Hormonpflaster

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Hormonpflaster stellen eine vom Patienten selbst applizierbare Hormonersatztherapie dar, die man bei länger anhaltenden Hormonstörungen, zur Empfängnisverhütung oder zur Behandlung der Wechseljahre bei Vorliegen zahlreicher Beschwerden einsetzen kann. Hormonpflaster sind in der kurzzeitigen Wirkung bislang unumstritten. In der Langzeitverwendung als Empfängnisverhütungsmittel und Wechseljahres-Therapeutikum sind Hormonpflaster jedoch wegen erwiesener nachteiliger Nebeneffekte und Risiken umstritten. Der Nutzen muss gegenüber möglichen gesundheitlichen Risiken individuell abgewogen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hormonpflaster?

Unter einem Hormonpflaster versteht man eine leicht applizierbare, pflasterförmige Darreichungsform für bestimmte Hormon-Präparate. Sie steht den klassischen oralen Darreichungsformen durch Tabletten oder anderen Darreichungsformen mit Hilfe einer Spritze gegenüber.

Hormonpflaster sorgen für eine gleichmäßigere Dosierung der Hormone. Die Aufnahme erfolgt im Fall von Hormonpflastern über die Haut. Transdermale Hormonpflaster oder hormonelle Depotpflaster werden heutzutage bevorzugt mit Geschlechtshormonen bestückt. Schilddrüsenhormone verabreicht man beispielsweise bisher nicht über ein Hormonpflaster.

Formen, Arten & Typen

Zum Thema Formen, Arten und Typen ist zu sagen, dass man zwischen einem Hormonpflaster zur Empfängnisverhütung und einem zur Behandlung von starken Wechseljahresbeschwerden unterscheiden muss. In neuerer Zeit erhalten auch Männer ein Hormonpflaster, wenn sie an Hormonmangelzuständen leiden.

Die auf dem Hormonpflaster befindlichen Hormone sind jeweils unterschiedlich und werden verschieden dosiert. Wie klein oder groß das Hormonpflaster vom jeweiligen Hersteller zugeschnitten wird, ist nicht so entscheidend. Wichtiger ist, wie hoch die Dosis der Hormone auf dem Pflaster ist. Bei einem Hormonpflaster, das als Verhütungsmittel gedacht ist, enthält die Monatspackung drei Pflaster. Jedes Hormonpflaster verbleibt eine Woche auf der Haut. In der vierten Woche wird kein Hormonpflaster aufgeklebt.

Die Regelblutung wird so eingeleitet. Die Bestückung von Hormonpflaster mit Östrogenen oder Gestagenen muss möglichst individuell auf die Bedürfnisse und Risiken des Patienten abgestimmt werden. Die Zusammensetzung und Dosierung der der Pflasterzutaten ist verschieden. Ein Preis von durchschnittlich 30 bis 80 Euro je Stück macht das Hormonpflaster zu einer relativ teuren Darreichungsform.

Hormonpflaster sind rezeptpflichtig, damit sie nicht ohne ärztliche Kontrolle in Patientenhände geraten. Aus gutem Grund darf man Hormonpflaster nicht in Eigenregie und ohne ärztliche Überwachung einnehmen. Nicht alle Hormone eignen sich gleichermaßen gut zur Verabreichung über ein Pflaster.

Aufbau, Funktion & Wirkunsgweise

Hormonpflaster sorgen für eine gleichmäßigere Dosierung der Hormone. Die Aufnahme erfolgt im Fall von Hormonpflastern über die Haut.

In Aufbau und Funktionsweise ähneln sich die am Markt erhältlichen Hormonpflaster.

Es handelt sich meist um ein quadratisches, ungefähr 5 mal 5 Zentimeter großes hautfarbenes Pflaster, das man auf der Haut befestigt. Man sollte Hormonpflaster bei jeder Applikation an eine andere Stelle setzen, um Hautirritationen durch die Klebefläche vorzubeugen. Die im Hormonpflaster enthaltene Hormondosis wird langsam und regelmäßig über die Haut diffundiert und umgeht dabei den üblichen Weg über das Verdauungssystem.

Bei einer Verwendung von Hormonpflaster als Empfängnisverhütung wird das Hormonpflaster - ähnlich der Pille - nach drei Wochen abgesetzt, damit die Monatsblutung stattfinden kann. Ein Vorteil von Hormonpflaster gegenüber der klassischen Anti-Baby-Pille ist, dass Durchfall oder Erbrechen die Hormonaufnahme nicht beeinflussen, da die Aufnahme der Hormone nicht über den Verdauungstrakt geschieht.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Über den medizinischen und gesundheitlichen Nutzen der Hormonpflaster ist man heute geteilter Meinung. Nach anfänglicher Euphorie hat sich eine gewisse Ernüchterung eingestellt. Man verschreibt heute Hormonpflaster nicht mehr so oft wie direkt nach ihrer Erfindung.

Die langfristige Anwendung von Hormonpflaster ist wegen der möglichen Nebenwirkungen und Folgerisiken umstritten. Es kann durch ein langfristig verschriebenes Hormonpflaster zu Thrombosen, Herzinfarkten, Schlaganfällen und Embolien kommen, wenn eine entsprechende familiäre Neigung oder Gerinnungsstörung bekannt ist. Auch bestimmte Risikogruppen - beispielsweise Raucher - sind bei einer Langzeit-Verwendung von Hormonpflaster stärker gefährdet.

Vorteilhaft ist jedoch am Hormonpflaster eine Leberentlastung im Vergleich zu herkömmlichen oral verabreichten Hormon-Präparaten. Die Hormone aus dem Hormonpflaster werden nicht teilweise im Verdauungssystem abgebaut, sondern wirken in voller Dosis da, wo sie es sollen. Die Dosierung kann folglich über ein Hormonpflaster wesentlich besser gestaltet werden als bei herkömmlichen Verabreichungsformen. Insofern ist der Nutzen der Hormonpflaster für manche Patienten hoch, für andere aber zu hinterfragen.

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