Herzkatheter

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Januar 2017
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Ein Herzkatheter wird zur Untersuchung des Herzens und der Herzkranzgefäße gelegt. Mithilfe des Katheters sollen pathologische Veränderungen an den Herzklappen, am Herzmuskel oder an den Herzkranzgefäßen diagnostiziert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Herzkatheter?

Ein Herzkatheter ist ein dünner und biegsamer Kunststoffschlauch. Es kann zwischen Rechtsherzkatheter (kleiner Herzkatheter) und Linksherzkatheter (großer Katheter) unterscheiden werden. In den Katheter wird ein Röntgenkontrastmittel gespritzt, sodass die Gefäße und Strukturen des Herzens sichtbar werden.

Die Untersuchung birgt auch Risiken. So kann es zu Herzrhythmusstörungen, Schlaganfällen oder zu Verletzungen von Gefäßen kommen.

Formen, Arten & Typen

Im Grunde gibt es zwei Formen des Katheters. Beim Linksherzkatheter werden pathologische Veränderungen der Herzklappen, des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße des linken Herzens diagnostiziert. Mit dem Linksherzkatheter können die linke Herzkammer und der linke Herzvorhof untersucht werden. Die Einstichstelle befindet sich bei dieser Untersuchung meist in der Leistenbeuge. Der Zugang zum Herzen erfolgt über eine Arterie.

Durch die Rechtsherzkatheteruntersuchung werden die Pumpleistung des Herzens und der Druck in den Lungenschlagadern gemessen. Beim Rechtsherzkatheter kommt im Gegensatz zum Linksherzkatheter in der Regel kein Röntgenkontrastmittel zum Einsatz. Der Zugang erfolgt über die Venen. Die Einstichstelle befindet sich meistens in der Armbeuge, in selteneren Fällen auch in der Leistenbeuge.

Häufig wird der Rechtsherzkatheter in Zusammenhang mit einer Belastungsuntersuchung durchgeführt. In liegender Position tritt der Patient dabei in Fahrradpedale. Währenddessen werden mit dem Katheter die Werte gemessen. Anschließend können diese dann mit den Ruhewerten verglichen werden. Mit dieser Wertedifferenz lässt sich ein guter Überblick über die Herzleistung erlangen.

Aufbau & Funktionsweise

Ein Herzkatheter wird zur Untersuchung des Herzens und der Herzkranzgefäße gelegt.

Das vorrangige Ziel bei der Herzkatheteruntersuchung ist es, den Katheter in verschiedene Teile des Herzens zu führen, um dort Druckmessungen vornehmen zu können oder um bestimmte Strukturen sichtbar zu machen.

Zunächst wird die Einstichstelle lokal betäubt, sodass der Patient keine Schmerzen verspürt. Bei Bedarf können auch Beruhigungsmittel verabreicht werden. Eine Narkose ist normalerweise nicht nötig. Dann wird mittels Seldinger-Technik eine Schleuse in das Blutgefäß gelegt. Diese dient als Führungshilfe und als Abdichtung für die Einstichstelle. Anschließend wird ein Führungsdraht durch die Schiene bis in das Zielgebiet geschoben. Mithilfe eines Röntgengeräts wird die optimale Lage des Drahts geprüft. Der Katheter wird dann entlang dieses Drahtes eingeführt. Sitzt der Katheter richtig, wird auch der Draht entfernt. Unter Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen kann die Position des Herzkatheters gegebenenfalls korrigiert werden.

Beim Rechtsherzkatheter wird nun der Druck in verschiedenen Bereichen des Herzens gemessen. Um die Herzaktion beurteilen und die Herzgefäße darstellen zu können, muss dem Patienten ein Röntgenkontrastmittel verabreicht werden. Falls ein Lagewechsel des Katheters nötig ist, kommt erneut ein Führungsdraht zum Einsatz. Dieser kann einfach über die Schleuse eingeführt werden.

Nach der Untersuchung werden der Herzkatheter, der Führungsdraht und die Schleuse wieder entfernt. Die Einstichstelle wird mit einem Gefäßverschlusssystem oder mit einem Druckverband dicht verschlossen.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Mit dem Herzkatheter sind viele Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems möglich. Allgemein kann mit dem Röntgenkontrastmittel der Blutfluss im Herzen dargestellt werden. Der Druck, der Sauerstoffgehalt und die Temperatur in den Gefäßen können ebenfalls erfasst werden. Bei Herzrhythmusstörungen und Störungen der Erregungsleitung gibt die Katheteruntersuchung Aufschluss über die elektrischen Aktivitäten der Herzmuskulatur.

Beim Rechtskatheter erfolgt primär die Messung von Druck, Sauerstoff und Temperatur im rechten Herzen. Linksherzkatheter ermöglichen eine Sauerstoff- und Druckmessung in der Aorta und in der linken Kammer des Herzens. Mit Kontrastmittel können die linke Herzkammer und die Herzkranzgefäße sichtbar gemacht werden.

Viele weitere Behandlungen können nur gemeinsam mit einem Herzkatheter durchgeführt werden. Bei einer Verengung der Herzkranzgefäße kann es zu einem Herzinfarkt kommen. Um die verengten oder verschlossenen Gefäße wieder zu weiten, wird meist eine Ballondilatation durchgeführt. Dabei wird ein Ballonkatheter in die Gefäße eingeführt. Am Ende des Ballonkatheters befindet sich ein Ballon. In der Gefäßverengung wird dieser Ballon entfaltet und erweitert dadurch das Gefäß, sodass das Blut wieder leichter fließen kann.

Wird durch eine Aufweitung mittels Ballonkatheter nicht das gewünschte Ergebnis erzielt, kann ein Stent implantiert werden. Ein Stent ist ein kleines Röhrchen aus Metallgeflecht. Dieses Röhrchen wird zusammengefaltet auf einen Ballonkatheter gesetzt. Der Herzkatheter mit dem Stent wird dann an die Engstelle im Gefäß geschoben und dort aufgeweitet. Der Stent verbleibt in dem betroffenen Gefäß.

Mit dem Herzkatheter können heute offene Operationen bei angeborenen Herzfehlern vermieden werden. Erkrankungen wie Vorkammerscheidewanddefekte, Ventrikelseptumdefekte oder Klappenstenosen können direkt während der Untersuchung mit dem Herzkatheter entfernt werden. Auch Herzklappen lassen sich mittels Herzkatheter implantieren. Ebenso können Erregungsstörungen mit dem Herzkatheter behandelt werden. Dabei wird störendes Gewebe verödet.

Allerdings ist die Herzkatheteruntersuchung ist nicht frei von Risiken. Häufig kommt es zu Nachblutungen im Bereich der Punktionsstelle. Auch Gefäßanomalien an der Einstichstelle werden beobachtet.

Werden bei der Untersuchung Kontrastmittel eingesetzt, kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Zudem ist das verabreichte Kontrastmittel schädlich für die Nieren und bei eingeschränkter Nierenleistung nur bedingt zu empfehlen. Bei Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion kann das jodhaltige Kontrastmittel zudem zu einer lebensbedrohlichen thyreotoxischen Krise führen.

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