Heuschnupfen: Wie Kontaktlinsenträger besser mit Allergien klarkommen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Juni 2017
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Wenn im späten Februar oder März die ersten Pollen vom Wind verbreitet werden, sind Allergiker alamiert. Ihre Nase beginnt zu laufen, ihre Augen schwellen an und tränen, und bisweilen bleibt ihnen sogar der Atem weg. Juckreiz in der Nase oder den Augen ist hier noch das kleinste Problem.

Sie meiden die freie Natur, holen sich Antihistamine aus der Apotheke und warten darauf, dass die lästige Phase vorübergeht. Ihre Lebensqualität scheint für ein paar Tage oder Wochen stark herabgesetzt. Wer zu all den belastenden Symptomen des 'Heuschnupfens außerdem noch Kontaktlinsenträger ist, verzichtet in der kritischen Zeit mitunter auf die Vorzüge der Linse.

Denn die Pollen fühlen sich wie Sandkörner im Auge an – alle weiteren Fremdkörper sind da strikt zu vermeiden. Doch unter Berücksichtigung gewisser Voraussetzungen kommen Kontaktlinsenträger gut durch die Heuschnupfenmonate.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Heuschnupfen eigentlich?

Bei Heuschnupfen handelt es sich im Allgemeinen um eine allergische Reaktion des Körpers gegen die Produkte der männlichen Fortpflanzungsorgane der Blüten - die Staubgefäße. Diese stellen meist einmal, manchmal jedoch auch mehrmals pro Jahr eine große Menge an Blütenstaub oder Pollen her, der entweder durch den Wind oder durch Insekten auf die weiblichen Fortpflanzungsorgane - den Stempel mit Griffel und Narbe - übertragen wird.

Pollen sind chemisch aus Proteinen – Eiweißstoffen - aufgebaut und werden vom Immunsystem von Allergikern als gefährliche Fremdstoffe identifiziert. Durch Husten, Tränen und Niesen versucht deren Körper, diese loszuwerden oder wenigstens zu dezimieren. Um dies zu gewährleisten, schwellen die Schleimhäute in Hals, Rachen und Nase an.

Die Horn- und Bindehaut des Auges röten sich und sind auf Abwehr eingestellt. Heuschnupfen kann saisonal auf eine ganz bestimmte Pflanze oder ganzjährig auf verschiedenste Allergene im Haus (etwa die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe oder Tierschuppen und Tierhaare) gerichtet sein.

Wie sieht es nun mit dem Tragen von Kontaktlinsen bei Heuschnupfen aus?

Jeder, der ganzjährig gut mit Kontaktlinsen zurechtkommt, kann auch während der allergischen Tage, Wochen und Monate ruhig seine Kontaktlinsen tragen. Es macht keinen Unterschied für sein Immunsystem, ob diese auf der Hornhaut aufliegen oder nicht. Der Punkt ist lediglich die Entscheidung, ob sich der Kontaktlinsenträger subjektiv in der kritischen Zeit ohne Kontaktlinsen besser fühlt.

Bei schweren Allergien, das heißt bei starken Schwellungen, Rötungen oder bei starkem Juckreiz, ist es wahrscheinlich einfacher, auf die Kontaktlinsen zu verzichten. Vor allem die ständige Versuchung, mit den Händen am Auge zu reiben, um den Juckreiz zu unterdrücken, verstärkt diesen nur. In allen anderen Fällen jedoch können die Kontaktlinsen unter Berücksichtigung einiger Fakten getragen werden.

Hart oder weich?

Überzeugte Kontaktlinsenträger, die allergisch auf Pollen reagieren, verwenden in der kritischen Zeit alternative Linsen, das heißt sie wechseln ihre Linsen häufiger (Monats-, Tageslinsen).Viele von ihnen sind auf den Blütenstaub von nur einer oder zwei Pflanzen allergisch, was sich leichter überstehen lässt als eine generelle Pollenallergie. So kann durch das Ausweichen auf alternative Linsen ein oder zwei Wochen Pollenflug leicht überstanden werden.

Besonders Tageslinsen versorgen das Auge mit mehr Feuchtigkeit und sind hygienisch einwandfreier als täglich zu reinigende Monats- oder Jahreslinsen. Tageslinsen sind jahresdurchgängig eine sehr gute Alternative für sensible Träger und Trägerinnen und vor allem für Allergiker in der kritischen Zeit eine große Hilfe.

Harte Kontaktlinsen werden von vielen Menschen nicht so gut vertragen wie weiche, da sie im Allgemeinen eher als Fremdkörper wahrgenommen werden. Gelangen Fremdkörper wie Staub oder Haare ins Auge, können diese bei harten Linsen leichter unter die Linse rutschen und die Hornhaut reizen. Weiche Kontaktlinsen sind meist so gut verträglich, dass die Träger ihr Vorhandensein gar nicht spüren.

Doch gelten sie in Fachkreisen als weniger gesund, da sie das Auge mehr austrocknen. Bei Allergien sind jedoch andere Voraussetzungen gegeben, was die Wahl harte oder weiche Kontaktlinsen betrifft. Weiche Linsen sind aufgrund des porösen Materials durchlässiger sowohl für Sauerstoff als auch für Allergene.

Weiteres können sich Reste von Reinigungs- und Aufbewahrungslösungen, vor allem jedoch von oft unverträglichen Konservierungsstoffen in diesen Poren festsetzen und die Verträglichkeit während der Allergiezeit noch weiter herabsetzen. So sei allergischen Kontaktlinsenträgern empfohlen, nur Benetzungs- und Reinigungsmittel zu verwenden, die frei von Konservierungsstoffen sind.

Feuchtigkeit statt Tränen

Um das Auge feucht zu halten, genügt normalerweise die natürliche Tränenflüssigkeit und regelmäßiges Blinzeln. Kontaktlinsenträger kennen jedoch das Problem, dass das Auge im Lauf des Tages immer trockener wird und sogar Blinzeln als unangenehm empfunden wird. Beim Tragen von Linsen funktioniert die Befeuchtung durch die natürliche Tränenflüssigkeit nicht mehr optimal, weshalb viele Kontaktlinsenträger zu Benetzungstropfen greifen.

Diese sind chemisch gesehen der menschlichen Tränenflüssigkeit sehr ähnlich und befeuchten das Auge bei jedem Lidschlag. So sei allergischen Kontaktlinsenträgern empfohlen, diese Benetzungstropfen regelmäßig zu benutzen. Dadurch werden Pollen und Bruchteile von Pollen aus dem Auge gespült werden.

Richtige Reinigung

Da sich Pollenrückstände auf den Kontaktlinsen festsetzen, ohne dass sie mit freiem Auge wahrgenommen werden können, müssen die Linsen von Allergikern umso genauer und gewissenhafter gereinigt werden. Vor allem Linsen, die einen Monat oder länger getragen werden, müssen gänzlich von Allergenen befreit werden. Die Ablagerungen auf der Oberfläche der Linse reizen ja bereits das Auge von Nicht-Allergikern.

So wird das Auge von Allergikern, das ohnehin unter Stress steht, zusätzlich zur allergischen Reaktion durch diese Ablagerungen belastet. Linsen müssen während der Pollensaison öfters täglich gereinigt und mit einer Benetzungslösung beträufelt werden. Den allergischen Kontaktlinsenträgern sei hier empfohlen, spezielle Proteinentferner zu verwenden, wodurch Pollen und ihre Rückstände verlässlich von der Oberfläche der Linse entfernt werden.

Schutz für das Auge

Um den Tragekomfort der Kontaktlinsen zu gewährleisten, muss bedacht werden, dass die Augen von Kontaktlinsenträgern lichtempfindlicher sind als die Augen von Brillenträgern. Bei Kontaktlinsen kann mehr Licht auf die Hornhaut und durch die Pupille auf die Linse gelangen als bei Brillen. So empfiehlt es sich dringend und für jeden, im Freien Sonnenbrillen zu tragen, bei denen unbedingt auf Qualität der Gläser (UV-Strahlung!) geachtet werden muss.

Hier sollte nicht am falschen Platz gespart werden. Bei Kontaktlinsenträgern, die allergisch sind, gilt dies in noch höherem Maß. Ein gereiztes Auge sollte keine Zusatzbelastungen erfahren. Eine Sonnenbrille kann zusätzlich auf rein mechanischem Weg vielen Pollen den Weg ins Auge versperren oder ihnen das Eindringen zumindest erschweren. Auch hier gilt, dass die Brille regelmäßig gereinigt werden muss, denn auch nach einigen Stunden sind die Pollenrückstände im Stande, allergische Reaktionen auszulösen.

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Fazit

Wenn die Augen des allergischen Kontaktlinsenträgers extrem gereizt sind, verzichtet er oder sie am besten auf die Kontaktlinsen und verwendet die optische Brille beziehungsweise im Freien die optische Sonnenbrille. In allen anderen Fällen ist es bei Beachtung von oben genannten Empfehlungen kein Muss, in der kritischen Zeit auf die Linsen zu verzichten.

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