Herzkatheteruntersuchung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Dezember 2017
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Seit Etienne-Jules Marey und Auguste Chauveau in der Zeit zwischen 1861 und 1863 die Herzkatheteruntersuchung entwickelt haben, sind viele riskante Herzoperationen überflüssig geworden, was für den Patienten nicht nur schonender ist, sondern unter gesundheitsökonomischen Gesichtspunkten viele Vorteile bietet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Herzkatheteruntersuchung?

Ziel der Herzkatheteruntersuchung ist primär, das Herz und die umliegenden Gefäße zu untersuchen. Der Vorteil dieser Methode ist im Vergleich zu einer konventionellen Operation, dass sie für den Patienten schonender ist, da die Öffnung des Brustkorbes nicht mehr erforderlich ist.

Vielmehr erfolgt die Herzkatheteruntersuchung minimalinvasiv, das heißt, die gesamte Operation begnügt sich mit einer kleinen Öffnung, über die der Katheter - ein röhrenförmiges medizinisches Instrument - eingeführt wird. Durch Bestrahlung des Patienten mit Röntgenstrahlen kann der behandelnde Arzt am Monitor die Operation verfolgen. Die Herzkatheteruntersuchung dient allerdings nicht ausschließlich der Darstellung des Herzes oder der Herzkranzgefäße, sondern bietet die Möglichkeit, weitere Behandlungsmaßnahmen vorzunehmen.

Beispielsweise lassen sich im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung verstopfte Gefäße durch eine Ballondilatation wieder öffnen. Ebenso möglich ist, verletzte Gefäße mit einem Stent - ein metallisches Geflecht - von innen zu stabilisieren. Ferner können erkrankte bzw. funktionsunfähige Herzklappen ersetzt werden, ohne dass hierfür eine große Herzoperation erforderlich wäre.

Hauptwerkzeug der Herzkatheteruntersuchung ist der Katheter, ein röhrenförmiges Gerät, das zur eigenen Stabilisierung ein Führungsdraht umwickelt. Je nachdem, welche Teile des Herzes untersucht werden sollen, entscheidet sich, von wo der Katheter eingeführt wird. Möglich sind dabei als Einführungspunkte der Herzkatheteruntersuchung venöse und arterielle Adern, die am Handgelenk, an der Leiste und am Ellenbogen verlaufen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Herzkatheteruntersuchung beginnt mit der Betäubung der Stelle, an der der Katheter eingeführt werden soll. Narkosemittel werden nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten verabreicht, andernfalls bleibt es bei Beruhigungsmitteln.

Anschließend wird, sofern ein Wechsel der Katheter zu erwarten ist, eine Schleuse als vereinfachte Führungsschiene an der Einstichstelle gesetzt. Anschließend wird der Katheter eingeführt. Der Kopfteil des Katheters ist dabei besonders weich ausgestaltet, um so Verletzungen an den Gefäßen vorzubeugen. Damit beim Zurückziehen des Katheters ebenso wenig Verletzungen entstehen, verformt sich der Katheter bei Richtungswechsel. Zusätzlich ist er manövrierbar. Dies ist insoweit wichtig, als dass es dem Arzt ermöglicht, an der "richtigen" Abzweigung das Katheter zu weiterführen.

Da der Führungsdraht, der vom eigentlichen Katheter umwickelt ist, aus Metall besteht, ist der Katheter bei gleichzeitiger Bestrahlung des Patienten mit Röntgenstrahlen sichtbar. Der Arzt kann somit auf dem Monitor stets erkennen, wo sich der Katheter gerade befindet. Allerdings sind die Gefäße und das Herz selbst nicht unter Röntgenstrahlen sichtbar. Deshalb wird dem Patienten ein Kontrastmittel verabreicht.

Die Herzkatheteruntersuchung ist minimalinvasiv, das heißt, die gesamte Operation begnügt sich mit einer kleinen Öffnung, über die der Katheter - ein röhrenförmiges medizinisches Instrument - eingeführt wird.

Dies geschieht allerdings nicht, wie es beispielsweise bei der Computertomographie der Fall ist, indem das Mittel dem Patienten venös injiziert wird, sondern wird durch das Katheter selbst in die Gefäße gespritzt.

Sobald der Katheter an seinem Ziel angekommen ist, können im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung, soweit dies überhaupt notwendig sein sollte, weitere Behandlungen vorgenommen werden, wie zum Beispiel die bereits genannte Ballondilatation. Ist die Herzkatheteruntersuchung erfolgreich beendet, kann der Patient nicht unmittelbar danach entlassen werden. Weil auch bei höchster Sorgfalt des Arztes Beschädigungen an den Gefäßen nicht ausgeschlossen werden können und dies unvorhersehbare Folgen haben kann, muss der Patient einige Stunden, wenn nicht sogar einen ganzen Tag nach der Herzkatheteruntersuchung in ärztlicher Obhut verbleiben, ehe er entlassen werden kann.

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Risiken & Gefahren

Statistisch betrachtet ist die Herzkatheteruntersuchung ein relativ ungefährlicher Eingriff. Die Zahl der im Krankenhaus infolge einer Herzkatheteruntersuchung verstorbenen Patienten lag laut einer Qualitätsstudie aus dem Jahr 2009 bei 1 Prozent (etwa 4.000 Menschen).

Herzkatheteruntersuchungen, bei denen weitere Behandlungsmaßnahmen, wie eine Ballondilatation, vorgenommen wurden, lag die In-Hospital-Letalität doppelt so hoch, namentlich bei 2,4 Prozent. Auch hinsichtlich der Strahlenbelastung müssen sich Patienten keine Sorgen machen, da sie sich mit 2.413 cGy*cm² im unbedenklichen Bereich bewegt.

Problematisch könnten bei einer Herzkatheteruntersuchung dagegen mögliche Nebenwirkungen hinsichtlich des Kontrastmittels werden. Betroffen sind hier insbesondere Patienten mit einer chronischen Schilddrüsenüberfunktion. Hier kann das im Kontrastmittel enthaltene Jod zu Problemen mit der Schilddrüse führen.

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Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Kramme, R.: Medizintechnik. Springer, Berlin 2011
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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