Huflattich

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Huflattich oder Tussilago Farfara, ist eine Pflanzenart aus der Familie Asteraceae, die traditionell für Arzneimittel verwendet werden. Huflattich ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die sich durch Samen und Rhizome verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Aussehen von Huflattich

Die gelben Blüten auf 10 - 30 cm langen, geschuppten Stielen erscheinen im zeitigen Frühjahr, noch bevor der Löwenzahn blüht. Die blau-grünen Blätter, die im Querschnitt einem Hufabdruck ähneln, erscheinen in der Regel erst, nachdem die Samen gebildet sind.

Diese sind an seidigen Schirmchen befestigt und werden von kleinen Vögeln gern verwendet, um ihre Nester auszukleiden. Die handgroßen Blätter mit ihren dicken, filzig wirkenden Unterseiten treten in Rosetten auf.

Huflattich stammt ursprünglich aus Europa und Asien und wird in Amerika als invasive Spezies geführt. Die Pflanze bevorzugt verödete Lebensräume, wie Kies- und Sanddünen, Straßenränder, Brachland, Halden oder Flussufer. In Gärten und auf Weiden ist Huflattich ein lästiges Unkraut, das schwer auszurotten ist.

Anwendung & Verwendung

Die hauptsächlich medizinische Verwendung von Huflattich bezieht sich hauptsächlich auf die Blüten (Farfarae Flos) und die Blätter (Farfarae Folium), die getrennt gesammelt und aufbereitet werden.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Flavonoide, etwa 8 Prozent Schleimstoffe (bestehend aus Polysacchariden), Pyrrolizidinalkaloide, etwa 10 Prozent Gerbstoffe, Zink und Vitamin C. Die in der Leber abgebauten Pyrrolizidinalkaloide wirken hepatotoxisch, weshalb die Anwendungsdauer bei selbst gesammelten Blättern einzuschränken ist. Anbaubetriebe verwenden in der Regel alkaloidfreie Züchtungen. Die Polysaccharide im Huflattich besitzen entzündungshemmende sowie immunstimulierende Eigenschaften. In ähnlicher Weise wirken auch die Flavonoide entzündungshemmend sowie spasmolytisch (krampflösend).

Huflattich stammt ursprünglich aus Europa und Asien und wird in Amerika als invasive Spezies geführt.

Während im asiatischen Raum die Verwendung von Blüten bevorzugt wird, überwiegt in Europa die Verwendung der Blätter. Von diesen werden vor allem die der Sonne ausgesetzten, sauberen Exemplare gesammelt, die rasch zerschnitten und getrocknet oder ausgepresst werden. Der Pressaft oder aufbereitete Huflattichsirup kann direkt eingenommen werden oder wird beispielsweise in der Kosmetik als Zusatz für Shampoo gegen die Bildung von Schuppen eingesetzt.

In der medizinischen Nutzung kommen vor allem Abkochungen als Tee oder für Umschläge zur Anwendung. In älteren Abhandlungen findet sich auch die Verwendung von Huflattich als Rauch, indem die getrocknete Pflanze auf Zypressenkohle verbrannt wird. In früheren Zeiten wurden die trockenen Blätter auch als Zunder und in einigen Regionen die seidigen Samen zum Füllen von Matratzen und Kissen verwendet.

Bedeutung für Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Huflattich wird seit der Antike in erster Linie zur Linderung von Erkrankungen der Lunge und der Bronchien verwendet, was der botanische Name Tusslilago = Husten widerspiegelt.

Auch wenn die klinische Forschung sich über die Wirksamkeit recht uneins ist, empfiehlt das deutsche BGA Huflattichtee zur Behandlung von Schleimhautentzündungen im Bereich von Mund und Rachen sowie zur Linderung von Hustenreizen bei Katarrhen der Bronchien. Die Flavonoide im Huflattich besitzen entzündungshemmende sowie antiseptische Eigenschaften, die Krämpfe in der Lunge bei Patienten mit Asthma und Bronchitisattacken lindern, wodurch das Atmen erleichtert wird. Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Polysaccharide entspannen geschädigtes Lungengewebe und wirken schleimlösend sowie kräftigend auf die Atemwege.

Die klassische Naturmedizin unterscheidet in der Verwendung frischer und getrockneter Blätter. Während frische Blätter oder deren Saft für eine Behandlung trockenen Hustens oder von Kurzatmigkeit geeignet sind, sollten Anwendungen getrockener Blätter vor allem von Patienten mit Staublunge oder chronischer Bronchitis genutzt werden. Neben der Linderung von Husten und bronchialer Staus ist Huflattich auch wirksam bei der Behandlung anderer Erkrankungen, wie z. B. Kopfschmerzen, Asthma, Reizungen von Magen und Darm, Kehlkopfentzündungen sowie Verstopfungen der Nasenhöhle.

Auskochungen mit Holunder-Blüten können als feuchte Umschläge für Schwellungen, Entzündungen oder bei Verbrennungen angewendet werden. Huflattichblüten sind ebenfalls Bestandteil von Salben zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Ekzemen, Wunden, Entzündungen oder Geschwüren.

Von einer Behandlung von Husten mittels Kräuterzigarretten, die neben anderen schleimlösenden Substanzen hauptsächlich Huflattichblätter enthalten, wird teilweise abgeraten, da der Rauch die angegriffenen Schleimhäute wieder reizt. Aufgrund der nicht eindeutigen Auswirkungen der Pyrrolizidinalalkaloide wird Schwangeren und Stillenden von einer Einnahme von Huflattichprodukten abgeraten.

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