Es ist möglich, dass Metastasen in verschiedenen Organen und/oder den Lymphknoten auftreten. Selten ist auch ein direkter Befall der Lymphknoten möglich.

Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko liegt auch nach Organtransplantationen vor, da in diesem Fall immunsupprimierende Medikamente eingesetzt werden. Bei der Therapie des Kaposi-Sarkoms ist es am wichtigsten, die Funktion des Immunsystems aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund ist bei HIV- und AIDS-Patienten die antivirale Kombinationstherapie von größter Bedeutung.

Weiterhin werden verschiedene Therapieverfahren wie beispielsweise die chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes, Strahlentherapie, Physikalische Therapie und Lasertherapie eingesetzt. Auch eine Chemotherapie wird zur Therapie des Kaposi-Sarkoms eingesetzt. Darüber hinaus stehen experimentelle Therapien zur Verfügung, deren Wirkungsweise jedoch unvorhersehbarer ist, als bei bereits lange bekannten Therapieformen.

Zusammen mit den folgenden Viren bildet das Humane Herpesvirus 8 die Gruppe der humanen cancerogenen Viren: Hepatitis-B-Virus, Hepatitis-C-Virus, Humanes Papillomavirus, Epstein-Barr-Virus, Humanes T-lymphotropes Virus 1. Diese Viren können beim Menschen Krebs auslösen und sind weltweit für ca. 10 bis 15% aller Krebserkrankungen verantwortlich.

Auffallend ist, dass HHV-8 viele Gene beinhaltet, die eine hohe Übereinstimmung zu den Genen menschlicher Zellen haben. Durch diese Homologie kann das Verhalten menschlicher Zellen auf komplexe Art und Weise beeinflusst werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies der Grund der Cancerogenität.

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