Hirnstammsyndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Hirnstammsyndrome zeichnen sich durch eine Minderdurchblutung der das Stammhirn versorgenden Gefäße aus. Es gibt verschiedene Hirnstammsyndrome, die nach ihrem Erstbeschreiber benannt sind, zum Beispiel das Foville-Syndrom, das Weber-Syndrom oder das Wallenberg-Syndrom. Ursachen von akuten Hirnstammsyndromen sind Hirnblutungen, Hirninfarkte oder Entzündungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Hirnstammsyndrom?

Hirnstammsyndrome entstehen durch eine zerebrale Ischämie, das heißt, eine Minderversorgung des Großhirns mit Blut. Bei den meisten Erkrankungen ist eine Durchblutungsstörung der Arteria vertebralis oder Ateria basilaris die Hauptursache. Die Wirbelarterie gehört zusammen mit der Schlüsselbeinarterie zu den hirnversorgenden Arterien.

Die Ateria basilaris gehört zu den Schlagadern und versorgt das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut. Wird die Blutzufuhr durch einen Hirninfarkt, eine Hirnblutung oder Entzündungen reduziert, können je nach lokaler Ansiedlung verschiedene Hirnstammsyndrome entstehen.

Ursachen

Hauptursachen für ein Hirnstammsyndrom sind zerebrale Ischämien, die zu einer Minderversorgung des Großhirns mit Blut führen. Am häufigsten treten diese Durchblutungsstörungen im Bereich der Wirbelarterie und der Schlagadern auf, die zu den hirnversorgenden Arterien gehören. Infektionen, Verletzungen, Tumore, Übergewicht, Bluthochdruck und Multiple Sklerose können gleichfalls zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Blut führen.

Es gibt verschiedene Hirnstammsyndrome, die hauptsächlich in drei Unterarten abhängig vom Ort der Schädigung eingeteilt werden:

  • Durchblutungsstörung des zum zentralen Nervensystems gehörenden Hirnstamms (Pons)
  • Durchblutungsstörung im Mittelhirn
  • Durchblutungsstörung im Bereich der Rückenmarksverlängerung (Medulla-oblongata)

Die drei unterschiedlichen Syndrome werden nach ihren Erstbeschreibern benannt: Millard-Gubler-Syndrom, Weber-Syndrom und Wallenberg-Syndrom. Abhängig von der Art der Beschwerden und dem Ort der Schädigungen kennt die Medizin noch einige weitere Hirnstammsyndrome, zum Beispiel das Foville-Syndrom, das Nothnagel-Syndrom oder das Babinski-Nageotte-Syndrom.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Abhängig von der Art des Hirnstammsyndroms liegen unterschiedliche Symptome vor. Fast alle Hirnstammsyndrome zeichnen sich durch einen Ausfall der Hirnnerven sowie eine Schädigung der für die Motorik und Sensibilität zuständigen langen Nervenbahnen aus. Weitere hervorstechende Beschwerden sind Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Sinnestäuschungen, Hirndruck und Nackensteife.

Begleitphänomene sind Lichtscheu und vegetative Störungen wie Erbrechen, Übelkeit, Schwitzen und psychische Veränderungen. Von der Summe der Symptome kann der behandelnde Arzt auf den Ort der Schädigung schließen. Charakteristisch für eine Schädigung der Rückenmarksverlängerung ist das Wallenberg-Syndrom, weitere alternierende Syndrome kommen gleichfalls in Frage.

Bei Schädigung des kaudalen Brückenfußes (Pons) liegt meistens das Foville- oder das Millard-Gruber-Syndrom mit horizontalen Blicklähmungen vor. Ursache können Tumore und Durchblutungsstörungen in den Schlagadern und ihren Stromgebieten sein. Für Mittelhirnläsionen sind das Weber-, Benedikt- und Notnagel-Syndrom charakteristisch.

Die Patienten leiden häufig unter Sehstörungen und Schläfrigkeit. Bei schweren Schädigungen mit Trennung von Hirnstamm und Hirnrinde kommt es zu primitiven Hirnreflexen in Form des Apallischen Syndroms, das zum Hirntod führt. Häufig treten Hirnstammsyndrome auf, die nicht vollständig oder typisch ausgeprägt sind, was eine abschließende Diagnose erschwert.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Bei unvollständig auftretenden Hirnstammsyndromen treten die Symptome wechsel- oder beidseitig auf. Abhängig von dem Ort der Schädigung erscheinen die Beschwerden entweder auf der gleichen oder der gegenüberliegenden Körperseite. Bei einer allgemeinen Schädigung ergeben sich sensible Ausfälle wie Störungen des Vibrationssinnes, des Berührungs- und Temperaturempfindens sowie Lähmungserscheinungen.

Betroffen sind vor allem die Körperteile, die von den längsten Nervenbahnen versorgt werden, das heißt, die Füße. Bei fortschreitender Erkrankung breiten sich diese Empfindungsstörungen proximal zum Körper hin aus. Sind einzelne Nerven lokal geschädigt, treten unterschiedliche Symptome und Beschwerden auf.

Zu den sensiblen Ausfallsymptomen kommen motorische Ausfälle und Schädigungen des vegetativen Nervensystems. Diese äußern sich durch Störungen der Kreislauf- und Schweißregulierung in Verbindung mit dem Verlust der Gleichgewichts- und Koordinationsfähigkeit (Ataxie). Schädigungen an den Nervenwurzeln, die sich durch Reflexabschwächungen und Muskelschwäche zeigen, können durch einen Bandscheibenschaden hervorgerufen werden.

Die moderne Medizin bietet unterschiedliche Diagnosemethoden an, um ein Hirnstammsyndrom zuverlässig zu diagnostizieren. Der erste Schritt ist eine klinische Anamnese, mit der der Arzt dem Patienten alle wichtigen Fragen zu Symptomen, Vorerkrankungen sowie Lebens- und Verhaltensweisen stellt, um ein Krankheitsbild zu erstellen.

Sollte diese Befragung nicht möglich sein, zum Beispiel bei einem akuten Notfall, wird umgehend eine Diagnose durch MRT, CT und Ultraschall erstellt. Mit dieser modernen Diagnosetechnik können die Ärzte andere Beschwerden und Erkrankungen wie zum Beispiel Tumore oder Entzündungen ausschließen, wenn sie nicht für die Durchblutungsstörung im Gehirn verantwortlich sind.

Behandlung und Therapie

Die bevorzugte Behandlungsmethode ist die Lysetherapie, die auch als Thrombolyse bezeichnet wird. Der Thrombus wird mit Hilfe von Medikamenten aufgelöst. Bei der lokalen Behandlung bekommt der Patient das Medikament über einen Katheter direkt in das betroffene Gefäß injiziert.

Mit der systemischen Lysetherapie wird das Medikament intravenös verabreicht, so dass es sich über den Blutkreislauf verteilen und zur der betroffenen Stelle gelangen kann. Liegt ein ischämischer Hirninfarkt vor, hat sich die intravenöse Lysetherapie mit rekombinanten Plasminogen-Aktivator als besonders wirksam gezeigt. Die Behandlung muss jedoch spätestens 4,5 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome erfolgen.

Der behandelnde Arzt muss eine Risiko-Nutzen-Abwägung vornehmen, da die Gefahr einer Hirnblutung groß ist. Alternativ ist auch eine operative Entfernung des Blutgerinnsels möglich. Ist ein Hirnstamm-Syndrom mit Schluckbeschwerden und Beeinträchtigungen der Atmung verbunden,.

Mitunter kann die Legung einer Magensonde oder eine Langzeitbeatmung vor der Behandlung notwendig sein. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs empfehlen Ärzte eine Langzeittherapie in spezialisierten medizinischen Zentren oder bei leichtem Krankheitsverlauf eine anschließende Physiotherapie.




Vorbeugung

Da Hirnstammsyndrome auf verschiedene Ursachen zurückgehen, gibt es den einen idealen Weg der Vorbeugung nicht. Allgemein raten Ärzte jedoch, die eigene Lebensweise zu überdenken und darauf zu achten, Übergewicht und damit Bluthochdruck zu vermeiden. Beide Faktoren begünstigen die Entstehung eines Hirnstammsyndroms.

Auch eine bewusste Ernährung, die zu viel Fett, Zucker und künstliche Zusatzstoffe vermeidet, kann dazu beitragen, diese Erkrankung zu verhindern. Als weitere schadhafte Faktoren gelten übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss, den vor allem Risikopatienten mit erblicher Vorbelastung und Übergewicht vermeiden sollten.

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